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Börnicke: Anwohner fordern Lärmschutz

Havelland Börnicke: Anwohner fordern Lärmschutz

Aus einer gewerblich genutzten Fläche im Außenbereich am Ortsrand von Börnicke (Havelland) soll ein rechtssicheres Gewerbegebiet entstehen. Die Firma Karls will dort auch in Zukunft die Verkaufsstände für den Erdbeerverkauf lagern. Dazu wird jetzt ein Bebauungsplan erarbeitet. Die Anwohner drängen auf ausreichenden Lärmschutz.

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An zahlreichen Verkaufsständen in Brandenburg und Berlin können die Kunden in der Saison Erdbeeren kaufen.

Quelle: dpa

Börnicke. Den Anwohnern schwant nichts Gutes. Wenn aus dem gewerblich genutzten Areal am Mühlenweg in Börnicke nun eine rechtssicheres Gewerbegebiet entstehen soll, fürchten sie zu bestimmten Zeiten im Jahr noch mehr um ihre Ruhe. Denn die Firma Karls lagert dort schon jetzt ihre Stände für den Erdbeerverkauf in Berlin und Brandenburg.

Zweimal im Jahr – für etwa drei Wochen – werden die Stände dort abgeholt (vor Saisonbeginn) beziehungsweise angeliefert (nach Saisonende). Dann rumpeln die Fahrzeuge über das unebene Gelände, werden im Freien auf- oder abgeladen, wobei es zu störenden Geräuschen kommt.

„Meine Frau hat schon eine Standleitung zum Ordnungsamt, denn die Fahrten erfolgen auch am Wochenende oder an Feiertagen“, sagte ein Anwohner kürzlich im Bauausschuss. Wie auch andere Bewohner, die eine Unterschriftenliste unterzeichnet haben, möchte er Klarheit in Sachen künftiger Lärmschutz, zweifelt an, dass dieser ausreicht. Zwar gibt es ein Gutachten, „aber das betrachtet nur die jetzige Situation“, behauptet der Mann. „Was, wenn noch weitere Hallen dazu kommen?“

Hintergrund

Die Gewerbefläche mit einer Größe von etwa 4,8 Hektar befindet sich am südwestlichen Siedlungsrand des Nauener Ortsteils Börnicke. Es gibt etwa zehn Anwohner.

Eine Teilfläche im nördlichen Bereich wird derzeit durch die Karls Markt OHG zur Lagerung und Instandsetzung von Verkaufsständen genutzt.

Der südöstliche Bereich dient zum Teil als Pferdeweide und Reitplatz.

Keiner möchte zudem, dass es auch nachts Transporte gibt. Das allerdings wird sich wohl nicht vermeiden lassen, wie Gunther App von der Stadtverwaltung Nauen auf Nachfrage beim Investor, der „Karls Markt OHG“, erfuhr. „Der Transport erfolgt im Zeitraum von jeweils etwa drei Wochen ausschließlich in den Abend- und Nachtstunden mit je zwei Transportbewegungen pro Stunde“, sagte er. Ein gänzlicher Ausschluss von Nachtarbeit zwischen 22 Uhr und 6 Uhr sei daher nicht mit dem Betriebsablauf vereinbar und werde vom Vorhabenträger abgelehnt. Der Transport der Erdbeerverkaufsstände erfolge zweimal im Jahr zwischen April bis August.

Zudem kann auch nicht dem Wunsch der Anwohner entsprochen werden, die Be- und Entladevorgänge in eine geschlossene Halle zu verlegen, da die Erdbeerverkaufsstände im Freien gelagert werden. Die Instandsetzungsarbeiten an den Verkaufsständen würden jedoch nur innerhalb der Hallen stattfinden, heißt es. Etwa ein Drittel der rund fünf Hektar großen Fläche will Karls selbst nutzen, den übrigen Teil an interessierte Firmen verkaufen.

Um dem Schallschutz gerecht zu werden, ist schon jetzt eine Verdopplung des Grünstreifens von zehn auf 20 Meter geplant. „Ansonsten muss man sehen, was das Landesamt für Umwelt zur schalltechnischen Untersuchung sagt“, meint Gunther App. Udo Schmidt vom Planungsbüro IGF gab zudem den Hinweis: „Die Anwohner müssen ihre Einwände noch einmal im Verfahren geltend machen.“ In der nächsten Nauener Stadtverordnetenversammlung Anfang Dezember soll es einen Beschluss zur Offenlage des B-Plan-Entwurfes geben.

Der Ortsbeirat Börnicke hat dem Entwurf bereits zugestimmt. Das Thema erneut zu beraten, dafür sehe der Ortsvorsteher keine Veranlassung, so App.

Von Andreas Kaatz

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