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Brieselang Daumendrücken für die Franzosen
Lokales Havelland Brieselang Daumendrücken für die Franzosen
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19:42 13.07.2018
Madeleine Bernier und Frank Goslowsky hoffen auf viele Gäste zum WM-Finale im Eis-Café. Quelle: Jens Wegener
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Brieselang

Die blau-weiß-rote Nationalfahne der Franzosen hängt bereits bei „Jannys Eis“am Markt in Brieselang. Die große Leinwand mit Beamer gehört sowieso zur Grundausstattung des Cafés, das Madeleine Bernier in der achten Saison betreibt. Die letzten Vorbereitungen für die WM-Final-Party laufen. „Es gibt am Sonntag Crepes, Baguettes und Wein“, sagt die Chefin.

Natürlich auch Eis, und wer will kann sich einen französischen WM-Becher mit Kugeln in Schlumpfblau, Kokos und Erdbeere zusammenstellen. „Den deutschen WM-Becher, der im Angebot war, musste ich ja leider schon recht früh wieder abschaffen“, ergänzt Madeleine Bernier.

Vater war Franzose

Eigentlich sind die 51-jährige Brieselangerin und ihr 59-jähriger Lebensgefährte Frank Goslowsky nicht die ganz großen Fußballfans, aber vor dem Finale der Weltmeisterschaft fiebern sie doch stärker mit. Schließlich ist das Land im Endspiel dabei, zudem beide eine gewisse Verbindung haben.

„Ich stamme wohl von den Hugenotten ab“, sagt Madeleine Bernier. Und Frank Goslowskys Vater war Franzose. „Leider habe ich ihn nie kennengelernt. Er war nach dem Krieg als Alliierter in Deutschland und ging dann wohl zurück nach Frankreich.“ Jeder Versuch, ihn zu finden, ist fehlgeschlagen.

Was den beiden Brieselangern, die am 18. August nach zwölf Jahren des Zusammenlebens heiraten, bleibt, ist die Sympathie für Frankreich. „Mit der Sprache ist das schwierig“, gesteht Madeleine Bernier. Als Abiturientin des Nauener Goethe-Gymnasiums hatte sie damals sogar Französisch als zweite Fremdsprache gewählt. „Ich kann noch ganz gut verstehen, aber sprechen....“

Früher selbst Fußball gespielt

Mit Fußball hatte Frank Goslowsky bis vor zwei, drei Jahren recht wenig am Hut. Das änderte sich erst, als Freunde und Bekannte immer häufiger Fußballspiele in dem Eis-Café verfolgten und er „mitreden wollte“, so seine künftige Frau.

„Heute kenne ich von den Franzosen nur Platini und Mbappé“, sagt er lachend, wohl wissend, dass die aktive Zeit von Michel Platini längst vorbei ist. Trotzdem hält Frank Goslowsky, der die Gebäudereinigungsfirma „Cleanchecker“ in Brieselang betreibt, am Sonntag natürlich den „Blauen“ die Daumen. Sein Tipp: 3:2 für Frankreich.

„Nachdem die Deutschen schon in der Vorrunde ausgeschieden waren, hat das Interesse der Leute an den Spielen etwas nachgelassen, aber zu den Halbfinals war das Eiscafé gut besucht“, weiß Madeleine Bernier. Sie selbst ist mit dem runden Leder intensiver verbunden als ihr Partner. Denn: „Ich musste früher mit meinen beiden Söhnen immer Fußball spielen und habe dann sogar in einer Frauenmannschaft im Tor gestanden.“

Kein Wunder, dass ihr gleich die belgische Torwartlegende Jean-Marie Pfaff, der viele Jahre bei Bayern München gespielt hat, einfällt, wenn sie einen Lieblingsspieler nennen soll. Inzwischen beschränkt sie sich beim Fußball aufs Zugucken, aber nicht jedes Spiel, wie sie sagt.

Die Leinwand lockt Gäste an

Die Idee, eine Leinwand mit Beamer im Eis-Geschäft zu installieren, sei vor vier Jahren schon geboren worden. Nicht nur, um Fußballspiele zu zeigen, sondern auch Kinder- und Familienfilme. „So bleiben viele Eltern mit ihren Kindern, die sonst nur mal schnell ein Eis holen, doch etwas länger, essen noch ein Stück Kuchen oder trinken einen Kaffee“, erklärt Madeleine Bernier.

Der Eisverkauf sei eben sehr stark vom Wetter abhängig, das schwanke extrem von Tag zu Tag. Deshalb hat sich Madeleine Bernier auch entschieden, einen kleinen Mittagstisch mit Hausmannskost anzubieten und eine Lounge einzurichten, wo zu bestimmten Anlässen Cocktails angeboten werden.

Im WM-Endspiel am Sonntag ist für Madeleine Bernier die Favoritenrolle klar: „Frankreich gewinnt 2:1“. Wenn das so eintreffen sollte, hat die Geschäftsfrau vielleicht für ihre Gäste noch die eine oder andere Überraschung parat.

Von Jens Wegener

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