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Brieselang: Ex-Mitarbeiter verklagen Amazon

Klage auf Weiterbeschäftigung vor dem Arbeitsgericht Brieselang: Ex-Mitarbeiter verklagen Amazon

4 ehemalige Mitarbeiter von Amazon in Brieselang (Havelland), die befristete Verträge hatten, wollen zurück in ihren Job und klagen auf Weiterbeschäftigung. Doch Amazon weigert sich. Verdi sieht darin einen gezielten Schachzug, um die Gewerkschaft auszubooten.

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Beim Gerichtstermin am Dienstag.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Brandenburg/Havel, Brieselang. Erst im Mai und Juni wird sich entscheiden, ob die Klagen von sechs Betriebsratsmitgliedern und Betriebs-Ersatzmitgliedern gegen den Versandhandelsriesen Amazon Erfolg haben. Ohne Einigung endete am Dienstag die zweite Güteverhandlung, die vier ehemalige Mitarbeiter vom Standort Brieselang betrifft, vor dem Brandenburger Arbeitsgericht. Bleibt es dabei, wird das Gericht im Sommer ein Urteil fällen.

Die ehemals befristet eingestellten Beschäftigten des Versandhandelszentrums in Brieselang klagen auf Entfristung ihrer Arbeitsverträge und Weiterbeschäftigung. Sie tragen rote T-Shirts mit der Aufschrift: "Wir wollen bleiben - Entfristung jetzt." Eine Abordnung der Gewerkschaft Verdi unterstützt vor und im Gericht die Betriebsräte, die zur Eröffnung des Standorts im Herbst 2013 befristet eingestellt worden waren. Ihr Vertrag lief zum Jahresende 2014 aus und wurde dann noch einmal für einen Monat verlängert.

Ohne die klagenden Arbeitnehmervertreter verliert die Gewerkschaft Verdi ihre bisherige Mehrheit im Betriebsrat. Es heißt, die verbliebenen Betriebsräte seien handzahm und arbeitgeberfreundlich. Verdi wertet die Nichtweiterbeschäftigung der befristeten Beschäftigten auch deshalb als "einen gezielten Angriff auf den Betriebsrat und die Gewerkschaft im Betrieb".

Nicht nur die Arbeitsverträge der sechs Betriebsräte endeten zum Jahresende oder nach einer zweiten Befristung zum 31. Januar 2015. Vielmehr haben Hunderte von Menschen in dieser Zeit ihren Arbeitsplatz am Amazon-Standort Brieselang mit einst 1500 Beschäftigten verloren. Die Angaben, wie viele betroffen sind, schwanken zwischen 800 und 900 befristet beschäftigten Menschen.

Gewiss ist, dass viele von ihnen aus dem Havelland kommen, etwa aus Rathenow und Nauen. Doch auch Pendler aus dem Großraum Berlin und auch aus der Stadt Brandenburg sind von der Jobrotation bei Amazon betroffen, dort wo Millionen von Waren umgeschlagen werden.

Nur 36 Arbeitsverhältnisse seien entfristet worden, schreibt Verdi. Zugleich beklagten Gewerkschafter am Dienstag in Brandenburg, dass der Versandhändler für das Ostergeschäft neu eingestellt habe - erneut befristet - und inzwischen sogar Leiharbeiter beschäftige. Die Amazon-Zentrale in München äußerte sich zu den Themen Befristung, Leiharbeit und Arbeitsgerichtsverfahren am Dienstag nicht.

Vor der Eröffnung 2013 hatte auch das Jobcenter Brandenburg für die Jobs bei Amazon geworben. Der Geschäftsführer war damals erbost, dass zwei Drittel der angeschriebenen Arbeitslosen die angebotene Schnuppertour nach Brieselang ignoriert hatten.

Von Jürgen Lauterbach

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