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Havelland Bootskorso gegen Fahrverbot
Lokales Havelland Bootskorso gegen Fahrverbot
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02:17 28.06.2015
Einige der vom Fahrverbot betroffenen Anlieger im kleinen Hafen Brückenkopf. Quelle: Jens Wegener
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Ketzin/Havel

Die Wellen schlagen derzeit hoch in Ketzin. Nicht auf der Havel, sondern in den Amtsstuben des Rathauses. Wütende Anrufer, Anwaltsschreiben und E-Mails erreichen die Verwaltung. Alles dreht sich um die an der Einmündung zum Ziegeleikanal und zum Schleiloch aufgestellten Verbotsschilder für motorbetriebene Schiffe.

Vor wenigen Tagen erst hat sich eine Bürgerinitiative mit dem Namen „Gegen Motorbootverbot am Ziegeleikanal, Brückenkopf und in der Schumachersiedlung“ gegründet, schon gibt es 277 Mitglieder. Sprecher Thomas Witkowski: „Bei Facebook haben wir bereits mehr als 1000 Befürworter. Täglich kommen mehr hinzu, was uns zeigt, dass wir den Leuten aus dem Herzen sprechen.“

Die Bürgerinitiative (BI) vertrete die Interessen von etwa 1000 Anliegern der Wassergrundstücke in dem gesamten Bereich Brückenkopf, Schumachersiedlung und Kliemsiedlung. Die meisten dürfen von der Havel kommend jetzt nicht mehr mit ihrem Motorboot zu ihrem Grundstück fahren, weil diese Kanäle vom Land Brandenburg als „nicht schiffbare Gewässer“ eingestuft wurden. Das geschah bereits Anfang der 90er-Jahre, nur hat das niemanden interessiert, geschweige denn, hätte es jemand kontrolliert. „Ich habe mein Grundstück am Ziegelkanal nur gekauft, weil ich von dort aus mit dem Boot rausfahren kann. Nie war davon die Rede, dass man das nicht darf“, erklärt Witkowski. Sein Mitstreiter Herbert Musch ist ebenso empört wie fassungslos. „Wir fahren schon seit mehr als 20 Jahren dort mit dem Motorboot durch und verstehen nicht, warum jetzt plötzlich die Stadt Ketzin diese Schilder aufgestellt hat. Wir sind jetzt auf unseren Grundstücken praktisch eingesperrt.“

Und weil sich die Anlieger das nicht gefallen lassen werden, haben sie Geld gesammelt und den Potsdamer Anwalt Jens Robbert eingeschaltet. Der legte inzwischen Widerspruch gegen das Aufstellen der besagten Schifffahrtszeichen bei der Stadt ein.

Zur Informationspolitik

Die Kritik der Bürgerinitiative richtet sich auch gegen die Informationspolitik der Stadt Ketzin. Die Kommune hatte erst im Amtsblatt am 5. Juni über die Verbotsschilder informiert, nachdem die Schilder bereits aufgestellt waren.

Das Argument von Bürgermeister Bernd Lück, die Stadt habe im Juli 2014 Aushänge in den Schaukästen zur Nichtschiffbarkeit der Kanäle gemacht, befriedigt die BI nicht. „Dort guckt doch kaum einer hin. Schon gar nicht die Auswärtigen, die hier ihre Grundstücke haben“, sagt Herbert Musch. Die Stadt habe damals nichts im Amtsblatt veröffentlicht.

Die schiebt den schwarzen Peter zum Landkreis Havelland. „Der Kreis hat uns als Eigentümer der Wasserflächen am Ziegeleikanal und am Schleiloch im Zuge des in Arbeit befindlichen Stegkonzeptes für beide Flächen aufgefordert, diese Schilder zu installieren“, sagt Bauamtsleiterin Sabine Pönisch.

Sie sieht im Moment nur zwei Möglichkeiten, die verzwickte Situation aufzulösen: „Entweder die Anlieger beantragen eine Ausnahmegenehmigung zum Befahren mit Motorbooten beim Landkreis. Wobei dann aber die Genehmigung der Stege vorliegen muss. Oder es wird ein Antrag zur Widmung der besagten Wasserflächen als schiffbare Gewässer gestellt.“ Das könne aber nur der jeweilige Eigentümer der Flächen machen. Beim Ziegeleikanal und dem Schleiloch sei das die Stadt Ketzin. „Wir erarbeiten derzeit einen Pachtvertrag mit dem Verein Wochenendsiedlung Brückenkopf, der als Grundlage für die erforderlichen Anträge dienen soll“, so Pönisch.

Bis über die Sache entschieden ist, steht für die Bürgerinitiative und ihren Sprecher Thomas Witkowski fest: „Die Verbotsschilder müssen weg.“ Deshalb veranstaltet die BI am 4. Juli einen Bootskorso vom Trebelsee bis zum Ketziner Stadtsteg. Ab 15 Uhr wird an der Havelpromenade protestiert.

Von Jens Wegener

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