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Havelland Brunnenwasser mit Nitrat belastet
Lokales Havelland Brunnenwasser mit Nitrat belastet
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02:17 30.10.2015
Harald Gülzow in seinem mobilen Labor. Quelle: privat
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Falkensee

Das Grundwasser im Raum Falkensee ist mit Nitraten belastet, das belegen die am Dienstag vom Verein VSR-Gewässerschutz vorgestellten Messergebnisse. Der seit dreißig Jahren aktive Verein hatte Ende August in Falkensee Proben entgegengenommen, dabei erwies sich jede siebente Probe als problematisch. Bei ihr lag der Wert oberhalb des Grenzwertes der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter.

Untersucht wurden 74 privat genutzte Brunnen. Negativ-Spitzenreiter ist eine Anlage in Falkensee-Falkenhagen, hier lag der analysierte Wert bei 102 Milligramm Nitrat pro Liter. Weitere Überschreitungen gab es in Ribbeck mit 96 mg/l, Falkensee-Falkenhain mit 95 mg/l, in Pessin mit 89 mg/l, in Schönwalde mit 79 mg/l und in Dallgow-Döberitz mit 67 mg/l. „Das Wasser ist bei diesen Werten nicht mehr zum Trinken geeignet“, warnt Harald Gülzow, Pressesprecher vom VRS-Gewässerschutz. Der Verein bietet die Analyse von Wasserproben bundesweit an. „In Falkensee war die Resonanz in diesem Jahr sehr groß“, sagt Gülzow. Er rät außerdem, das Wasser nicht zum Befüllen von Fischteichen zu nutzen, da die Gefahr besteht, dass sich Algen massenhaft vermehren können.

Von nitratübersättigtem Grundwasser sind die meisten Havelländer jedoch nicht betroffen. Kunden der Osthavelländische Trinkwasserversorgung und Abwasserbehandlung GmbH können beruhigt sein, versichert Klaus Höckel, Kaufmännischer Leiter der Owa. „Wir entnehmen das Grundwasser, das wir zu Trinkwasser aufbereiten, aus sehr tiefen Schichten“, erklärt er, das geht oft 100 Meter in die Erde. Private Brunnen seien oft nur zehn, zwölf Meter tief.

Das Trinkwasser der Owa wird regelmäßig untersucht, die Nitratwerte liegen hier zwischen 0,5 Milligramm pro Liter (Friesack) und 2,2 mg/l (Staaken/Falkensee). „Die natürlichen Bedingungen sind in Brandenburg für das Grundwasser sehr gut“, erklärt Klaus Höckel. „Im Untergrund der alten Ursprungstäler lagert noch genug sauberes Trinkwasser.“ Die Nutzer privater Brunnen hätten nicht diesen Zugriff in die Tiefe, sie können aber ihr Wasser trotz der höheren Nitratwerten nutzen, sei es zum Gießen oder Wäschewaschen nutzbar. Vom Trinken, gerade für Babys, rät jedoch auch Klaus Höckel ab. Er rät zum Anschluss ans zentrale Wassernetz oder zu Möglichkeiten, das Wasser selbst reinigen. Das empfiehlt auch Harald Gülzow, technische und bezahlbare Lösungen lägen vor.

Als Grund für die hohe Nitratbelastung des Grundwassers machen die Umweltschützer vom VSR-Gewässerschutz seit Jahren die hohen Mengen an Düngemittel wie Gülle, Gärreste, Mineraldünger oder Klärschlamm aus, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden.

Von Marlies Schnaibel

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