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Brieselang: Diebe ziehen durchs Rathaus

Türen und Schränke geöffnet Brieselang: Diebe ziehen durchs Rathaus

Unbekannte sind in der Nacht zu Dienstag in das Rathaus von Brieselang (Havelland) eingebrochen. Das Rathaus ist deswegen am Dienstag geschlossen gewesen, weil Polizisten Spuren gesichert haben. Die Diebe zogen durch die Büros und hatten es vor allem auf eines abgesehen.

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Der Kriminaltechniker untersuchte auch Geldkassetten auf Spuren.

Quelle: Andreas Kaatz

Brieselang. „Wegen Einbruchs geschlossen.“ Das mussten Brieselanger am Dienstag den ganzen Tag über auf einem Zettel am Eingang des Rathauses lesen. So wie Karl Friedrich. „Ich wollte zum Bauamt und dort eine Frage klären“, sagt der Brieselanger, der sich von dem Schreiben überrascht zeigte. Denn eigentlich wäre von 14 bis 18 Uhr im Fachbereich Sprechstunde gewesen. An dem Tag nicht. Auch ein anderer Einwohner sowie eine Frau, die fast zeitgleich am Eingang eintrafen, ruckelten umsonst an der Tür. Beide hatten unabhängig voneinander eine Mahnung erhalten, wollten sich darüber beklagen.

Türen und Schränke standen offen

Der Grund für die Schließung: In der Nacht zum Dienstag hatten Unbekannte sich Zutritt zum Gebäude verschafft. Zu Beginn ihres Diebeszuges hebelten sie die Flurtür auf, die auch zum Büro des Bürgermeisters führt. Ein Mitarbeiter, der bei Dienstantritt gegen 6.30 Uhr den Einbruch als Erster bemerkte, musste zudem feststellen, dass die Türen zu vielen Büros geöffnet waren. Die Türen der Schränke sowie Schubfächer standen offen. Bis in den Nachmittag hinein war ein Mitarbeiter der Kriminaltechnik damit beschäftigt, mit Rußpulver, Lupe und Tupfer Spuren zu sichern. Ursprünglich hieß es, dass nur das Bürgerbüro betroffen sei, dann aber stellte sich heraus: Es ist das komplette Rathaus.

Auch ein Spendenschwein wurde zerschlagen

Auch ein Spendenschwein wurde zerschlagen.

Quelle: MAZ

„Mehr als 90 Prozent der Mitarbeiter haben wir nach Hause geschickt. Wir wollen aber versuchen, dass wir am Mittwoch wieder die Arbeit aufnehmen können“, sagte Vize-Bürgermeister Thomas Lessing. Bürgersprechstunde ist mittwochs ohnehin nicht. Lessing ist froh, dass sich trotz der großen Einschränkungen der materielle Schaden in Grenzen hielt. Denn an den meisten Zimmertüren waren keine Schäden festzustellen. Offenbar hatten die Täter die Schlüssel dazu gefunden und damit die Räume der Gemeindeverwaltung auf mehreren Etagen geöffnet.

Täter hatten es vor allem auf das schnelle Geld abgesehen

Die Beute hält sich wohl ebenfalls in Grenzen. Die Diebe hatten es vor allem auf die Handkassen abgesehen und damit auf das schnelle Geld. Nahezu alle Geldkassetten brachen sie auf. Von einem Bargeldschaden „im unteren dreistelligen Bereich“ spricht Lessing. Technik wie Laptops oder Fotoapparate blieben hingegen liegen. Und was fast noch wichtiger ist: „Nach bisherigen Erkenntnissen erbeuteten die Einbrecher weder amtliche Siegel noch Blankodokumente“, sagte am Dienstag die Polizei. Ziel des Einbruches waren aber nicht nur das Standesamt und das Büro des Bürgermeisters. „Die Täter waren in sämtlichen Räumen drin, selbst im Serverraum“, sagt der stellvertretende Bürgermeister. Möglicherweise werden noch Verluste festgestellt, wenn die Mitarbeiter am Mittwoch wieder in ihre Büros können. Selbst vor Sparschweinen machten die Täter nicht halt. Das, mit dem einst Geld für die Skaterbahn gesammelt wurde, liegt in Scherben. Es war aber ohnehin leer. Das kleine, ebenfalls leere Sparschwein von Bürgermeister Wilhelm Garn blieb indes heil.

Einbruch ist nicht der erste Vorfall im Rathaus Brieselang

„Wir sind ja mittlerweile krisenerprobt“, sagt das Gemeindeoberhaupt scherzhaft. Denn für die Verwaltung ist es der zweite Einschnitt innerhalb kurzer Zeit. Anfang Oktober mussten die Mitarbeiter Hals über Kopf aus ihren Büros, nachdem die Gaststätte im selben Haus gebrannt hatte. Qualm zog durch jede Ritze und hinterließ eine gesundheitsschädliche Rußspur. Fortan mussten sie unter extrem beengten Verhältnissen im RE 80-Gebäude arbeiten. Erst zum Ende des Jahres konnten die Mitarbeiter wieder in ihre Büros zurückkehren.

Von Andreas Kaatz

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