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Havelland Brandanschlag auf künftiges Asylheim
Lokales Havelland Brandanschlag auf künftiges Asylheim
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21:36 19.09.2013
Das ehemalige Schulgebäude in Premnitz. Quelle: Bernd Geske
Premnitz

Auf die leer stehende ehemalige Förderschule in Premnitz (Havelland) ist in der Nacht zu Mittwoch ein Brandanschlag verübt worden. Weil das Gebäude zu einer Unterkunft für Asylbewerber umgebaut werden soll, hat der Staatsschutz die Ermittlungen aufgenommen. Die Täter hatten mehrere Mülltonnen, die in der Nähe zur Abfuhr bereit gestellt worden waren, vor die Eingangstür des Gebäudes gestellt und kurz nach ein Uhr in der Nacht eine Tonne angezündet. Die Freiwillige Feuerwehr Premnitz konnte größeren Schaden verhindern. Die Eingangstür wurde aber stark beschädigt.

Das Haus wird ab sofort von der Polizei geschützt. Ein fremdenfeindlicher Hintergrund für die Tat werde nicht ausgeschlossen, sagte Innenminister Ralf Holzschuher (SPD) am Donnerstag. Es liefen umfangreiche Ermittlungen von Staatsschutz, Polizei und Landeskriminalamt. Hinweise zu Tatverdächtigen gebe es bislang nicht. Die Region gelte als Brennpunkt rechtsextremistischer Bestrebungen, sagte der Minister. Der rechtsextremistischen Szene werden 60 Personen zugerechnet, 16 davon gelten als gewaltbereit.

Am Montag vergangener Woche hatte der Kreistag entschieden, dass das Gebäude zur einer Unterkunft für 90 Asylbewerber umgebaut werden soll. Der Landkreis Havelland sah sich dazu veranlasst, weil das Land die Aufnahmeverpflichtung des Havellandes von ursprünglich 152 Asylbewerbern im Jahr 2013 auf nunmehr 217 erhöht hat. Das vorhandene Asylbewerberheim in Rathenow ist mit 165 Personen voll belegt.

Die Wahl für ein neues Heim fiel auf die ehemalige Schule in Premnitz, weil sie sich im Eigentum des Landkreises befindet und deshalb kostengünstig und auch verhältnismäßig schnell zur Asylbewerberunterkunft hergerichtet werden kann. Bereits im zweiten Quartal 2014 sollen die ersten Asylbewerber hier einziehen.

Der Premnitzer Bürgermeister Roy Wallenta hatte das Auswahlverfahren des Kreises als zu schnell und unflexibel kritisiert. Hinweise der Stadt seien nicht beachtet worden.

Von Bernd Geske

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