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Havelland Blinde haben es schwer am Kreisverkehr
Lokales Havelland Blinde haben es schwer am Kreisverkehr
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00:20 05.11.2017
Manuela Klein-Kauk und Kreistagsabgeordneter Harald Petzold besichtigen die Schwachstellen am Kreisverkehr. Die Bodenindikatoren wachsen langsam zu. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Falkensee

Wenn Manuela Klein-Kauk die Spandauer Straße in Falkensee überqueren will, ist das für sie jedes Mal ein Risiko. Die stark sehbehinderte Frau benötigt zwar noch keinen Blindenstock, aber sie kann die Farben an der einzigen Ampel an der Einmündung zur Humboldtallee nicht erkennen. „Es fehlt das akustische Signal an dieser Ampel. Obwohl wir das schon vor Inbetriebnahme des umgebauten Kreisverkehrs Spandauer Straße im Sommer dem Landesbetrieb Straßenwesen angezeigt haben, ist bisher nichts passiert“, ärgert sie sich. Manuela Klein-Kauk denkt als Vorsitzende des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Osthavelland nicht nur an sich, sondern auch an die 30 Mitglieder des Verbandes, von denen viele in Falkensee leben. Die meisten sind also auf fremde Hilfe angewiesen, wenn sie die Spandauer Straße queren wollen.

Beim Landesbetrieb ist der Fall bekannt

Beim zuständigen Landesbetrieb Straßenwesen in Potsdam ist das Ampel-Problem bekannt. Dezernatsleiter Planung Frank Schmidt: „Wir sind gerade dabei eine Firma zu beauftragen, die das akustische Signal an der Lichtsignalanlage installiert. Auf jeden Fall wird das noch vor Jahresende erledigt.“

Auch Rollstuhlfahrer haben Probleme

Für andere Ärgernisse aus Sicht der Sehbehinderten ist die Stadt Falkensee zuständig. Das Bushaltestellenschild in der Spandauer/Ecke Humboldtallee ist falsch aufgestellt worden. Blinde und Rollstuhlfahrer haben Schwierigkeiten, in den Bus zu kommen, „weil der Mast der Haltestelle genau zwischen Bordstein und Wartehäuschen steht“, erklärt Manuela Klein-Kauk. „Außerdem gibt es ein zweites Einstiegsfeld für Behinderte, was keiner nutzen kann, weil dort der Bus nicht anhält“, weiß die Verbandsvorsitzende.

Blindenleitsystem funktioniert kaum noch

Noch schlimmer und nachteiliger für Sehbehinderte ist die Tatsache, dass das Blindenleitsystem, also die verlegten Bodenindikatoren mit Noppen- und Rillenplatten, kaum noch funktioniert. Hauptgrund sei die fehlende Pflege. Unkraut ist durch die Fugen gewachsen, die Rillen in den Platten sind mit Sand, Dreck und Steinen zugesetzt. „Vor allem für Stockgänger wird es immer schwieriger, sich zu orientieren“, so Klein-Kauk. Am Fußgängerüberweg selbst fehlen zudem entsprechende Verkehrszeichen.

Wenig Entgegenkommen vom Bürgermeister

Diese Mängel hat der Blinden- und Sehbehindertenverband der Stadt Falkensee mitgeteilt. „Wir haben uns auch Unterstützung beim ehemaligen Bundestagsabgeordneten der Linken Harald Petzold geholt“, erklärt Manuela Klein-Kauk. Der hat im Juli an Bürgermeister Heiko Müller geschrieben. Das Stadtoberhaupt antwortete unter anderem: „Die jetzt in Falkensee gebauten gesicherten Querungshilfen am Kreisel... erfüllen alle Forderungen des aktuellen Regelwerkes.“ In den Fugen von Pflasterflächen könne in wenig genutzten Flächen der Graswuchs nicht verhindert werden. Und: Zusätzlich zum Zebrastreifen würde das Verkehrszeichen 350 kurzfristig aufgestellt. Was kurzfristig heißt, ist allerdings nicht geklärt. Genehmigen muss die Schilder die Verkehrsbehörde des Landkreises.

Von Jens Wegener

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