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Brieselang Nymphensee: Sieger des Auswahlverfahrens steht fest
Lokales Havelland Brieselang Nymphensee: Sieger des Auswahlverfahrens steht fest
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11:04 28.02.2019
Eine beliebte Badeadresse nicht nur für Brieselanger ist der Nymphensee. Quelle: Tanja M. Marotzke
Brieselang

Voraussichtlich wird Frank Goslowsky ab diesem Jahr das Naturbad Nymphensee betreiben. Mit 18 Ja-Stimmen bei einer Nein-Stimme und zwei Enthaltungen haben die Brieselanger Gemeindevertreter am Mittwochabend den Bürgermeister beauftragt, mit dem Brieselanger Unternehmer „Vertragsverhandlungen zu führen und einen Pacht- und Betreibervertrag über den Nymphensee zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu schließen“.

Ob dieser Vertrag dann abschließend noch einmal von der Gemeindevertretung abgesegnet werden muss, dazu gab es am Abend widersprüchliche Aussagen. Es soll jetzt geprüft werden.

Dem alten Betreiber gekündigt

Ein neuer Betreiber ist notwendig, weil die Gemeinde dem bisherigen zum 31. Dezember vorigen Jahres gekündigt hatte. Mit dem jetzigen Beschluss hat sich Goslowsky im Interessenbekundungsverfahren gegen zwei Mitbewerber durchgesetzt. Somit sieht erst einmal alles danach aus, dass das Naturbad pünktlich zum Saisonbeginn am 15. Mai wieder öffnen kann.

Doch nicht jeder war letztlich glücklich darüber, dass bereits an diesem Abend eine Entscheidung gefallen ist. Denn auch die Option, dass die Gemeinde selbst das Bad betreibt, wurde in der Sitzung ausgiebig diskutiert. Bürgermeister Wilhelm Garn (CDU) legte dazu ein grobes Konzept vor, das allerdings mangels Erfahrungen und konkreter Besucherzahlen eher auf Annahmen beruhte.

Hohe Personalkosten

Er geht von Kosten in Höhe von 300.000 Euro aus, wobei ein Großteil für Personal ausgegeben werden müsste, um die 1000 Meter Ufer zu bewirtschaften und abzusichern. „Wir sind verpflichtet, Tariflohn zu zahlen“, so Garn. Die DLRG könne zudem nicht garantieren, dass sie während der gesamten Öffnungszeiten Rettungsschwimmer einsetzen kann. „Und im Winter ist ein Wachdienst nötig, um vor Vandalismus zu schützen“, so Garn.

Er ist zudem skeptisch, ob man auf die Schnelle noch Personal finden würde. Und das wäre aus seiner Sicht bei einer weiteren Variante noch schwieriger: Wenn nämlich die Gemeinde nur ein Jahr den Betrieb durchführt und danach an einen Trägerverein übergibt. Nicht zuletzt gab Garn zu bedenken, dass er sofort einen Mitarbeiter abstellen müsste, der sich um das Thema Nymphensee kümmert.

Vertagung abgelehnt

Eine Vertagung des Beschlusses auf eine Sondersitzung in der nächsten Woche, um einen möglichen Betrieb durch die Gemeinde ausgiebig diskutieren zu können, wurde am Mittwochabend knapp abgelehnt. Ausgesprochen hatte sich dafür Christian Achilles (BFB). „Die Sache ist nicht entschlussreif“, meinte er. Denn erst am Mittwoch seien die letzten Unterlagen eingetroffen.

Michael Koch (CDU) hätte mit der Vertagung leben können, meinte aber grundsätzlich: „Ich habe Sorge, dass wir uns übernehmen.“ Denn schon jetzt gebe es eine Menge Projekte wie den Schul- und Kitaneubau oder Straßenbau. „Da frage ich mich, wo die Ressourcen in der Gemeinde vorhanden sind, um sich so ein Projekt zusätzlich auf den Tisch zu ziehen.“

Trägerverein im Gespräch

SPD und Linke lehnten eine Vertagung rundweg ab. Und für Ralf Heimann (IBB) wäre es gut, wenn die Gemeinde anfangen würde, das Naturbad zu betreiben. Parallel dazu sollte ein Träger- oder Förderverein aufgebaut werden, der später übernimmt.

Frank Goslowsky sieht eine ganzjährige Nutzung des Bades vor. Er will die Terrasse überdachen und plant im Bademeisterhäuschen eine Sauna einzubauen, die sogar im Winter geöffnet ist. Außerdem soll es übers Jahr zahlreiche Veranstaltungen am See geben. Der Finanzierungsansatz wird seitens der Gemeinde als solide eingeschätzt. Goslowsky will auch ermöglichen, dass die Leute außerhalb der Saison an den See kommen können.

See-Charakter wird verändert

Das will auch Stephan Meyer-Breitländer, allerdings hat er vor, das Bad nur im Sommer zu betreiben. Seine Absicht, einen Aqua-Park mit mobilen Spaßbad-Elementen einzurichten, stieß bei der Gemeinde auf Ablehnung. Denn dadurch „wird der Charakter des Sees in seiner naturbelassenen Wiese völlig verändert“, heißt es in der Begründung.

Und auch dass er bezüglich der Badeaufsicht nur die DLRG sowie bei notwendigen Investitionen in erster Linie die Gemeinde in der Pflicht sieht, wird negativ bewertet.

Vielzahl an Risiken

Bei den dritten Bewerbern – Tim Schwarzenberger und Florian Hoppe – sieht die Gemeinde schließlich eine Vielzahl an Risiken und Herausforderungen auf sich zukommen. Die beiden wollen eine Sozialgenossenschaft ins Leben rufen, die das Bad betreibt.

Die Gemeindeverwaltung glaubt aber nicht, dass eine Gründung so bald zu bewerkstelligen wäre. Doch sie will den Vertrag so schnell wie möglich abschließen und hat Zweifel daran, dass die Genossenschaft bis zum Beginn der Badesaison am 15. Mai handlungsfähig ist. Somit könnte der Saisonstart gefährdet sein.

Konzept ist stimmig

Außerdem glaubt man nicht, dass die Genossenschaft in absehbarer Zeit wirtschaftlich leistungsfähig sein wird. Denn es ist unklar, wie viele Mitglieder sie kurzfristig gewinnen kann, die dann Anteile einzahlen. Die Gemeinde sieht für sich somit ein unabsehbares finanzielles Risiko, falls sie dann einspringen muss.

Hingegen wird Goslowskys Konzept als stimmig und nachvollziehbar angesehen. Seine Maßnahmen könnten bis zum Saisonbeginn auch umgesetzt werden, heißt es. Dabei will der Unternehmer die finanzielle Unterstützung der Gemeinde nur in geringem Umfang in Anspruch nehmen, was der Verwaltung wiederum sehr entgegen kommt. Ebenso wie seine unternehmerischen Erfahrungen. Nun werden die Verhandlungen auf Basis der Ausschreibungsbedingungen geführt.

Von Andreas Kaatz

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