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Havelland Brieselanger wollen einen Waldkindergarten
Lokales Havelland Brieselanger wollen einen Waldkindergarten
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02:16 05.11.2015
Ideal für Kinder ist dieser Wald am Forstweg in Brieselang. Foto: Hans-Peter Theurich
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Brieselang

Maria-Patricia Nagel möchte einen Kindergarten ohne Dach und Wände in Brieselang gründen. „Der Ort ist ideal mit seinen großen Wäldern“, sagte die junge Mutter. Sie hatte am Sonntag zu einem ersten Treffen in die Oberförsterei in Brieselang eingeladen.

Der Bedarf für solch eine Kindereinrichtung scheint vorhanden. Von den 21 Waldkindergärten in Brandenburg gibt es nur zwei im Havelland, einen in Wustermark und einen in Falkensee. Letzterer sei schon voll, so Maria-Patricia Nagel. Mit Hilfe eines kurzen Films erläuterte sie den sieben interessierten Elternpaaren das Konzept: Jeden Morgen treffen sich die Kinder im Wald in ihrer Hütte oder ihrem Bauwagen. Dann beschließen sie spontan und abhängig vom Wetter, zu welchem ihrer Spielorte sie gehen: an einen Tümpel, um im Matsch zu spielen, auf eine Wiese, um Wolken und Schmetterlinge zu beobachten, oder in den tiefen Wald, um mit den herumliegenden Holzstücken zu spielen. Konventionelles Spielzeug brauchen sie nicht. Ist das Wetter einmal so schlecht, dass selbst die abgehärteten Waldkinder nicht draußen sein können, bleiben sie im beheizten Bauwagen. Alternativ können Jurten, wie sie die Mongolen nutzen, aufgebaut werden. Der klassische Waldkindergarten ist vormittags geöffnet. „Einen Ganztageskindergarten halte ich für realistischer, damit die Eltern berufstätig sein können. Dann ist eine Angliederung an eine Regelkita möglich“, sagte Maria-Patricia Nagel.

Der Film zu sehen waren 20 grüne Hängematten, die sich im Wind hin und her bewegten. Kleine Gesichter schauten verträumt aus den Decken, eine Flöte erklang, eine Geschichte wurde erzählt. Dann bekam jede Hängematte einen Schubs, und die Kleinen schaukelten in den Mittagsschlaf. So könnte es schon nächstes Jahr im Sommer in Brieselang aussehen – wenn, aus Sicht von Maria-Patricia Nagel, alles ideal verläuft. 18 Kinder zwischen drei und sechs Jahren bilden eine Gruppe, die am besten von einem Mann und einer Frau geleitet wird. Eine Ausbildung zum Naturpädagogen sei wünschenswert, so ihre Vorstellung.

Maria-Patricia Nagels Sohn Justus ist fünf Monate alt, auch andere Eltern hatten ihre Steppkes und Kleinkinder mitgebracht. „Kinder unter drei Jahren sollten auch ihren Spaß im Wald haben“, fand die Initiatorin. Die Lösung wäre ein Gebäude für die Kleinsten, damit sie schrittweise mit dem Draußen-Konzept vertraut gemacht werden können.

Viele Vorteile biete das Leben in der Natur: Die Kinder hätten weniger Unfälle, ihre Kommunikation würde besser entwickelt. Nicht zu vergessen der erzieherische Aspekt: „Wenn man die Natur so gut kennengelernt hat, wird man sie später auch besonders schützen“, meinte Maria-Patricia Nagel.

Auf die Eltern kommt viel Arbeit zu. Waldkindergärten leben von Eigeninitiative, so muss ein Trägerverein gegründet werden. Ein Organigramm zeigte, wie viele Spezialisten notwendig sind. Doch die größte Sorge der Eltern ist momentan, dass genügend Mitstreiter zusammenkommen. Finanziell hält sich der Aufwand in Grenzen, denn das Land übernimmt einen großen Teil der Kosten für das Personal und den Bauwagen – wenn der Waldkindergarten eine Betriebserlaubnis hat. „Das kann zwei Jahre dauern“, sagte Nagel. Dann sei ihr Justus genau im richtigen Alter, um eine zünftiges Waldkind zu werden. Kontakt: waldkindergarten@posteo.de

Von Judith Meisner

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