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Blinde und Sehbehinderte wollen mitreden

Jubiläumsfest in Wustermark: Blinde und Sehbehinderte wollen mitreden

Vor 25 Jahren wurde der Blinden- und Sehbehindertenverband, Landesverband Brandenburg, gegründet. Das Jubiläum feierte am Wochenende auch die Bezirksgruppe Nauen mit einer Fest- und Auszeichnungsveranstaltung in der Grundschule Wustermark. Klarer Wunsch der Mitglieder: Mehr Mitsprache bei großen öffentlichen Bauvorhaben.

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Wustermark. Die Tische in der Aula der Wustermarker Grundschule waren mit Blumengestecken und Kerzen festlich gedeckt, es duftete nach frisch gebrühtem Kaffee, unterhaltsame Musik stimmte auf die Feierstunde ein. Knapp 40 Mitglieder des Blinden- und Sehbehindertenverbandes und ihre Angehörigen begingen am Sonnabend den 25. Jahrestag der Gründung des Brandenburger Verbandes. Manuela Klein-Kauk von der Bezirksgruppe Nauen erinnerte an die Neugründung am 4. November 1990 in Wildau. Der Verband habe viel dazu beigetragen, dass Blinde und Sehbehinderte möglichst ohne größere Probleme am öffentlichen Leben teilnehmen können. „Es ist unsere Aufgabe, immer wieder auf uns aufmerksam zu machen“, sagte sie in einem kurzen Rückblick auf die 25 Jahre und nannte auch eine ganze Reihe positive Ergebnisse des Wirkens des Verbandes, so das Bürgeramt in Falkensee, den Bahnhofsvorplatz und die Bahnhöfe in Wustermark und Elstal. Hier wurden die Belange der Blinden und Sehbehinderten positiv berücksichtigt.

Sie erinnerte aber auch an die zahlreichen Veranstaltungen, auf denen Referenten Tipps zur Lebensgestaltung gaben. Dazu gehörten Apotheker, Optiker aber auch Mitarbeiter von Arztpraxen, wie die Augenärztin Bettina Kahle in Falkensee. Sie nannte als Gast am Sonnabend den Blinden- und Sehbehindertenverband einen wichtigen Vermittler in allen Fragen des Alltags. So sei er ein stetes Bindeglied zwischen den Patienten und den Augenärzten. Manuela Dörnenburg, Gleichstellungs- und Integrationsbeauftragte der Stadt Falkensee, ermutigte die Verbandsmitglieder, deutlich zu sagen, was für sie im Leben schwierig sei. Als Beispiel nannte sie den jetzt oft praktizierten Bau von Kreisverkehren, die den Blinden und Sehbehinderten komplizierte Situationen bescherten. „Wir müssen voneinander lernen“, sagte sie und forderte dazu auf, hinderliche Barrieren zu benennen. Ein Problem, das auch die Kreisvorsitzende des Behindertenverbandes Monika Bark immer wieder bewegt. Sie konnte als Gratulantin zum Jubiläum aber auch erfreut feststellen, dass gemeinsam so manches Problem beseitigt wurde. Marianne Wyrwinski nutzte die Feierstunde, Manuela Klein-Kauk, aber auch ihrem Gatten Detlef Kauk und Sohn Mathias Klein „für die vielen schönen gemeinsamen Stunden zu danken“. Es gäbe kaum eine Familie, die sich so engagiere, lobte sie.

Geehrt wurden auf der Jubiläumsveranstaltung Bärbel Tillack, die 30 Jahre dem Verband angehört, Erika Möhring für 45-jährige Mitgliedschaft und Siegfried Schwalowski, der bereits 57 Jahre Verbandsmitglied ist, vor der Wende noch im Blindenverband der DDR. Christine Breinlich erhielt die Urkunde für 15 Jahre Mitgliedschaft im Verband, und kräftigen Beifall gab es ebenso für Hans-Jochim Neumann, der gerade seinen 85. Gebutstag gefeiert hatte.

Eine schöne Geste am Rande: Bundestagsabgeordneter Harald Petzold (Die Linke) konnte wegen eines dienstlichen Auslandsaufenthaltes nicht persönlich zum Gründungsjubiläum gratulieren. Das übernahm in seinem Auftrag Maria-Luise Bökemeier vom Wahlkreisbüro und überreichte dazu noch eine Spende.

Von Wolfgang Balzer

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