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Brieselang Neue Taktung im Nahverkehr erst 2019
Lokales Havelland Brieselang Neue Taktung im Nahverkehr erst 2019
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01:16 12.08.2018
Auf dem Bahnsteig Richtung Berlin in Brieselang: Wenn am frühen Morgen die Pendler dicht an dicht stehen, dann reicht der Platz dort oft kaum noch aus. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Brieselang

Bahnfahren gehört für sehr viele Brieselanger zum Alltag. Früh morgens machen sie sich auf den Weg nach Berlin, am Nachmittag geht’s zurück. Und was sie da erleben, ist bei weitem kein Vergnügen. Volle Züge und Verspätungen sind an der Tagesordnung, und das schon seit vielen Jahren. Aber damit nicht genug: „Wir passen irgendwann auch nicht mehr auf den Bahnsteig, der ist zu klein. Die Bahn streut im Winter selten, das ist echt gefährlich“, sagt Aileen Jütterschenke, die persönlich keine Alternative zum Bahnfahren hat.

Sie war zur Diskussionsrunde mit Staatssekretärin Ines Jesse gekommen, die auf Einladung der Brieselanger SPD in der Sportlerklause stattfand. Dort bekam die Frau aus dem Infrastrukturministerium viele Probleme zu hören, auch aus Wustermark. Denn es hakt beim Nahverkehr scheinbar überall.

Taktung und Ausstattung werden kritisiert

Schüler sind unverhältnismäßig lange unterwegs, weil die Anschlüsse nicht passen. Die Taktung der Züge wird moniert. Aber auch die Ausstattung der Züge steht in der Kritik, manche verfügen nicht über eine Klimaanlage. „Manchmal steige ich in Spandau aus und warte auf den nächsten Zug“, sagte Michael Koch, der jeden Tag pendelt.

Ines Jesse hörte viele Probleme nicht das erste Mal. In Sachen Taktung konnte sie zumindest ein wenig Besserung in Aussicht stellen. Ab 2019 wird die Odeg drei zusätzliche Zugpaare am Tag einsetzen. Und ab 2022 sollen drei statt bisher zwei Züge in Brieselang halten. Dann werde der RE 2 nicht nur zusätzlich in Finkenkrug und Seegefeld einen Stopp einlegen, sondern auch in Brieselang. Die Züge halten dann zu den Minuten 4 (RB10), 29 oder 36 (RB 14) und 44 (RE 2).

Fernverkehr hat Vorrang

Der Halt von drei Zügen bleibt auch nach 2025, wenn die Dresdner Bahn fertiggestellt ist. Dann wird es jedoch ungünstiger: Die Züge halten nur noch zu den Minuten 21, 40 und 46. Grund für den schlechteren Takt sei der Fernverkehr, der Vorrang habe.

„Wir werden außerdem die Platzkapazitäten erhöhen und wollen dazu noch vor 2022 Veränderungen vornehmen“, sagte die Staatssekretärin. Das Problem sei jedoch, dass kaum Züge zu haben sind. Allerdings sei man trotzdem fündig geworden, so dass ab zweitem Quartal 2019 auf der RB 10 mehr Doppelstockwagen zum Einsatz kommen. Die Platzkapazität würde sich damit um etwa 130 erhöhen, heißt es. Allerdings wird auch das nicht ausreichen.

Forderung nach Erweiterung des Bahnsteiges

Nach Ansicht von Bürgermeister Wilhelm Garn (CDU) übt das Land zu wenig Druck aus auf die Bahn. Die Taktverdichtung sei schon jetzt möglich und der Takt ab 2025 unakzeptabel. Seit Jahren werde immer wieder über die gleichen Probleme geredet und nichts ändere sich. So stößt beispielsweise die Forderung nach einer Bahnsteigerweiterung bei dem Unternehmen bisher auf taube Ohren. Zudem komme man nicht voran, um Flächen für Fahrradständer zu erhalten. „Und wann traut sich das Ministerium, eine Entscheidung zu treffen, ob künftig die Regionalbahn bis Nauen fährt oder die S-Bahn kommt?“, so Garn. Sonst gehe zu viel Zeit ins Land angesichts dessen, dass ein Planfeststellungsverfahren mindestens fünf Jahre dauert.

Die Bahn ist in der Pflicht

Die Prüfung, ob künftig die Regionalbahn bevorzugt wird oder aber eine S-Bahn bis Nauen fährt, laufe derzeit, so Ines Jesse. Zudem sei es wichtig, dass mit der Bahn eine Rahmenvereinbarung für acht Korridore abgeschlossen werden konnte, darunter für die Strecke Spandau-Nauen. Dies sei Voraussetzung für Planung und Ausbau. Die Bahn sei jetzt in der Pflicht.

Rund die Hälfte der mehr als 60 Gäste der Veranstaltung kam aus Wustermark. Sie befürchten weiterhin, dass der Bahnhof Wustermark abgehängt wird, wollen das verhindern. „Haben Sie dann eine Alternative für die vielen Pendler?“, fragte ein Besucher. Voraussetzung dafür, dass der Zug an Wustermark vorbei fährt, ist aber ein Umbau am Bahnhof Elstal.

Die Höhe der Kosten ist noch unklar

Über die Kosten dafür herrscht allerdings noch Unklarheit. So spricht das Land von rund 20 Millionen Euro, seitens der Bahn sollen 1,6 Millionen Euro genannt worden sein. „Wir müssen jetzt prüfen, was der Umbau in Elstal tatsächlich kostet. Lassen Sie uns das abwarten“, sagte Ines Jesse. Um zu einem Ergebnis zu kommen, soll ein Moderator eingesetzt werden.

Wird es zu teuer, soll vorerst alles so bleiben wie es ist. Das Kabinett beschäftigt sich mit dem Nahverkehrsplan noch im August.

Von Andreas Kaatz

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