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NPD wurde ausgepfiffen

Etwa 250 Gegendemonstranten in Brieselang NPD wurde ausgepfiffen

Mit einem gellenden Pfeifkonzert wurde die NPD am Sonnabendvormittag in Brieselang auf dem Bahnhofsvorplatz Nord empfangen. Rund 250 Menschen hatten sich dort versammelt, um den Rechtsextremen Paroli zu bieten. Diese sprachen sich an dem Tag in insgesamt vier Orten im Osthavelland gegen die Asylpolitik aus.

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Etwa 250 Menschen kamen auf den Brieselanger Bahnhofsvorplatz.

Quelle: Andreas Kaatz

Brieselang. Mit einem gellenden Pfeifkonzert und „Nazi-raus“-Rufen wurde am Sonnabend gegen 10 Uhr der Lkw der NPD Havel-Nuthe am Bahnhofsvorplatz Nord in Brieselang empfangen. Der Kreisverband der Rechtsextremen wollte dort eine Veranstaltung zum Thema Flüchtlinge durchführen. Vor dem Künstlerhaus hatten sich jedoch zuvor schon rund 250 Menschen zu einem „Happening der politischen Parteien und Bürger“ zusammengefunden, um der NPD Paroli zu bieten. Im Lärm der Trillerpfeifen, Tröten und Trommeln gingen die Worte vom anderen Ende des Vorplatzes unter, wo sich 13 NPD-Anhänger verloren.

„Man muss der Mehrheit der Bevölkerung zeigen, dass man keine Angst hat und dass wir Nazis nicht in Brieselang haben wollen“, sagte Hans-Jürgen Brandtner von der SPD. Wie er zeigte sich auch Bürgermeister Wilhelm Garn (CDU) beeindruckt davon, dass innerhalb eines Tages – früher war die NPD-Veranstaltung nicht bekannt – derart viele Menschen mobilisiert werden konnten. „Das macht mich als Bürgermeister stolz“, meinte Garn. Er teilte zudem mit, dass sich bisher schon mehr als 150 Menschen im Rathaus gemeldet haben, um bei der Willkommensinitiative mitzumachen.

Christian Achilles (BFB) ist der Überzeugung, dass ein Ort wie Brieselang mit 11 000 Einwohnern durchaus in der Lage sei, 300 Flüchtlinge aufzunehmen, wie es jetzt im Gespräch ist. „Wir müssen noch viele Bürger überzeugen und dabei behutsam vorgehen“, meinte er. Die Gemeindevertreter stünden unter einem großen Druck. Deshalb sei es gut, dass am Sonnabend so viele gekommen seien, um der „kleinen Gruppe von Hasspredigern“ entgegenzutreten. Auch Aileen Jütterschenke (SPD) sieht sich dadurch bestärkt: „Das macht mir extrem Mut.“

Unterstützung erhielten die Brieselanger auch aus anderen Orten, wie beispielsweise aus Falkensee und aus Nauen. Der dortige Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung Hartmut Siegelberg (SPD) war begeistert angesichts der großen Resonanz. „Ich habe fast das Gefühl, das ich Tränen zurückhalten muss.“ Er glaubt, dass der Knoten bei vielen Menschen geplatzt ist, nachdem der Brandanschlag auf die Turnhalle in Nauen erfolgt ist, die als Notunterkunft für Flüchtlinge dienen sollte. „Da haben die Leute gemerkt, dass es auch gefährlich ist.“

Die NPD war am Sonnabend aber nicht nur in Brieselang, um ihre Ablehnung der Asylpolitik kundzutun. Anschließend ging es nach Wustermark, wo die Rechtsextremen erst am Kreisverkehr standen und danach am Brunnen. Dort waren nur wenige Gegendemonstranten vor Ort. Den Schlusspunkt bildete Nauen, wo die Rechtsextremen kaum weniger lautstark als in Brieselang empfangen wurden, obwohl es dort nur etwa 50 Menschen waren, die sich für die Aufnahme von Flüchtlingen einsetzten. Dabei fielen auch Sprüche wie „Nazis vertreiben – Flüchtlinge bleiben“ oder „Brandstifter raus“ – in Anspielung auf den Turnhallenbrand. Den Auftakt der NPD-Tour bildete indes bereits um 9 Uhr die Gemeinde Schönwalde, wo der Landkreis demnächst 400 Flüchtlinge unterbringen will. Dort standen die Rechtsextremen an der Landesstraße, gegenüber von Edeka. Bürgermeister Bodo Oehme (CDU) war zu dem Termin nicht vor Ort. „Wir haben uns mit der Initiative ’Neue Nachbarn in Schönwalde’ darauf verständigt, dass wir keine Gegendemonstration machen, um die Leute nicht aufzuwerten“, erklärte der Bürgermeister. Demonstriert wurde aber trotzdem. Bündnis 90/Die Grünen hatten eine Demo angemeldet, wie Petra Budke sagte. Etwa 30 Leute kamen nach Schönwalde.

Von Andreas Kaatz

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