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Brieselang Abschied vom Havelland
Lokales Havelland Brieselang Abschied vom Havelland
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07:34 11.06.2018
Kisten im Atelier: Mit gemischten Gefühlen verlässt Michael Heckert Brieselang. Quelle: Hans Peter Theurich
Brieselang

Künstler gelten oft als schwierige Menschen, die anecken. Michael Heckert zählt zu dieser Gruppe. Der Maler liebt seine Freiheit, mit Pinseln und Farben etwas zu erzählen, wovon die meisten Zeitgenossen kaum zu träumen wagen. Auf großen Leinwänden rückte er in seinem Brieselanger Atelier gedruckten nackten Frauenkörpern auf den Leib. Ungestüm, expressiv. Jetzt ist erstmal Schluss damit. Am Montag kommt die Umzugsfirma. Michael Heckert und seine Ehefrau Susanne Wahl verlassen das Havelland.

Skepsis wegen der Idylle

„Wir haben uns in Rappenhagen ein großes Grundstück samt Bauernhaus gekauft. Ein Dorf mit 100 Einwohnern bei Greifswald “, erzählt der Künstler, nippt an einem Glas Weißwein. Die Nähe zur Ostsee wird ihm guttun, leidet er doch seit Ewigkeiten an Heuschnupfen. Wir sitzen auf der Terrasse der Wohnung am Forstweg 1, vor uns Metallcontainer, irgendwo kreischt eine Säge im Gewerbegebiet. „Mecklenburg-Vorpommern ist die reine Idylle dagegen“, sagt Michael Heckert. Seine Frau sitzt derweil in der Küche und bestellt per Internet neue Möbel für die gemeinsame Zukunft. Eine Katze schleicht vorbei. Plötzlich wird er laut: „Ich hasse eigentlich die Idylle, das ist der Tod für einen modernen Maler.“

Freundschaft mit Thomas Schindler

Mit Susanne Wahl, die bis zu ihrer Verrentung in der Entwicklungshilfe gearbeitet hat, lebte Michael Heckert jahrelang in Haiti. Vor wenigen Wochen war sie noch in Algerien aktiv. „Mein Freund, der Maler Thomas Schindler, den ich von der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig kannte, hat mich 2014 nach Brieselang gelotst“, sagt Michael Heckert. Damals galt er schon als renommierter Künstler. Zahlreiche seiner Werke sind im weltberühmten Kölner Museum Ludwig oder in der Sammlung des Auswärtigen Amtes in Berlin zu finden.

Malerische Auseinandersetzung

Und dann Brieselang. „Meine malerische Auseinandersetzung mit dem Weiblichen hat bei Kollegen eher Unverständnis ausgelöst; selbst bei Renée Dressler und Guido von Martens. Die beiden haben mir kürzlich zum Abschied ermöglicht, ein paar Bilder auszustellen in ihrem Märkischen Künstlerhof. Die Resonanz war mickrig, ein paar Freunde aus Berlin waren da, und Thomas Schindler ist aus Halle gekommen.“

Maler-Szene und Hausfrauenkunst

Bei Fragen nach der Maler-Szene im Havelland verdreht Michael Heckert die Augen. „Klar, gibt es Leute wie Bernd Martin. Aber die Amateure mit ihren Vereinen, die pinseln immer nur Birken, Stadtansichten oder Seen, wiederholen die ewige Langeweile, was Hausfrauen eben so mögen.“ Und die Profis, was hält er von denen? „Fast alle betrachten einander als Konkurrenten um die wenigen Fleischtöpfe. Lockere Diskussionen über die eigene Kunst habe ich hier so gut wie nie erlebt.“

Lob für den Nymphensee

Seine Bilanz zum Thema Brieselang? Der 68-Jährige grübelt. „Am liebsten habe ich in meinem Atelier gearbeitet. Die vier Jahre waren insofern ein Höhepunkt in meiner Entwicklung. Aber die Menschen wirken oft noch wie von der DDR vermufft. In Brieselang hat mir, ehrlich gesagt, der Nymphensee am besten gefallen. Der Ort besitzt, ähnlich wie Falkensee, keinen Charakter, weder von den Gebäuden her noch von den Geschäften.“

Das Atelier am Forstweg wirkt aufgeräumt; die Umzugskartons schon voll und gestapelt. „Außer Möbeln und notwendigem Krimskrams nehmen wir natürlich meine Bilder mit. Insgesamt 300 Werke.“

Der Spediteur ruft an. Noch ein paar Fotos von Michael Heckert im Atelier.

Von Hans-Peter Theurich

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