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Brieselang Brennnesseln statt Hopfen: das etwas andere Gebräu aus Brieselang
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11:28 31.01.2019
Brennnesseln statt Hopfen: Die Berlinerin Pia Morgenroth braut Wildkräuterbier in Brieselang. Quelle: privat
Brieselang/Berlin

Wasser, Malz, Hefe und Hopfen. Aus diesen Zutaten besteht Bier in Deutschland üblicherweise, zumindest wenn es nach dem deutschen Reinheitsgebot geht. Dass Bier aber auch ganz anders entstehen kann, zeigt die Berlinerin Pia Morgenroth mit ihrem „G’Bräu“, einem alkoholischen Getränk, das komplett auf Hopfen verzichtet.

Brennnesseln statt Hopfen

Statt mit Hopfen braut die gelernte Ernährungswissenschaftlerin ihr bierähnliches Getränk mit Brennnesseln, Holunder, Schafgarbe und anderen Wildkräutern.

Das Wildkräuterbier gibt es derzeit in vier verschiedenen Sorten. Quelle: privat

„Ich beschäftige mich schon seit Jahren mit Wildkräutern und habe eine eigene Wiese in Thyrow. Aus den Pflanzen stelle ich unter anderem Salben, Tinkturen und Tees her oder nutze die Kräuter zum Kochen“, sagt die 47-Jährige.

Da sich Morgenroth als Ernährungswissenschaftlerin und Liebhaberin guter Lebensmittel und guten Essens auch mit den Traditionen der Kräuterheilkunde beschäftigt hat, wusste sie, dass vor vielen Jahren, weit vor der Einführung des deutschen Reinheitsgebotes, Bier auch schon mit Wildkräutern gebraut wurde. Diese Tradition sei jedoch im Laufe der Zeit in Vergessenheit geraten. Daran wollte sie etwas ändern.

Zwei Jahre Entwicklungszeit

„Ich habe etwa zwei Jahre in die Entwicklung gesteckt und in dieser Zeit rund 200 Verkostungen durchgeführt, unter anderem auch in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität in Berlin“, so Morgenroth. Vor etwa einem Jahr hatte sie ihr „G’Bräu“ schließlich zur Marktreife gebracht. Dabei möchte die 47-Jährige vor allem zur Vielfalt auf dem Markt beitragen und ein Angebot schaffen, das auch bei denjenigen ankommt, die keine großen Bierfans sind.

„Da unserer Gebräu keinen Hopfen enthält, ist es nicht so bitter wie herkömmliches Bier, sondern etwas leichter, einem Radler ähnlich.“ Auch sei es etwas lebendiger als normales Bier, das den Genießer wegen des Hopfens gerne mal träge mache.

„Dass Wildkräuter eine Wirkung auf den Körper haben, ist schon lange bekannt. Sie werden zum Beispiel auch in vielen Tees verwendet, die man in der Apotheke bekommt“, sagt die Brauerin.

Bier darf das Gebräu aber nicht heißen

Da dem Getränk Hopfen fehlt, darf Pia Morgenroth ihr Produkt allerdings nicht Bier nennen. Daher hat sie sich für die Bezeichnung „G’Bräu“ entschieden. Ein Bier-Fan ist sie dennoch. „Das Tolle am Bier ist, dass man im Grunde nur vier verschiedene Zutaten benötigt und ein tolles Lebensmittel hat.“

Das „G’Bräu“ ist aktuell in vier unterschiedlichen Sorten im Handel und im Online-Shop erhältlich. Derzeit werden etwa 1000 Liter im Monat hergestellt. Gebraut wird unter anderem in Spandau und der Villa Vier Jahreszeiten in Brieselang, wo ab kommender Woche wieder produziert wird.

„Ich bin durch Zufall über einen befreundeten Brauer nach Brieselang gekommen und total glücklich damit, weil das perfekt in das regionale Konzept passt“, so Morgenroth. Hochwertige Zutaten und ein Bewusstsein dafür, wie man mit dem Boden, auf dem die Rohstoffe wachsen, umgeht, seien ihr ebenso wichtig wie das Bio-Zertifikat. „Natürlich ist der Preis dadurch etwas höher. Aber wer ihn bezahlt, macht dies auch, weil er eine Haltung hat“, ist Morgenroth überzeugt.

Glaube an ihr Produkt treibt sie an

Überzeugt ist sie auch von ihrem Produkt. Denn ohne diesen Glauben an den Erfolg wären die vielen Hürden wohl nur schwer zu meistern. „Ich habe vor einem Jahr ein Start-up gegründet und stecke seither all meine Zeit und Kraft in mein Produkt.“

In nächster Zeit gehe es nun darum, das Getränk auf dem Markt zu etablieren, langfristig soll das Start-up dann wachsen.

Schlaflose Nächte bereitet ihr der Sprung in die Selbstständigkeit nicht. „Ich würde viel schlechter schlafen, wenn ich es nicht versucht hätte.“

Mehr zum Getränk unter www.gbrau.com.

Von Danilo Hafer

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