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Brieselanger Pferdehof mit starker Jugendarbeit

MAZ-Serie Brieselanger Pferdehof mit starker Jugendarbeit

Seit Ende der 1990er Jahre ist die Familie Polzfuss auf dem rund zwei Hektar großen Hof in Brieselang Zuhause. Die Pferde stehen im Mittelpunkt ihrer Arbeit. Jugendliche lernen hier nicht nur das Reiten, sondern auch den richtigen Umgang mit den Tieren – mit allem was dazugehört.

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Die ewigen Ansprechpartner: Die Betreiber des Landwirtschaftsbetriebes und Pferdehofes Mathias und Silvana Polzfuss und Jugendwartin des Brieselanger Reit- und Fahrvereins Brigitte Schaetzke.

Quelle: Laura Sander

Brieselang. Eier, Wurst und Marmelade – der Frühstückstisch im Casino des Brieselanger Pferdehofs ist reich gedeckt. Betreiberin Silvana Polzfuss und Brigitte Schaetzke trinken noch einen letzten Kaffee, bevor es wieder an die Arbeit geht. „Während des gemeinsamen Frühstücks steht der Hof quasi still“, lacht Polzfuss. „Es stärkt das Gemeinschaftsgefühl und ist die einzige Zeit des Tages, in der wir in Ruhe zusammenkommen.“

Umzug auf die ehemalige LPG

Seit kapp 20 Jahren existiert der Landwirtschaftsbetrieb und Pferdehof Polzfuss auf der ehemaligen LPG in Brieselang. „Wir hatten schon zuvor einen kleinen Betrieb mitten im Ort. Mit der Umgehungsstraße kam der Umzug“, erinnert sich Silvana Polzfuss. „Das war aber ganz gut so, denn nach der Wende häuften sich die Anfragen nach Stellplätzen und Reitunterricht.“ Seit 1998 ist die Familie Polzfuss also mit 15 eigenen und 80 Einstellerpferden auf dem rund zwei Hektar großen Hof mit mehreren Koppeln, einer Reithalle, Spring- und Dressurplätzen und einem Longierzelt Zuhause. „Die Pferde stehen im Mittelpunkt. Sie leben bei uns auf großen Koppeln im Herdenverband, werden zwei Mal im Jahr osteopathisch behandelt – das beugt Krankheiten und die Pferde sind ausgeglichen.“ Stroh und Heu für den Eigenbedarf baut der Pferdehof selber an, mit Mann Mathias Polzfuss ist der Hufschmied gleich vor Ort.

Misten bleibt Handarbeit

Mit der Vergrößerung und den zunehmenden Reitschülerzahlen ging Ende der 90er Jahre die Gründung des Reit- und Fahrvereins einher, der heute rund 160 Mitglieder hat – größtenteils Kinder und Jugendliche. „Verein und Betrieb sind zusammen groß geworden und bilden eine Symbiose. Wir sind ein super Vereinsteam und haben in der Vergangenheit schon einiges gemeinsam gestemmt“, so die 45-jährige Vorsitzende, die mit zwölf Jahren das erste Mal auf einem Pferd saß. „Ich bin immer dabei geblieben. Neben meiner Arbeit als Krankenschwester habe ich außerdem die Ausbildung zur Pferdewirtin abgeschlossen“, so Polzfuss, die 2004 zusätzlich ihre Meisterprüfung absolvierte. „Seitdem bilden wir aus. Einige unserer Lehrlinge haben sogar mit Auszeichnung abgeschlossen“, so Silvana Polzfuss stolz. „Es ist ganz klar ein von Frauen dominerter Beruf, trotz der harten Arbeit. Wir sind froh über jede helfende Hand und haben viel Technik angeschafft, die die Arbeit etwas erleichtert – das Misten bleibt aber Handarbeit.“

Der Spaß steht im Vordergrund

Da müssen auch die Reitschüler mit anpacken. „Es geht ja nicht nur um den Sport, sondern auch um das Tier selbst. Die Reiter helfen regelmäßig – das gehört einfach dazu“, erklärt Jugendwartin Brigitte Schaetzke, deren jüngste Schüler gerade einmal vier Jahre alt sind. „In dem Alter ist natürlich alles noch sehr spielerisch – die Kinder werden durch die Arbeit mit den Pferden selbstbewusster. Mit dem Alter steigert sich natürlich der Schwierigkeitsgrad“, so die 52-Jährige. „Leistungsdruck gibt es bei uns nicht – der Spaß steht im Vordergrund.“ Und auch für den Trainernachwuchs sorgt der Pferdehof Polzfuss selber. „Wenn wir merken, dass unsere Reitschüler dabei bleiben, Interesse und Verantwortungsbewusstsein haben, finanziert der Verein ihnen den Trainerschein. Zunächst sind sie für einige Zeit Trainerassistenten, bis sie dann mit 18 Jahren die dreiwöchige Trainerausbildung absolvieren können“, so Schaetzke. „Das Wichtigste ist, dass die Kinder ein Auge dafür entwickeln, wo sie gebraucht werden und wie es den anderen Reitern und Pferden geht. Niemand ist hier auf sich allein gestellt – alle packen mit an“, so Silvana Polzfuss.

Reit- und Fahrturnier

Das diesjährige Reit- und Fahrturnier findet vom 10. bis 12. Juni statt. Organisiert wird es vom Reit- und Fahrverein Brieselang .

Reiter treten zu Fahr-, Dressur- und Springprüfungen an. Etwa 1200 Starter und 700 Pferde sind angemeldet.

In den

vergangenen Jahren zählten die rund 150 Helfer über 3000 Besucher aus Berlin und Brandenburg.

Ein besonders Highlight ist das Flutlichtspringen am Samstagabend.

Das gilt auch für Großveranstaltungen, wie das große Reit- und Fahrturnier, das einmal im Jahr auf dem Hof ausgerichtet wird. „Es wird insgesamt rund 1200 Starter geben. An dem Juniwochenende sind bis zu 700 Pferde hier auf dem Hof – ein riesiger logistischer Aufwand.“ Bereits zum elften Mal organisiert der Verein das beliebte Spektakel in Brieselang. „Für das diesjährige Turnier haben wir sogar Fördergelder über 2000 Euro erhalten. Bislang sind wir immer mit einem Minus aus dem Turnier herausgegangen – das soll in diesem Jahr anders laufen“, sagt Polzfuss. Bänke, Hindernisse, Technik und die Preisrichter werden von dem Geld bezahlt, das trotzdem knapp ist. „Wir brauchen allein 150 Helfer, da wir wieder mit mehreren tausend Zuschauern aus Berlin und Brandenburg rechnen.“ Das könne nur funktionieren, weil sich so viele Reitkinder, Eltern, Einsteller und Vereinsmitglieder an diesem Wochenende einbringen.

Von Laura Sander

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