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Bootsführer ärgern sich über Liege-Preise

Ketzin/Havel Bootsführer ärgern sich über Liege-Preise

Die seit Saisonbeginn erhöhten Liegegebühren für Boote an der Ketziner Havelpromenade führen dazu, dass einige Wasserwanderer sofort wieder ablegen. Jetzt wollen die Stadtverordneten darüber nachdenken, die Entgelte wieder zu senken.

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Beim Anlegen in Ketzin helfen sich die Bootsführer untereinander, damit es nicht zu Unfällen kommt.
 

Quelle: Tanja M. Marotzke

Ketzin/Havel.  „Wir haben mit unserem Boot bisher in etwa 100 Marinas angelegt. Ketzin ist bisher der teuerste Hafen bei den Lieggebühren. Dazu Strom, Dusche extra zahlen, kein W-Lan. Wir reisen gleich wieder ab“, schreibt ein Wasserwanderer aus Berlin der Ketziner Stadtverwaltung. Ähnlich lautende elektronische Post sei in den letzten Wochen gehäuft im Rathaus eingegangen, hatte Bürgermeister Bernd Lück (FDP) in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung erklärt und angeregt, noch mal über die Entgelte für die Boote nachzudenken.

Seit Saisonbeginn im April müssen Bootstouristen, wenn sie am Stadtsteg an der Havelpromenade festmachen, pro Übernachtung statt 1,20 Euro pro Meter Bootslänge nun 1,80 Euro zahlen. Wer nicht übernacht bleibt und bis 16 Uhr wieder ablegt, muss 4 Euro aufbringen, wenn das Boot länger als sechs Meter ist 7,50 Euro.

„Die Erhöhung stört mich überhaupt nicht, denn die Ketziner Steganlage ist top in Ordnung“, sagt Dirk Baron, der am Sonntag angekommen ist und mit dem gecharterten Boot schon zum dritten oder vierten Mal in Ketzin Station macht.“ Solange die Qualität stimmt, sind die 1,80 Euro pro Meter okay, auch die Preis für Strom und die Dusche und Toilette“, ergänzt der Templiner.

Ebenso unaufgeregt sieht des sein Liegeplatznachbar Reiner Galler aus der Nähe von Magdeburg. Er hat gerade 16,20 Euro für eine Übernachtung mit Boot bezahlt und findet das nicht zu teuer. „Wir sind das erste Mal in Ketzin. Die Preise steigen, je näher man in Richtung Ostsee kommt. Aber wer so ein großes Boot hat, der kann auch das bezahlen, denn ein Hotelzimmer ist viel teurer.“ Was er bemängelt, ist die fehlende zweite Toilette und ein Siegel in der Dusche, „damit man sich rasieren kann.“ Seine Frau Yvonne würde sich wünschen, dass am Steg W-Lan nutzbar ist. „Daran arbeiten wir in der Stadtverwaltung gerade“, sagt Franziska Leibnitz von der Stadtverwaltung ohne aber einen Termin nennen zu können.

Derweil kassiert Hafenmeister Volkmar Pietsch gerade die Liegegebühren vom nächsten Bootsbesitzer ab, dem Sonntagabend angelegt hat. „Mir gegenüber haben sich die Beschwerden über die höheren Entgelte im Rahmen gehalten“, so Pietsch, der seit April im Wechsel mit drei Kolleginnen den Steg mit 36 Liegeplätzen betreut. In dem Gästebuch, das im Informationspunkt an der Promenade ausliegt, sieht es anders aus: Binnen weniger Tage Ende Mai hatten sich gleich sechs Wasserwanderer eingetragen, denen die 1,80 Euro pro Meter Bootslänge viel zu teuer sind. Von Abzocke ist da sogar die Rede.

„10 bis 20 Prozent der Bootstouristen“, so schätzt Volkmar Pietsch, „bringen Beschwerden an , einer von zehn legt gleich wieder ab.“ Gefühlt hätte sich die Anzahl der zahlenden Wasserwanderer seit Saisonbeginn im Vergleich zum Vorjahr stark verringert, so Franziska Leibnitz. Durch die höheren Liegegebühren würde die Einnahmen sich aber etwa die Waage halten. „Genaue Zahlen werden wir Ende des Monats vorlegen“, sagt Leibnitz. Damit werde man dann in die Fachausschüsse gehen, um den Stadtverordneten eine Grundlage zu geben, möglicherweise die Entgelterhöhung zurück zu nehmen.

Von Jens Wegener

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