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Brieselang Kompromiss mit dem Investor
Lokales Havelland Brieselang Kompromiss mit dem Investor
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12:22 31.10.2018
Dieses Werbeschild an der Schule weist seit Jahren Grundstücke für Einfamilienhäuser aus, wo jetzt die Mehrfamilienhäuser geplant waren. Quelle: Privat.
Brieselang

Am Ende war die Erleichterung bei den Anwohnern der Pappelallee groß. In einer Sondersitzung am Dienstagabend haben die Gemeindevertreter mehrere Beschlüsse gefasst, mit denen verhindert werden soll, dass gleich neben ihren Grundstücken Mehrfamilienhäuser aufragen. „Wir sind super zufrieden. Das ist der Kompromiss, den wir alle wollten“, sagte Andrea Kruppa. Die Anwohner hatten sich seit etwa anderthalb Jahren dafür eingesetzt.

Verhandlungen mit dem Investor

Dass es bis zu diesem Ergebnis keinesfalls einfach war, machte Bürgermeister Wilhelm Garn (CDU) deutlich. Noch am Montag führte er in Düsseldorf intensive Verhandlungen mit dem Investor. Der nämlich könnte jetzt eigentlich mit dem Bau der drei Mehrfamilienhäuser östlich der Gottlieb-Daimler Straße loslegen, die Genehmigungen liegen vor.

Laut B-Plan ist alles rechtens. Doch der Investor lenkte ein. „Er verzichtet auf die Anträge für die Häuser B und C. Die Flächen werden parzelliert, so dass dort Einfamilien- und Doppelhäuser entstehen können“, so Garn.

Haus A wird gebaut

Das Haus A mit 30 Wohnungen, das nahe der Schule geplant ist, wird indes gebaut. Die beiden anderen Mehrfamilienhäuser kommen nun auf eine Fläche westlich der Daimler-Straße, Ecke Curie-Straße. Die übrigen, nördlich angrenzenden Flächen westlich der Daimlerstraße sollen hingegen Einfamilien- und Doppelhäusern vorbehalten bleiben.

Damit das Verhandlungsergebnis zu der 1,14 Hektar großen Fläche östlich der Daimlerstraße auch Rechtskraft erlangt. hatten die Gemeindevertreter einen „Aufstellungsbeschluss zur 2. Änderung des Bebauungsplanes Nr. 1/5 92-VI ’Am Pappelweg’“ gefasst. Zudem soll die Verwaltung beim Landkreis Anträge stellen, damit die Baugesuche für die Häuser B und C zurückgestellt werden. Und die Zeit drängt: Weil die Stellungnahmefrist am 5. November abläuft, muss die Veröffentlichung der Beschlüsse schnell erfolgen.

In gutem Glauben Grundstück erworben

Die Anwohner hatten damals in gutem Glauben ihre Grundstücke erworben, da es hieß, dass sie nur Eigenheime in ihrer Nachbarschaft bekommen. Ursache für den entstandenen Hickhack sind Fehler im alten B-Plan. Darauf machte noch einmal Christian Achilles (BFB) aufmerksam. Seiner Ansicht nach wäre es eine Posse, wenn gleich neben den Einfamilienhäusern Mehrfamilienhäuser entstehen würden.

„Die Festsetzungen im Baufeld 8 des B-Plans von 1996 sind nicht geglückt. Es waren zwar Festsetzungen für Einfamilien- und Doppelhäuser vorgesehen, aber letztlich nicht erfolgt. Es war nötig, dem Investor zu zeigen, dass die Gemeindevertretung etwas anderes möchte“, betonte er.

Lob von den Fraktionen

Ralf Heimann (IBB) meinte: „Schön, dass wir den B-Plan aufmachen. Sonst hätten wir als IBB den Antrag gestellt, den gesamten B-Plan überprüfen zu lassen. Es war damals in Zeestow so einiges schiefgelaufen.“ Auch von SPD, CDU und Linken gab es Lob für das Ergebnis.

Für den Brieselanger David Rudolph indes steht fest, dass es ohne Druck der Anwohner niemals zu dem Beschluss gekommen wäre. „Andrea Kruppa und Thomas Vogel haben uns alle mobilisiert.“ In der Vergangenheit sei den Anliegern von der Gemeinde immer nur mitgeteilt worden, dass ihre Bedenken gegenstandslos wären.

Gespräche über zweite Ausfahrt

Bei den Verhandlungen mit dem Investor hatte Bürgermeister Wilhelm Garn zusammen mit Rechtsanwälten aber auch über andere Punkte im B-Plan gesprochen. Ein wichtiges Thema war in der Vergangenheit nämlich immer auch die Anbindung des Baugebietes an der Pappelallee. Momentan kommt man nur über die Curie-Straße dort hinein – vorbei an der Schule.

„Die Curie-Straße ist das einzige Schlupfloch rein und raus“, so Garn. „Künftig soll eine zweite Ausfahrt Richtung Storm-/Hauffstraße entstehen.“ Man wolle diese Maßnahme vorziehen. Achilles plädiert eher dafür, für die zweite Ausfahrt auch noch nach Alternativen Ausschau zu halten.

Von Andreas Kaatz

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