Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 8 ° Sprühregen

Navigation:
Brieselanger empört wegen Ruhestörung

Für Errichtung der Traglufthalle soll auch nachts gearbeitet werden Brieselanger empört wegen Ruhestörung

Damit die als Notunterkunft vorgesehene Traglufthalle so schnell wie möglich fertiggestellt wird, darf die beauftragte Firma bis 16. Januar auch nachts arbeiten. Anlieger, die nahe der Baustelle wohnen, können ein Ausweichquartier beantragen. Die Gemeinde hat sich wegen der Genehmigung beim Landesumweltamt beschwert.

Voriger Artikel
Gottesdienste im Stundentakt
Nächster Artikel
Brieselanger Briefkasten gesprengt

Hier soll die Brieselanger Traglufthalle entstehen.

Quelle: Andreas Kaatz

Brieselang. Für die Anwohner der geplanten Traglufthalle an der Lange Straße könnten die Nächte nach Weihnachten unruhig werden. Weil die Firma Paranet es nicht geschafft hat, die Notunterkunft für 300 Flüchtlinge rechtzeitig zum 19. Dezember fertigzustellen, soll bis zum 16. Januar auch Nachtarbeit möglich sein. Vor allem jene Anlieger, deren Häuser sich sehr nahe an der Baustelle befinden, könnten um den Schlaf gebracht werden, da Lärmstärken von etwa 67 Dezibel möglich sind. Dies entspricht in etwa den Geräuschen eines Rasenmähers. Die Gemeinde hat jetzt gegen die Regelung protestiert.

Die Genehmigung für die Arbeit in maximal zehn Nächten ab 22. Dezember wurde vom Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV) erteilt. Ausgenommen davon sind der 24. Dezember sowie Sonn- und Feiertage. Somit wäre die Nachtarbeit wieder ab Montag, 28. Dezember, möglich. Das LUGV hat der Firma Paranet die Auflage erteilt, die Anwohner im Umkreis von 300 Meter über bevorstehende nächtliche Arbeiten zu informieren sowie einen telefonischen Ansprechpartner zu benennen. Außerdem muss die Firma den Anliegern auf Wunsch Ausweichquartiere zur Verfügung stellen. Dies betrifft jene Bürger, deren Häuser weniger als 50 Meter von der Baustelle entfernt sind und die kein Schlafzimmer haben, das sich auf der zur Baustelle abgewandten Gebäudeseite befindet. Es ist in den „den Schallquellen zugewandten Räumen ein Nachtschlaf ausgeschlossen“, heißt es im Bescheid, der damit begründet wird, dass dem Landkreis derzeit 628 Plätze für Flüchtlinge fehlen.

In einem Schreiben ans LUGV zeigt sich Bürgermeister Wilhelm Garn „entsetzt“, dass die Behörde dem Paranet-Antrag stattgegeben hat. Er hat kein Verständnis dafür, dass die Anlieger nun die Terminverzögerungen ausbaden sollen: „Die Nichteinhaltung von Fristen kann und darf nicht mit Störung der Nachtruhe ausgeglichen werden.“Vielmehr müsse die Firma ihr Personal an den Werktagen zu den erlaubten Arbeitszeiten verstärken, um den Zeitverzug aufzuholen. Garn vermisst Hinweise dazu, wer die Auflagen kontrolliert und sieht das Angebot von Ersatzquartieren nicht als Alternative. „Wollen Sie allen Ernstes den Anliegern zumuten, rings um die Weihnachtsfeiertage ihre Wohnung gegen ein Hotel einzutauschen?“, fragt er. Auch über die 50 Meter hinaus werde es in dieser Gegend mit ihrer „ausgeprägten nächtlichen Stille“ sehr laut werden.

Von Andreas Kaatz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Havelland
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg