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Seit 20 Jahren für die Unesco in aller Welt

Bürgelschule Rathenow Seit 20 Jahren für die Unesco in aller Welt

Mit einer bunten Musikveranstaltung hat die Rathenower Gesamtschule Bruno H. Bürgel am Donnerstag gefeiert, dass sie seit 20 Jahren eine Unesco-Projektschule ist. Ganz am Anfang bauten Bürgelschüler 1995 eine Jugendbegegnungsstätte im Senegal auf, mit dem jüngsten Projekt wird für Kinder in Uganda Unterrichtsmaterial beschafft.

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Als der Chor das russische Lied „Katjuscha“ sang, war das Publikum in der Sporthalle begeistert.

Quelle: Bernd Geske

Rathenow. Mit einer bunten Musikveranstaltung hat die Rathenower Gesamtschule Bruno H. Bürgel am Donnerstag gefeiert, dass sie seit 20 Jahren eine Unesco-Projektschule ist. Als Termin war der 10. Dezember ausgewählt worden, weil das der Welttag der Menschenrechte ist. Wohl nie zuvor ist die Sporthalle voller gewesen, mehr als 700 Zuhörer saßen dicht bei dicht. Es gab nur wenige Ansprachen. Das Fest stand unter dem Motto „Mit Musik um die Welt – Bürgel mit Herz und Courage“. Entsprechend bunt war das Programm, das Lehrer und Schüler auf die Beine gestellt hatten.

Gefordert ist interkulturelles und internationales Wirken

Die Fülle und Vielfalt der in den 20 Jahren realisierten Vorhaben würde Bände füllen. Die Vorgaben der Unesco für ihre Projekt-Schulen lauten kurz zusammengefasst so: gelebte Integration in der Schule, interkulturelles und internationales Wirken, globales Lernen und Bewahren von Nachhaltigkeit. Christine Thiemann, die Unesco-Beauftrage der Schule, muss jedes Jahr einen Bericht über die Aktivitäten an die Bildungs- und Kulturorganisation der Vereinten Nationen schreiben. „Wir wollten für unsere Schule mehr als nur eine regionale Ausrichtung“, hat sich Schulleiter Michael Hohmann erinnert. „Wir wollten Bildungspolitik sehr international verstehen und hatten große Lust, etwas weit außerhalb zu unternehmen.“

Im Dienste der UN

Die Unesco ist die weltweite Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur.

Die Unesco-Schulen bilden ein Netzwerk, das sich für weltweite Projekte mit humanitärem Inhalt einsetzt.

Ausdruck des Engagements der Bürgelschule ist auch die Auszeichnung als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, die sie im November überreicht bekam. Ihr wird von der bundesweit tätigen Aktion Courage damit bescheinigt, für ein demokratisches und diskriminierungsfreies Miteinander einzutreten.

Als erstes Unesco-Projekt haben Bürgelschüler 1995 im Senegal eine Begegnungsstätte für Kinder und Jugendliche aufgebaut. Etwas später wurden sie dafür mit dem bundesweiten Titel „Schule des Jahres“ ausgezeichnet. Ein anderes Projekt führt Bürgelschüler mit Mädchen und Jungen eines Kinderheims im rumänischen Dorf Zsobok zusammen. Bürgelschüler helfen in der Grundschule Geschwister Scholl Flüchtlingskindern bei den Hausaufgaben. Über viele Jahre läuft schon das Rote-Hand-Projekt, mit dem sich Bürgelschüler gegen Ausbildung und Einsatz von Kindersoldaten wenden. Neben der 1. Fußballmannschaft von Hertha BSC haben unter anderem schon Ministerpräsident Dietmar Woidke und Ex-Landesvater Manfred Stolpe (beide SPD) einen roten Farbabdruck ihrer Hand gegeben, um sich für das weltweite Einhalten von Kinderrechten einzusetzen. Im Rahmen des Straßenfußball-Projektes „Kick fair“ waren schon Jugendliche aus Brasilien und Chile in der Bürgelschule zu Gast.

Schülerbedarf für Flüchtlingskinder als Willkommensgruß

Mit dem neuesten Projekt, das gerade auf den Weg gebracht wird, beschaffen und fertigen Bürgelschüler Unterrichtsmaterialien für Kinder in Uganda an. Dieses Land wurde bewusst gewählt, denn damit schließt sich 20 Jahre nach dem ersten Projekt auf dem schwarzen Kontinent nun ein Kreis, indem erneut ein Vorhaben in einem afrikanischen Land umgesetzt wird. Nicht zuletzt konnte die Schule durch eine 1000-Euro-Spende des Unternehmens Kaufland ihr Jubiläum am Donnerstag zum Anlass nehmen, alle dort lernenden Flüchtlingskinder mit Gegenständen des täglichen Schülerbedarfs zu beschenken. Das sollte als herzlicher Willkommensgruß verstanden werden.

Von Bernd Geske

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