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Brennpunkt Märkischer Platz

Rathenow (Havelland) Brennpunkt Märkischer Platz

In den vergangenen Monaten kam es rund um den Märkischen Platz verstärkt zu Vorfällen mit Jugendlichen – Konflikte, Vandalismus, Drogenkonsum. Vertreter der Stadt, der Polizei, aus Schulen und dem Kulturzentrum diskutierten am Mittwoch über die Problemlage im Rathenower Stadtzentrum. Mit verschiedenen Angeboten wollen sie die Lage entspannen.

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Der Märkische Platz im Rathenower Stadtzentrum ist ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche.

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow. Der Märkische Platz und das Kulturzentrum sind seit Langem ein beliebter Treffpunkt für Jugendgruppen. Weil es aber in den vergangenen Monaten verstärkt Probleme gab – Vandalismus, Handgreiflichkeiten, Gewalt, Drogenmissbrauch – fand am Mittwoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit eine Stadtteilkonferenz statt.

Mit dabei waren Jugendbetreuer, Vertreter des Kulturzentrums, des City Center, des Kinder- und Jugendparlaments, der Schulen, des Ordnungsamtes und der Polizei. Ziel des Treffens war zum einen, die Situation objektiv zu beschreiben und zum anderen gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Dabei wurde deutlich, dass es unterschiedliche Problemfelder gibt. „Zum einen halten sich vor allem am Hintereingang des Kulturzentrum viele Jüngere auf, zum Teil sind sie gerade mal zwischen acht und zehn Jahren. Einige hinterlassen Müll, hören laute Musik oder stehen sogar unter Drogen“, berichtet Bettina Götze, Geschäftsführerin des Hauses.

Langfristig soll die Belebung des Rideplatzes Abhilfe schaffen

Direkt auf dem Märkischen Platz halten sich eher Jugendliche und junge Erwachsene auf, darunter auch junge Flüchtlinge. In der vergangenen Wochen kam es hier immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Gruppen, es gab Sachbeschädigungen, einige Beobachter berichten von Drogenhandel sowie Alkohol- und Drogenkonsum.

Wenngleich die zweistündige Sitzung nicht dazu führte, dass für alle Probleme Lösungen gefunden wurden, die Gespräche waren laut Bettina Götze sehr konstruktiv. „Es wurde von allen Teilnehmern erkannt, dass etwas passieren muss“, so Götze. Zugleich wies Rathenows Jugendkoordinator Tilo Windt daraufhin, dass strukturelle Lösungen etwas länger dauern.

Die Belebung des Rideplatzes als dauerhaftes alternatives Angebot für junge Menschen stecke derzeit in bauordnungsrechtlichen Prozessen. Eine zusätzliche Streetworkerstelle ist seitens der Stadt Rathenow geplant, allerdings ist die Finanzierung noch nicht abschließend geklärt. „Kurzfristig müssen also kleine Lösungen her“, betont Tilo Windt. Vorschläge und Ideen für diese „kleinen Lösungen“ hatten die Teilnehmer der Konferenz am Mittwoch parat.

Ein weiteres Treffen ist im November geplant

Zum einen erklärten sich die Mitarbeiter des Jugendhauses „Oase“ bereit, noch mehr Angebote für Jugendliche im Außenbereich zu schaffen. Streetworkerin Kathrin Wittek will sich verstärkt den Jugendgruppen auf dem Märkischen Platz widmen. Auch der neu gegründete Islamische Verein soll einbezogen werden, um das Gespräch mit den ausländischen Jugendlichen zu suchen.

Wichtig sei auch eine verstärkte Präsenz der Polizei und der Mitarbeiter des Ordnungsamts, meint Bettina Götze. Ihr sei bewusst, dass diese Aufgabe angesichts der geringen Personalstärke schwer umzusetzen ist. „Inzwischen sind alle Polizisten angehalten, wenn sie Streife fahren, durch das Stadtzentrum zu fahren. Seither ist zu spüren, dass zumindest die Präsenz der Streifenwagen deutlich höher ist“, meint Bettina Götze. Die Wiedereinführung des Zweischichtsystems für den Außendienst des Ordnungsamtes wird allerdings nicht möglich sein, da das Personal vor zwei Jahren um die Hälfte reduziert wurde.

Zudem hat das City Center angeboten, einen Infokasten aufzustellen, der über Freizeitmöglichkeit informiert, denn Langeweile ist eine der Ursachen für die Ärgernisse. Um in den Lösungsprozess auch Jugendliche einzubeziehen, wurde der Vorschlag aufgenommen, eine Jugendkonferenz zu organisieren. Trotz aller Probleme: „Junge Menschen sind auf dem Märkischen Platz willkommen. Es ist ihre Stadt und auch ihr Platz. Sie haben ein Recht da zu sein und Jugendliche insgesamt sollen nicht in ,Generationenhaft’ für einzelne Altersgenossen genommen werden, die sich unangemessen benehmen“, betont Tilo Windt. Für November ist eine weitere Gesprächsrunde geplant.

Von Christin Schmidt

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