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Brieselang: Trockene Wälder

Waldbrandgefahr Brieselang: Trockene Wälder

Ein Drittel aller deutschen Waldbrände ereignen sich in Brandenburg. Damit steht das Bundesland im europäischen Vergleich auf einer Stufe mit Spanien, Portugal oder Griechenland. Auch im Havelland steigern anhaltende Trockenheit, starker Wind und menschliche Unachtsamkeit die Brandgefahr.

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Revierförster Volker Kademann mit seinem Jagdhund Alwin auf dem trockenen Waldboden.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Brieselang. Noch etwas unbeholfen tapst Jagdhundwelpe Alwin über den Waldboden. Neugierig schnüffelt er sich durch Nadeln und Blätter. Das Laub raschelt unter seinen Pfoten – es ist staubtrocken. „Seit einigen Tagen herrscht die höchste Waldbrandwarnstufe 5. Schon der kleinste Funken könnte ein Feuer auslösen“, sagt Revierförster Volker Kademann, der weiß, dass die Brandgefahr in den meisten Fällen vom Menschen ausgeht. „Die einzige natürliche Ursache für einen Waldbrand ist der Blitz. Ansonsten entsteht ein Brand nur, wenn beispielsweise ein offenes Feuer entzündet oder eine Kippe achtlos aus dem Autofenster geworfen wird.“ Generell ist das Rauchen im Wald daher verboten und wird mit einem Bußgeld geahndet. „Auch das Auto- oder Motocrossfahren ist ganzjährig nicht erlaubt. Zu hoch ist die Gefahr, dass die heißen Katalysatoren das trockene Laub entzünden“, erklärt Kademann. Zwar habe er in der Vergangenheit immer wieder Leute auf seinen Touren ermahnen müssen, die meisten seien jedoch einsichtig. „Ärgerlich ist es auch, wenn Leute mit ihren Autos Waldeinfahrten zustellen, solange sie im Wald spazieren gehen. Bricht mitten im Wald ein Feuer aus, hat die Feuerwehr ein Problem“, so der Revierförster.

Besonders Kiefernwälder, die in ganz Brandenburg den größten Waldanteil ausmachen, seien für Brände anfällig. „Die trockenen Nadeln am Boden entzünden sich viel schneller, als das Laub und die Vegetation in Eichenlaubmischwäldern“, so Kademann, der im Bereich der Oberförsterei Brieselang für das Revier Falkensee zuständig ist. Die extreme Frühjahrstrockenheit überrascht den erfahrenen Förster nicht. „Bereits in den vergangenen Jahren war es im Frühjahr außergewöhnlich trocken. Ich habe immer einen Feuerlöscher im Auto – so kann ich jederzeit kleinere Brände bereits im Ansatz ersticken.“ In diesem Jahr sei neben der anhaltenden Trockenheit vor allem der Wind eine große Gefahr. Er begünstigt den Funkenflug und entfacht kleinere Brandherde. Oberförsterei und Feuerwehr sind daher in höchster Alarmbereitschaft. „Den letzten Brand hat es am vergangenen Freitag bei Friesack gegeben. Rund 600 Quadratmeter Ödland standen in Flammen – eher ein kleiner Brand, der sich jedoch schnell hätte ausweiten können, wäre er nicht früh genug erkannt worden“, so Kademann. Mit 20 Kameraden waren die Wehren aus Friesack und Zootzen vor Ort.

Waldbrandgefahrenstufen

Die Waldbrandgefahr ist von vielen Faktoren, vor allem aber von der Witterung und der Vegetation abhängig.

Der Deutsche Wetterdienst berechnet die Brandgefahr anhand dieser Faktoren in der Waldbrandsaison, die vom 1. März bis 30. September andauert, täglich.

90 Prozent aller Waldbrände sind auf menschliches handeln zurückzuführen. Von vollständigen Waldsperrungen macht die untere Forstbehörde jedoch nur im Ausnahmefall Gebrauch.

Es gilt: ganzjährig Rauchverbot, absolutes Feuerverbot im Wald und in Waldnähe sowie Fahrverbot.

Ein Drittel aller deutschen Waldbrände ereignen sich in Brandenburg. Damit steht das Bundesland im europäischen Vergleich auf einer Stufe mit Spanien, Portugal oder Griechenland. Seit 2002 ist daher das Früherkennungssystem „Fire Watch“ im Einsatz. „Mit insgesamt 14 Kameras wird das Gebiet der Oberförsterei überwacht. Sobald irgendwo eine Rauchentwicklung auftritt, wird sie schneller lokalisiert und die Feuerwehr verständigt“, erklärt der Revierförster. Ab Waldbrandwarnstufe 3 sind die Kameras dauerhaft im Einsatz. “Generell sollten die Wälder ab Warnstufe 3 bis 4 nicht mehr betreten und unter gar keinen Umständen befahren werden“, so Kreisbrandmeister Lothar Schneider. „Auch offene Feuer in Waldnähe sind tabu. Erst am letzten Wochenende hatten wir wieder einen Einsatz im Amt Friesack und konnten gerade so Schlimmeres verhindern“, warnt Schneider. Ein Haubesitzer hatte in seinem Garten ein Lagerfeuer entzündet – 15 Meter von einem Waldstück entfernt – und hatte es unbeaufsichtigt zurückgelassen. „Die Nachbarn haben genau richtig gehandelt und die Feuerwehr verständigt. Der Eigentümer hat sehr fahrlässig gehandelt.“ Im letzten Jahr ist im Falkenseer Revier dreimal ein Feuer ausgebrochen. „In den vergangenen Jahren gab es glücklicherweise nur einige kleinere Brände. Der letzte große Brand, an den ich mich erinnern kann, war kurz nach der Jahrtausendwende im Eiskeller-Gebiet. Elf Hektar Wald brannten damals nieder. Die Feuerwehr hielt eine Woche Brandwache“, so Revierförster Kademann.

Von Laura Sander

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