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Havelland BraLa-Macher ziehen positives Fazit
Lokales Havelland BraLa-Macher ziehen positives Fazit
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16:00 21.05.2015
Vor allem für Kinder hatte die Brala einiges zu bieten, zu sehen und zu streicheln. Quelle: MAZ
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Paaren im Glien

Die 25. Brandenburgische Landwirtschaftsausstellung (BraLa) zog an den vier Tagen wieder Fachleute, aber auch viele Familien in ihren Bann. Sie schlenderten über das Gelände des MAFZ-Erlebnisparks, verfolgten die Traktorenschau „Gestern und Heute” im Großen Ring, ließen sich kulinarisch verwöhnen oder beobachteten das Schaumelken und das Schauscheren der Schafe. 103 Fleischrinder und 51 Jungrinder waren zu sehen, darunter auch vom Aussterben bedrohte Tiere, wie das Deutsche Schwarzbunte Niederungsrind. „Diese Rasse ist durch den weltweiten Austausch von Genetik nicht mehr konkurrenzfähig. Wir haben aber den Wunsch, es als Kulturgut zu erhalten”, sagte Cornelia Buchholz, Geschäftsführerin der Rinderproduktion Berlin-Brandenburg.

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Am Donnerstag ist in Paaren-Glien (Havelland) die Brandenburgische Landwirtschaftsausstellung, kurz BraLa, eröffnet worden. Ministerpräsident Dietmar Woidke hielt die Eröffnungsrede. Bereits am ersten Tag strömten viele Besucher auf das Ausstellungsgelände.

Veranstalter zieht positives Fazit

Mit knapp 40.000 Besuchern war die BraLa aus Sicht der Veranstalter auch im 25. Jahr erfolgreich. Sie bleibe die bedeutendste Messe ihrer Art in Ostdeutschland, sagte der Geschäftsführer des MAFZ-Erlebnisparks Paaren/Glien, Gerd Lehmann. „Das Besucherinteresse ist so groß wie nie“, meinte er. Etwa 2000 Gäste mehr als im Vorjahr seien auf das Gelände gekommen, wo sich knapp 300 Aussteller und etwa 500 Tierzüchter präsentierten. Bereits am Eröffnungstag seien es fast 15.000 Menschen gewesen.

In diesem Jahr war auch die umstrittene Haltung von Nutztieren Thema. Aus Sicht der Grünen wurden dabei Chancen vertan. Die Diskussion darüber, wie gesunde und sichere Lebensmittel aus der Region ohne Pestizide oder eine quälende Zucht möglich seien, müsse auch auf der Messe geführt werden, hieß es.

Viele informative Stände

Aber nicht nur die BraLa hat Jubiläum. Am Stand des Landesbetriebes Forst Brandenburg wurden 20 Jahre Waldpädagogik gefeiert. „Das ist eine Aufgabe, die uns richtig Spaß macht: Kinder an Natur und das Walderlebnis heranführen, damit sie ein Gefühl dafür entwickeln”, sagte Jan Engel vom Landesbetrieb Forst. Die Umweltbildung erfolgt in Form von Waldführungen, Waldjugendspielen oder Projekttagen. Am Stand des Landesbetriebes konnten die Kleinen Holzsorten erraten, die Holzdichte ausrechnen, Jahresringe zählen oder ein Wald-Bild malen. Auch war es möglich, schädliche Insekten wie den Kiefernspanner oder den Kiefernschwärmer in einem kleinen Glas zu betrachten. „Im Wald haben wir Überwachungsnetze und Probepunkte, die wir auf Schädlinge testen”, erklärte Jan Engel den Kindern.

Hobbyimker Bernd Walther aus Hennigsdorf, der einen kleinen Stand in der Brandenburghalle hatte, verlor von Oktober bis April acht seiner Völker durch die Milbe, einen gefährlichen Schädling. Aber er weiß sich zu helfen: Verdampfte Ameisensäure, die nicht schädlich für die Bienen ist, soll sie vertreiben. Walther, der 20 Völker mit einer Million Bienen sein Eigen nennt, beschäftigt sich schon über 40 Jahre mit der Imkerei, auch sein Vater und Großvater hatten Bienen. Er erklärte den Besuchern, was es bedeutet, heutzutage Imker zu sein.

Diskussionen über Nachhaltigkeit bestimmten die BraLa

Nachhaltigkeit war ein wichtiges Thema auf der BraLa. Bei einer Podiumsdiskussion konnten sich die Besucher über Pflanzenschutz im Obst- und Gartenbau informieren. „Der Begriff Pflanzenschutz ist bei den meisten Menschen im Kopf negativ behaftet”, sagte Ulrike Holz vom Landesamt für ländliche Entwicklung. Es bedeute aber in der Praxis, dass im Vorfeld erst einmal alle alternativen Maßnahmen geprüft werden, bevor es zum Einsatz der chemischen Mittel komme. In den letzten Jahren wurden viele Systeme entwickelt und Beratungen angeboten, um so wenig wie möglich chemische Stoffe einzusetzen und deren Verwendung zu senken. Ulrike Holz betonte: Wenn Pflanzenschutzmittel verwendet werden, dann sind diese auf Nebenwirkungen getestet, können auch von Laien angewendet werden und dabei nicht viele Schäden anrichten.

Den Gärtnern bereiten aber auch Nacktschnecken und Ameisen noch immer Probleme. Andreas Laube vom Landesverband Brandenburg der Gartenfreunde lehnt jedoch generell „die chemische Keule ab”. Anke Wollanik vom Obstgut Franz Müller betonte, dass der Obstanbau inzwischen nachhaltiger betrachtet werde und in den letzten Jahren ein Umdenken stattfand.

Interview

Marina Maaß vom Kreisbauernverband Prignitz ist Regionalbeauftragte von „Land aktiv”, der Initiative für Leben im ländlichen Raum.

MAZ: Was genau wollen Sie mit „Land aktiv” erreichen?

Marina Maaß: Wir möchten auf die 14 grünen Berufe aufmerksam machen, unter anderem auf die Ausbildungen zum Landwirt, Tierwirt, Gärtner, Winzer, Milchtechnologen, Brenner oder Forstwirt. Uns ist es ein Anliegen, schon in der Schule das Thema Landwirtschaft bekannter zu machen. Wir brauchen Nachwuchs mit Bezug zur Region.

Wie und wo erreichen Sie die Kinder?

Maaß: Wir gehen etwa in Grundschulen und erklären dort den Weg vom Korn zum Brot, machen aber auch viele Exkursionen. In ganz Brandenburg arbeiten wir mit Schulen und Agrarbetrieben zusammen. Ich wünsche mir mehr Akzeptanz für grüne Berufe. Vor allem möchte ich, dass auch Eltern Einblicke in diese Berufsfelder bekommen.

Wo haben Sie die größten Probleme, Nachwuchs zu finden?

Maaß: In vielen Berufen gibt es freie Lehrstellen. Generell aber haben wir bei Tierwirten große Probleme. Rund um Berlin ist aber der Pferdewirt gut nachgefragt, gerade von Mädchen.

Von Melanie Höhn

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