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Brand in geplanter Polizeiwache in Falkensee

Polizei nimmt 18-Jährigen fest Brand in geplanter Polizeiwache in Falkensee

Im Rohbau der neuen Polizeiinspektion Havelland in der Finkenkruger Straße in Falkensee kam es in der Nacht zum Sonntag zu einem Brand. Entdeckt hatte das Feuer ein Autofahrer, der gerade Hindernisse von der Straße räumte. Mittlerweile hat die Polizei einen Tatverdächtigen ermittelt – zumindest deuten diverse Spuren daraufhin.

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Verkohltes Dämmmaterial und Dachpappe liegen vor dem Rohbau der Polizeiinspektion. Ein Stützpfeiler innen wurde beschädigt, so dass die Statik überprüft werden muss.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Falkensee. In der neuen Polizeiinspektion Havelland in der Finkenkruger Straße in Falkensee hat es in der Nacht zum Sonntag gebrannt. In dem Rohbau standen gegen 2 Uhr Dämmmaterial und Dachpappe in Flammen. 35 Feuerwehrleute aus Falkensee und Dallgow-Döberitz, die mit insgesamt sieben Fahrzeugen vor Ort waren, löschten das Feuer. Es entstand Sachschaden, auch ein Stützpfeiler wurde beschädigt. Verletzt wurde niemand. Noch am Sonntag wurde ein Tatverdächtiger ermittelt.

Ein Zeuge hatte in der Nacht über den Notruf der Polizei gemeldet, dass vor dem Rohbau Bauzäune auf der Straße stehen sollen und eine Gefahr für den Verkehr darstellen würden, so die Polizei. „Ich musste eine Vollbremsung machen, sonst wäre ich mit dem Auto in den Zaun geknallt“, sagte der Zeuge Tom Luszeit (42) gegenüber der MAZ. Jemand hatte Zaunteile von der Baustelle auf beide Fahrspuren gestellt, um Unfälle zu provozieren. Als Tom Luszeit die Teile von der Straße räumte, roch er den Qualm: „Es stank so komisch, und es waren Knallgeräusche von der Baustelle zu hören.“

Die inzwischen eingetroffenen Polizisten stellten fest, dass im Inneren des Rohbaus Baumaterialien brannten, etwa vier Kubikmeter Dachpappe und Fassadendämmung im Erdgeschoss des zweigeschossigen Gebäudes.

Spezialisten am Tatort

Am Sonntagmorgen untersuchten Spezialisten von der Tatortermittlungsgruppe zwei Stunden das Gebäude. Nach Auswertung der bisherigen Erkenntnisse ist von einer vorsätzlichen Brandstiftung auszugehen, so die Polizei. Inzwischen wurde auch ein Tatverdächtiger aus Falkensee ermittelt. Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat die vorläufige Festnahme des 18-Jährigen bestätigt und für Montag die Beantragung eines Haftbefehls angekündigt.

Auf die Spur des vermeidlichen Täters waren die Beamten nach einem Bürgerhinweis gekommen. Gegen vier Uhr erreichte die Polizei der Anruf einer Anwohnerin, die in der Habichtstraße drei Personen beobachtete, die die Scheibe eines dortigen Jugendklubs einwarfen. Später stellte sich heraus, dass die drei jungen Leute auch dort eingedrungen waren.

Die eintreffenden Polizeibeamten konnten in der Nähe des Jugendklubs mehrere flüchtende Personen sehen. Es gelang ihnen, einen 18-Jährigen aus Falkensee zu ergreifen. Aufgrund von Spuren, die auf einen Aufenthalt am Brandort der Polizeiinspektion schließen ließen, wurde der Mann vorläufig festgenommen. Er gilt als „Beschuldigter zum Verdacht der Brandstiftung an dem Rohbau“, so die Staatsanwaltschaft. Bei einer Vernehmung bestritt er, an der Brandstiftung beteiligt gewesen zu sein, räumte aber das widerrechtliche Eindringen in den Jugendklub ein. Zum Zeitpunkt des Aufgreifens stand der 18-Jährige unter dem Einfluss von Drogen. Eine Blutprobe wurde ihm deshalb abgenommen. Die Durchsuchung der Wohnung des Falkenseers am Sonntagnachmittag brachte bisher keine weiteren Erkenntnisse.

Statik wird geprüft

Für den gut zehn Millionen Euro teuren Gebäudekomplex wurde Ende Mai der Grundstein gelegt. Inzwischen steht der Rohbau. Im Oktober 2017 sollen hier Kriminalbeamte, Revierpolizisten, Wach- und Wechseldienste, Streifenbeamte und Hundeführer einen Arbeitsplatz haben. Zuletzt hatte sich Brandenburgs Finanzminister Christian Görke (Linke) im Oktober die Baustelle angesehen und erfahren, dass man gegenüber dem Zeitplan zwei Wochen Vorsprung habe. Ob sich daran nach dem Brand etwas ändert, konnte am Sonntag niemand sagen. Statiker werden in den nächsten Tagen feststellen, wie stark der Pfeiler und die Decke in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Am Sonntagvormittag sorgte eine Streifenwagenbesatzung dafür, dass niemand unbefugt die Baustelle betreten konnte. Rentner Wolfgang Weckmüller, der in der angrenzenden Coburger Straße wohnt, hatte gegen 0.15 Uhr festgestellt, dass Außenlampen von einigen Wohnungseingängen der Blöcke abgerissen waren. Seine Bekannte, so sagte er gegenüber der MAZ, habe gegen 3.30 Uhr aus dem Fenster in Richtung Polizeiwache geguckt und dort zwei Jugendliche stehen sehen.

Die Polizei bittet um weitere Hinweise und Beobachtungen, die in Zusammenhang mit dem Brand, weiteren Sachbeschädigungen oder anderen, in der Nacht begangenen Straftaten stehen könnten. Hinweise bitte an die Polizeiinspektion Havelland unter (03321) 40 00.

Von Jens Wegener

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