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Brieselang Hundehasser legen Giftköder aus – Luzie überlebt knapp
Lokales Havelland Brieselang Hundehasser legen Giftköder aus – Luzie überlebt knapp
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16:37 22.10.2018
Schulhund Luzie ist der Katastrophe knapp entgangen. Quelle: privat
Brieselang

Brieselanger Hundehalter sind verunsichert und erschüttert: Ausgelegte Giftköder sorgen für Unruhe. Vor wenigen Tagen hat die Brieselanger Hündin Luzie einen heimtückischen Anschlag glimpflich überstanden.

Die 17-jährige Lara Weigel war mit dem Hund ihrer Oma Beatrice Marg am Mittwoch unterwegs. Dabei verhielt sich die fast dreijährige Labrador-Hündin Luzie ungewöhnlich: Sie kam auf Ruf nicht zurück. Lara Weigel folgte daraufhin der Spur des Hundes und fand am Forstweg einen Haufen, bei dem sie Giftköder vermutete.

Dieses Foto geistert durch die sozialen Medien. Wurden im Südwald Brieselang Giftköder ausgelegt? Quelle: Facebook

Sie stellte den Haufen in einer Tüte sicher und fuhr mit dem Hund sofort zur Tierärztin. Der Hund bekam eine Spritze, um das Erbrechen des unbekannten Futters zu befördern, und eine Infusion. „Die Tierärztin sprach auch den Verdacht aus, dass es sich um Gift, wahrscheinlich Rattengift, handelt“, sagte Beatrice Marg.

Sie ist Besitzerin des Hundes und hat Donnerstag bei der Polizei in Falkensee Anzeige erstattet. Ob der Täter gefasst werden kann, bleibt fraglich. Aber in Brieselang soll es vor einigen Tagen bereits zu einem ähnlichen Fall gekommen sein. Beatrice Marg hat auch den Förster informiert, denn ausgelegte Giftköder sind für Wildtiere gefährlich.

Ob Hündin Luzie das Gift unbeschadet überstanden hat, müssen die nächsten Wochen zeigen. Dann kann Luzie auch wieder ihrer „Arbeit“ nachgehen. Luzie ist Schulhund an einer Berliner Grundschule, an der Beatrice Marg arbeitet. „Der Hund hat eine Schulhundausbildung absolviert“, erzählt sie, er geht in den Unterricht der Grundschüler, trägt mit sonderpädagogischem Auftrag dazu bei, dass es im Unterricht ruhiger zugeht. Er ist sozusagen der jüngste Berliner Senatsangestellte.

Entsetzen und Unverständnis prägen derweil die Diskussion in den lokalen Gruppen auf Facebook. „Was sind das für erbärmliche Menschen?“, fragt Karina Dix. Wie andere User äußerte sie sich in einer Gruppe bei Facebook. Das Thema schlägt im Netz aktuell von Falkensee bis Brieselang Wellen. „Trauriger Abschaum in unserer Gesellschaft, der einfach bereit ist, blind alles zu vergiften“, kommentiert Userin Rose Jolie.

Allerdings ist die Debatte auch Anlass für Kritik an Hundehaltern, die ihre Hunde nicht anleinen und den Hundekot liegen lassen, oft auch auf Spielplätzen. „Aber doch noch lange kein Grund, um ein Lebewesen umzubringen“, kontert Petra Kempe.

Die Polizei bestätigte der MAZ am Montag den Eingang einer entsprechenden Anzeige. Auch das vermeintlich vergiftete Hundefutter wurde den Beamten als Beweismittel übergeben. Die Kriminalpolizei ermittelt laut einer Sprecherin wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. „Dass sich diese Art von Sachverhalten in irgendeiner Weise im Bereich Brieselang häuft, ist nicht bekannt“, heißt es weiter aus der Pressestelle.

Allerdings treten sie immer wieder auf. Im vergangenen Jahr gab es in Falkensee zwei Fälle, die mutmaßlich auf Giftköder zurückzuführen waren. Bulldogge Coco kam mit Vergiftungserscheinungen in die Tierklinik, ein Hund aus dem Falkenhorst starb an den Folgen einer Vergiftung.

Von Marlies Schnaibel und Philip Rißling

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