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Blick ins geliebte Land

Rathenow Blick ins geliebte Land

Der Keramikkünstler Klaus Handschuh hat sich in Rathenow und weit darüber hinaus einen Namen gemacht. Gelungen ist es, weil er sich in eine Landschaft verliebt hat.

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Blau – das ist der Eindruck, den der Beobachter hat, wenn er ins Havelland mit den vielen Flüssen und Seen blickt.

Quelle: Klaus Handschuh

Rathenow. Er versteht sich auch als Botschafter der Region. Wer mit Klaus spricht, wer sich in seiner Manufaktur in Ruhe inspirieren lässt, der wird schnell die Botschaft verstehen. Das Havelland ist seine Liebe. Hier lebt und arbeitet er gern. Und er will diese Landschaft, die es ihm angetan hat, auf Keramik bannen. Doch niemals kann die Kopie so gut sein, wie das Original. Das räumt Klaus Handschuh ein.

Tassen mit Bäumen

Tassen mit Bäumen und weiten Landschaften; der Birnbaum von Ribbeck auf der einen Seite und auf der anderen Seite ein Spruch. So gestaltet er die Töpferwaren. Klaus Handschuh ist mit seiner Havelland-Keramik nicht nur im Landkreis Havelland bekannt. „Blick ins Land” hat er seine Konzeption genannt, Tassen, Vasen, Schalen und andere Geschenkartikel aus Ton mit Motiven aus dem Havelland zu versehen.

Der Kpnstler engagiert sich auch für den Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche

Der Kpnstler engagiert sich auch für den Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche.

Quelle: privat

Als Grafik-Designer waren die geometrischen Formen zunächst die ersten, die er einsetzte. „Dekore wie Nadelstreifen, Diagonale oder Blockstreifen entstanden ohne zu ahnen, das Hedwig Bollhagen in den 1930er Jahren ähnlichen Einflüssen ausgesetzt war.“

Schon einige Arbeitsorte

Klaus Handschuh hatte schon einige Arbeitsorte in der Region. Auf dem Kirchberg der Kreisstadt, in der Goethestraße, wo das ehemalige Faustus-Lokal war. Auch im City-Center oder in Semlin. Und Handschuh war stets aktiv. Im Künstlerkreis zum Bespiel. Die Aktion „Kunst unterm Kirchturm“ gestaltete er mit. Und gerne erinnern sich die Läufer des Drei-Seen-Laufvereins an seine Medaille, die er einst für das Volkssportspektakel in Semlin herstellte. Klaus Handschuh ist einer von hier, einer der mitmachen und sich einbringen will. Doch der Keramikkünstler war auch schon im Krongut Bornstedt mit einem festen Standort vertreten. Was dazu führte, dass viele Keramikfreunde in und um Rathenow befürchteten, Handschuh habe der Region den Rücken gekehrt. Hat er nicht. Der Künstler kommt aus Grütz – war aber in seiner Heimatregion eine Zeit lang seltener anzutreffen. Und dann war sie da. Die Werkstatt am Kirchplatz.

Nie wirklich weg

„Ich bin nie weg gewesen”, sagte Handschuh damals auf Nachfrage. Er liebe die Region und der hat Handschuh ein Geschenk für die Ewigkeit gemacht. Er hat Ende der neunziger Jahre das Havelland-Motiv entwickelt und in der Verbindung mit handgefertigter Keramik zu einer unverwechselbaren Marke gemacht. Und nun die Nähe zur Kirche, zum Alten Hafen und zum Optikpark. Handschuh war wieder da.

Das Bild stammt aus dem Jahr 2004

Das Bild stammt aus dem Jahr 2004. Handschuh zeigte sein Können bei einer Schau im Einkaufszentrum Dallgow.

Quelle: journalistenbuero spot

Im City Center und später in der Goethestraße – das ging bis zum Jahr 2003. Dann ging er in das Krongut. „Das war meiner Sache sehr förderlich”, weiß Handschuh heute. Hier habe er das richtige Zielpublikum sofort gefunden. Die Besucher kamen aus ganz Deutschland — eigentlich sogar aus aller Welt. Und so ging die Havelland-Keramik auf Reisen – nach Amerika und Australien, zum Beispiel.

Handarbeit im besten Sinne

Was Handschuh abliefert ist Handarbeit im besten Sinne. Er bemalt alle seine Keramikstücke selbst. Und Kenner haben schon lange registriert, dass Klaus Handschuh von kreativer Kraft getrieben wird. 2005 hat er sein Birnen-Motiv entworfen, das unverwechselbar für das Dorf Ribbeck steht. Das Gedicht von Theodor Fontane würdigt Handschuh auf seiner Internet-Repräsentation. Nachdem er die Familie Ribbeck kennengelernt hatte und dieser das Havelland-Motiv gefiel, kam schnell die Idee auf, etwas ähnliches für Ribbeck zu entwerfen.

Eine Keramik-Blume

Eine Keramik-Blume.

Quelle: KH

Die Ribbeck-Keramik wird durch Zitate aus dem berühmten Ribbeck-Gedicht geprägt, die Klaus Handschuh mit forscher Handschrift aufträgt. Zusammen mit der Birne eingeführt hat der Künstler zudem ein neues Gelb-Orange für die reife Frucht. Mittlerweile nimmt die Keramik mit Birnen-Motiv und Gedicht-Zitaten im Schaffen von Klaus Handschuh einen großen Raum ein. Wie er sagt, ist er seit dem vergangenen Jahr im Schloss Ribbeck mit einer „wunderschönen Vitrine” vertreten. Und irgendwann nahm sich Handschuh eine Leinwand vor und bemalte diese mit seinen Havelland- oder Ribbeck-Motiven. Neues reizt ihn sehr. Auch, wenn die Keramik-Serien viel Zeit in Anspruch nehmen.

Und dann kam die Buga 2015

Dann stand die Bundesgartenschau vor der Tür: Seiner ursprünglichen Havelland-Serie „Grüne Wiese” hat er die Variation „Bunte Wiese” hinzugefügt. Es sei das Rot, das den Kunden besonders gefällt. Dieses Rot, erklärt Handschuh, sei den Mohnblumen auf den Feldern in der Region entliehen. „Klatschmohn”, so sagt er, „das mögen die Besucher.” Beschriftet werden die Einzelstücke mit den Worten „Havelland”, „Blick ins Land” und „Havel-Region”. Meist sind es Tassen und Teller. Mehr Bezug zur Bundesgartenschau sollte nicht sein – und musste nicht sein. Denn die Stücke kamen bei den Interessenten gut an.

Deutlich rückläufig ist das Engagement in Bornstedt geworden. Das Nutzungskonzept wurde verändert, heimische Handwerkskunst hatte einen anderen Stellenwert.

Havelland hat hohen Stellenwert

Hohen Stellenwert hat das Havelland. Seine Werkstätten am Kirchberg und in Grütz sind ausgelastet. Handschuh ist zufrieden, weil er weiß, dass er Glück hatte und hat. „Ich habe das Glück”, sagt er, „ mit dem Havelland-Motiv über eine schöne, gestandene Arbeit zu verfügen, die sich immer mehr durchsetzt.” Und das ist eine Zielrichtung, die weit über die Bundesgartenschau 2015 hinausreicht. „Die Botschaft von der Serie Blick in’s Land ist die konzeptionelle Idee für das Produkt, das sich in seinem regionalen Bezug, seinem bodenständigen Charakter, in ein haltbares Dokument verwandelt. Die unverkennbare Stärke des Havellandes ist die Natur und das Landleben.“

Die Buga ist Geschichte, die Havelland-Keramik, die Ribbeck-Keramik, die Arbeiten von Klaus Handschuh sind es noch lange nicht. „Denn hier lebe und arbeite ich und hier ist es sogar noch ein kleines bisschen schöner als auf der Keramik.“

Von Joachim Wilisch

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