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Auf historischem Areal entstehen 9 Eigenheime

Rathenow Auf historischem Areal entstehen 9 Eigenheime

Noch wuchert Unkraut auf dem rund 8000 Quadratmeter großen Areal zwischen der Großen Burgstraße und der Baderstraße in Rathenow (Havelland). Aber nicht mehr lange. Fast alle Baugrundstücke sind verkauft. In den kommenden Jahren werden hier neun Eigenheime entstehen.

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Rund 8000 Quadratmeter groß ist die Brache, die in naher Zukunft bebaut wird.

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow. Noch deutet auf dem freien Altstadt-Grundstück, das von der Großen Burgstraße und der Baderstraße umgrenzt wird, nichts darauf hin, dass hier bald schmucke Eigenheime stehen werden. Die rund 8000 Quadratmeter große Fläche, die 2006 als Laga-Parkplatz und neun Jahre später als Buga-Parkplatz diente, ist von hüfthohem Unkraut überwuchert.

Doch das wird bald verschwinden. Nach Auskunft von Jens Hubald, Leiter des Sachgebiets Stadtentwicklung im Rathenower Rathaus, hat die Stadt, der die Fläche gehört, nahezu alle Baugrundstücke verkauft. Auf den Parzellen, die zwischen 500 und 600 Quadratmeter groß sind, sollen schon bald Eigenheime entstehen. Und weil sich die Käufer vertraglich verpflichtet haben, innerhalb von zwei Jahren mit dem Bau zu beginnen, dürfte im Jahr 2020 kaum ein Quadratmeter mehr brach liegen. Lediglich für zwei kleinere Grundstücke in der Baderstraße hat sich noch kein Käufer gefunden.

Auf dem komplett erschlossenen Gelände ist Platz für neun Eigenheime. Sollten sich die Grundstückskäufer nicht an die Bauverpflichtung halten und innerhalb der kommenden zwei Jahre nicht aktiv werden, hat die Stadt das Recht, den Kaufvertrag rückgängig zu machen.

Neben der Bauverpflichtung haben die Käufer noch einige andere Dinge zu beachten. Nach Auskunft Hubalds soll bei der Errichtung der Häuser auf historische Strukturen und Grundrisse Rücksicht genommen werden. Denn bei der Fläche handelt es sich um geschichtsträchtigen Grund und Boden. Bereits im Mittelalter siedelten Havelfischer und Kleinhandwerker auf dem Areal. Die kleine Verbindungsstraße zwischen Burg- und Baderstraße erhielt vor kurzem den Namen Gerberstraße – in Erinnerung an eine Gerberei, die in früheren Zeiten auf dem Gelände beheimatet war.

Sachgebietsleiter Jens Hubald (re) beim Beginn der Vermarktung des Areals Burg-/Baderstraße im vergangenen Jahr

Sachgebietsleiter Jens Hubald (re.) beim Beginn der Vermarktung des Areals Burg-/Baderstraße im vergangenen Jahr.

Quelle: Joachim Wilisch

Noch bis in die 80er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts standen auf der Fläche kleine, heruntergekommenen Häuschen mit schmalen Gärten auf der Rückseite, die aus der früheren Bebauung hervorgegangen waren. Vor der Wende kam es zum Abriss der größtenteils maroden Gebäude.

Die kleinteilige Struktur des einstigen Quartiers soll sich auch in der künftigen Bebauung widerspiegeln. Ein mehrgeschossiger Block etwa würde nach Auskunft Hubalds nicht in das Stadtbild passen. Stattdessen sollen Einfamilienhäuser entstehen, die bestimmte Maße nicht überschreiten: Maximal zwei Vollgeschosse plus Dach sind zulässig, die Grundfläche ist auf zehn mal zehn Meter begrenzt. Auch die Dachneigung ist vorgegeben, Bungalows sind nicht erlaubt. „Ziel ist es, ein einheitliches Stadtbild entstehen zu lassen“, sagt Hubald. Aus diesem Grund wird es keine Vorgärten geben. Die Häuserfronten werden einheitlich an einer Baulinie ausgerichtet. Es handelt sich eben nicht um eine Gartensiedlung, sondern um eine Bebauung mit (alt)städtischem Charakter.

Unterkellert sein dürfen die entstehenden Eigenheime übrigens auch nicht. Eben weil sie auf historischem Grund stehen werden, sollen die Eingriffe in selbigen aus Gründen des Denkmalschutzes auf ein Minimum beschränkt werden. Deshalb werden die Häuser auf Bodenplatten stehen, die aus Stabilitätsgründen auf Pfählen ruhen, die ins Erdreich gesetzt werden. So viel Eingriff ist dann doch gestattet.

Niemanden, der ein Grundstück im Areal Große Burgstraße/Baderstraße erworben hat, dürften diese Einschränkungen überraschen. „Wir hatten mit jedem Käufer Kontakt und haben ihn auf die Besonderheiten hingewiesen“, so Hubald. Jeder wisse also, was erlaubt sei und was nicht. Möglichkeiten zur individuellen Gestaltung gebe trotz des gesteckten Rahmens genug. „Dort werden keine Einheitshäuser von der Stange entstehen“, so der Sachgebietsleiter. Die standen dort früher nicht und sollen auch künftig nicht dort stehen.

Erschließung vor zehn Jahren

Das Grundstück zwischen der Großen Burgstraße und der Baderstraße ist rund 8000 Quadratmeter groß und gehörte der Stadt.

Mittlerweile sind große Teile des in 500 bis 600 Quadratmeter große Parzellen unterteilten Geländes an Bauwillige verkauft.

Die Erschließung des Geländes liegt zehn Jahre zurück. Im November 2008 wurde die sanierte Baderstraße übergeben. Für rund 750 000 Euro hatte die Stadt den unbefestigten Weg ausgebaut.

Im Zuge der Sanierung wurden neue Trink-, Schmutz- und Regenwasserrohre sowie Telefon-, Gas- und Elektroleitungen verlegt.

Von Markus Kniebeler

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