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Havelland Borkenkäfer macht sich über die Fichten her
Lokales Havelland Borkenkäfer macht sich über die Fichten her
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03:15 22.02.2018
Nauens Stadtförster Thomas Meyer beklagt den Verlust von rund fünf Hektar Fichtenbestand. Im Hintergrund ist eine der Flächen, die abgeholzt werden mussten. Quelle: Andreas Kaatz
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Nauen

Braune Nadeln und abblätternde Rinde, die teils rund um die Stämme verteilt liegt. Zwar hat der Nauener Stadtwald im Vergleich zum Bayerischen Wald nur einen Bruchteil an Fichtenbeständen, aber seit September das gleiche Problem: Der Borkenkäfer macht sich verstärkt über diese Baumart her. „Und wenn er erst einmal im Baum ist, dann haben wir verloren, dann ist die Fichte tot“, weiß Stadtförster Thomas Meyer aus Erfahrung. So musste er schon 600 Festmeter Fichte zwangsfällen lassen.

Auf rund 50 Hektar, die über den ganzen Stadtwald verteilt sind, wächst die für Brandenburg nicht eben typische Baumart. Die Ursache für das verheerende Wirken des Buchdruckers – benannt nach dem speziellen Muster, das er auf der Innenseite der Borke hinterlässt – sieht Meyer im trockenen und heißen August vorigen Jahres. „Eine vitale Fichte kann den Borkenkäfer mit Harzproduktion abwehren. Aber wenn sie zu wenig Wasser hat, dann produziert sie zu wenig Harz“, erklärt der Förster. Der Borkenkäfer gehöre zwar mit zum Ökosystem, aber neige zu Massenvermehrung. Dreimal statt zweimal haben die Käfer Eier gelegt.

Jede zweite der zwanzig Fichtenflächen im Stadtwald ist mittlerweile betroffen. Wenigstens kann Meyer das gefällte Holz noch verkaufen – allerdings nicht zum freigewählten Zeitpunkt, wenn die Preise am höchsten sind. Und: „Die Bäume sind bei weitem nicht so alt, dass ich sie sonst schon ernten würde“, sagt er. 30 Jahre hätten sie ruhig noch stehen können. Nicht zuletzt sind auf diese Weise von den pro Jahr geplanten 4000 Festmeter Holzeinschlag somit schon 600 weg, sagt Meyer, ohne aber den Schaden genau beziffern zu können. Damit er nicht weiter zunimmt, will der Förster nun im Frühjahr Fallen für den Käfer aufstellen. Er kennt das Käferproblem auch aus der Prignitz und aus dem Friesacker Raum.

Eines steht auch fest: Die freigewordenen Flächen werden wieder aufgeforstet, auf keinen Fall aber mit Fichten. Für diese Bauart ist der Stadtwald nicht der richtige Standort, teils zu feucht. „Wir setzen dort Bäume hin, die vom Boden her passen und nicht so anfällig gegenüber Schädlingen sind“, sagt Meyer und hat dazu Buche, Roteiche und Douglasie im Blick.

Wie Ulrike Repkow, Leiterin der Oberförsterei Brieselang sagt, spiele die Fichte bei der Baumartenverteilung in Brandenburg eine untergeordnete Rolle. Und sie vermutet, dass man in einem mittelfristigen Zeitraum hierzulande überhaupt keine Fichten mehr finden wird. Die gehörten doch eher ins Gebirge – sowohl vom Boden, als auch vom Klima her. Dort gebe es auch nicht so lange Trockenperioden.

Der Borkenkäfer indes sei immer da, sagt Ulrike Repkow. Aber dass er im Landeswald derzeit ein großes Problem darstellt, sei ihr nicht bekannt. „Das hält sich in Grenzen.“ Die Revierförster haben immer ein Auge auf die Schädlingsentwicklung in ihrem Bereich. Auffälligkeiten würden dem Landeskompetenzzentrum Forst in Eberswalde gemeldet.

Von Andreas Kaatz

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