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Havelland Feuerwehr mit mehr als doppelt so vielen Einsätzen
Lokales Havelland Feuerwehr mit mehr als doppelt so vielen Einsätzen
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11:16 07.03.2018
Im Dauereinsatz waren die Brieselanger Kameraden auch nach den Starkregenfällen im Sommer. Keller, Straßen und Gräben liefen voll. Rund um die Uhr wurde Wasser abgepumpt. Quelle: Julian Stähle
Brieselang

„2017 war ein ganz normales Jahr mit ein paar Besonderheiten“, schätzt Gemeindewehrführer Mario Robitzsch ein. Doch diese Besonderheiten hatten es in sich. Zum einen sorgten die beiden großen Stürme im Oktober dafür, dass die Kameraden viel zu tun hatten. Und wenn es mal nicht stark geweht hat, dann brachten die geöffneten Himmelsschleusen die Feuerwehrleute um den Schlaf. Dies alles führte dazu, dass die Kameraden zu 329 Einsätzen ausrücken mussten. Normal sind um die 150.

Wasser wurde direkt in den Havelkanal gepumpt

Einer der Großeinsätze war nach dem Starkregen Ende Juli. „Da haben wir nahe der Bahnlinie das Wasser aus dem Grabensystem direkt in den Havelkanal gepumpt und so für Entlastung gesorgt“, sagte Robitzsch. Eine große Pumpe vom Katastrophenschutz in Spaatz leistete dabei gute Dienste. Zudem wurden viele vollgelaufene Keller im Gemeindegebiet geleert.

Die Brieselanger Feuerwehr im Einsatz. Quelle: Julian Stähle

„Aber auch bei den Herbststürmen hatten wir viel zu tun“, so der Gemeindewehrführer. „Das brachte uns an die Leistungsgrenze.“ Reihenweise kippten Bäume auf Straßen und zwar nicht nur in der besonders betroffenen Pappelallee, sondern ebenso beispielsweise auf der L 201, L 202, L 161 und der Autobahn. Auch eine Oberleitung der Bahn wurde auf diese Weise heruntergerissen, wobei der Baum Feuer fing. Darunter ein Güterzug. Die Strecke wurde gesperrt.

Rauchgasvergiftung bei Brandeinsatz

Ein weiterer Einsatz, der den Kameraden in Erinnerung bleiben wird, war der Brand bei der Firma Otek. Mehrere Kameraden erlitten eine Rauchgasvergiftung, mussten ins Krankenhaus. „Die Angst war schon sehr groß, dass eine Substanz entsteht, die schädlich ist“, sagte Marco Robitzsch. „In dieser Massivität hatten wir so etwas noch nie.“

Freuen konnte sich der Gemeindewehrführer im Vorjahr über Zuwachs. Zehn neue Feuerwehrleute wurden allein in Brieselang begrüßt, aber auch in der Einheit Bredow erhöhte sich die Zahl der Kameraden – um vier auf 17. Gelungen seien dies durch „Mund-zu-Mund-Propaganda“, durch Zeitungsartikel, aber auch durch den Tag der offenen Tür, sagte Robitzsch. „Es geht vor allem darum, die Tagesalarmbereitschaft zu erhöhen. Das klappt jetzt besser.“ Die Neuen müssen aber erst einmal ausgebildet werden. „Nach einem Jahr nehmen wir sie mit in den Einsatz.“

Zwei Autos wurden ersetzt

Die Fahrzeugflotte hat sich 2017 weiter verjüngt. So konnte ein neues Löschgruppenfahrzeug in Dienst gestellt werden – als Ersatz für den 25 Jahre alten Vorgänger. Zudem steht jetzt in den Hallen ein neuer Gerätewagen Logistik, wodurch ein 21 Jahre altes Fahrzeug in Rente geschickt werden konnte. In diesem Jahr wird der Einsatzleitwagen ersetzt.

Neubau in Bredow soll 2018 begonnen werden

Marco Robitzsch kündigte zudem an, dass 2018 mit dem Neubau der Fahrzeughalle mit zwei Stellplätzen in Bredow begonnen werden soll. „Die bauliche Situation ist dort sehr prekär.“ Zudem werden im Wohnblock nebenan Zimmer zu Sozial- und Schulungsräumen umgebaut. „Das wird dann eine deutliche Verbesserung sein. Die Gemeinde steckt dort sehr viel Geld hinein“, meint Robitzsch.

Die Brieselanger Feuerwehr sorgt allerdings nicht nur dafür, dass die Bevölkerung ruhig schlafen kann, sondern beteiligt sich auch regelmäßig am Gemeindeleben. So sind die Kameraden beim Sommerfest ebenso zu finden wie beim Osterfeuer. Oder aber sie sichern Fackelumzüge der Kitas ab.

Von Andreas Kaatz

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