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Bootstouristen trotzen dem Trend

Rathenow Bootstouristen trotzen dem Trend

Das unbeständige Sommerwetter hat die Besucherzahl im Rathenower Optikpark um rund 10 000 auf 70 000 reduziert. Auch auf den Bismarckturm stiegen 1 000 Leute weniger als im Vorjahr. Aber in einem Bereich wurde der Trend gebrochen: Am Anleger des Optikparks wurden so viele Bootstouristen registriert wie noch nie.

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In diesem Sommer waren in Rathenow viele Bootstouristen unterwegs. Davon hat auch der Optikpark profitiert..

Quelle: Kniebeler, Markus

Rathenow. Im Rathenower Optikpark ist nach dem großen Saisonfinale am Dienstag Ruhe eingekehrt. Zeit, für die Geschäftsführung, eine erste Bilanz zu ziehen. Und die fällt durchwachsen aus. So durchwachsen wie der vergangene Sommer, der nach Auskunft von Optikparkgeschäftsführer Joachim Muus vor allem die Spontanbesucher davon abgehalten hat, sich auf dem Gelände am Schwedendamm umzutun. Knapp 65 000 Besucher wurden in den 170 Tagen zwischen der Eröffnung am 17. April und dem Abschluss am 3. Oktober gezählt. Addiert man die erwarteten Besucher der Mühlenweihnacht dazu, landet man bei rund 70 000 Besuchern. Das sind rund 10 000 weniger als in einer normalen Saison.

Der Negativtrend ist in fast allen Bereichen spürbar. So sank auch die Zahl der Bismarckturmbesucher im Vergleich zum Vorjahr um rund 1100 auf 4000. Und das üppige Freizeitangebot des Grünen Klassenzimmers nahmen zwar 4100 Kinder und Jugendliche wahr. Aber das waren immerhin rund 550 weniger als im vergangenen Jahr.

Während es naturgemäß schwierig ist, zu belegen, dass das unbeständige Wetter die Menschen vom Besuch abgehalten hat (wer nicht kommt, den kann man nicht fragen), kann man diesen Kausalzusammenhang beim Grünen Klassenzimmer durchaus herstellen. Viele Gruppen, die sich für Veranstaltungen angemeldet hatten, hätten diese mit Hinweis auf das Regenwetter kurzfristig wieder abgesagt, berichtet Muus. Natürlich habe dies vor allem jene Angebote betroffen, die unter freiem Himmel stattfinden.

Schaut man sich die Saisonbilanz des Optikparks genauer an, dann sticht eine Zahl ins Auge, die nicht zum allgemeinen Trend passen will. Am Wasserwanderstützpunkt des Parks legten in diesem Jahr so viele Boote an, wie nie zuvor. 480 zahlende Anleger wurden gezählt – das sind sogar 30 mehr als im Rekordjahr 2015, als die Bundesgartenschau für zusätzlichen Auftrieb sorgte.

„Wir verzeichnen seit Jahren ein gesteigertes Interesse der Bootstouristen“, sagt Muus. Befragungen hätten ergeben, dass der Anleger am Speicher der Mühle aus verschiedenen Gründen für Bootstouristen attraktiv sei. Vor allem die Möglichkeit, die Duschen und Sanitäranlagen im Obergeschoss der Mühle zu nutzen, werde von Bootstouristen geschätzt. Aber auch die Tatsache, dass in der Liegegebühr ein Besuch des Optikparks enthalten sei, mache ein Anlegen am Schwedendamm attraktiv.

Diesen Trend bestätigt Katja Brunow vom Tourismusverband Havelland. „Der Wassertourismus nimmt stetig zu“, sagt sie. „Vor allem boomen das Hausbootfahren und das Wasserwandern in Form von Kanufahren.“ Die Hausboote und Hausflöße seien bei fast allen Anbietern des Havellandes schon im letzten Winter für die Saison 2017 ausgebucht gewesen. Zu Stornierungen wegen des Wetters sei es nur in Einzelfällen gekommen.

Eine Erweiterung der Steganlage vor dem Speicher des Optikparks ist nach Auskunft des Optikparkchefs aber kein Thema. Man habe den Steg erst zur Buga verlängert, so Muus. Und wenn der Andrang sehr groß sei, reagierten die Bootsführer flexibel. Dann sehe man auch schon mal fünf Hausboote, die quer statt längs festmachen, um die Zahl der Anlegeplätze zu vergrößern.

Trotz dieser erfreulichen Entwicklung bleibt die Saisonbilanz bescheiden. Allerdings wird der Besucherrückgang – anders als bei der Bundesgartenschau – den städtischen Hauhalt nicht belasten. „Wir bekommen den vereinbarten Jahreszuschuss von der Stadt in Höhe von 450 000 Euro“, sagt Muus. „Und keinen Cent mehr.“ Die Mindereinnahmen durch den Ticket-Verkauf müsse der Optikpark selber ausgleichen. „Das ist unser Problem“, so Muus. „Aber das wissen wir ja.“

Zwei Möglichkeiten gibt es, mit den Mindereinnahmen umzugehen. Entweder man reduziert die Ausgaben, indem man Leistungen - etwa beim Programm – kürzt. Oder man bemüht sich um einen Ausgleich durch Spenden und Sponsoren. „Wir haben uns für diese Option entschieden“, so Muus. Und weil der Optikpark als Marke ein durchweg positives Image habe, gebe es glücklicherweise etliche Firmen und Institutionen, die sich zu einer aktiven Förderung bereit erklären. „Da sind viele Sponsoren dabei, die uns seit Jahren die Treue halten“, so Muus. Es gelinge aber auch immer wieder, neue Förderer zu gewinnen.

Von Markus Kniebeler

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