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Bürgelschule gibt eine Klasse ans Gymnasium ab

Rathenow Bürgelschule gibt eine Klasse ans Gymnasium ab

Im Ü7-Verfahren kommt es dieses Jahr zu einer Besonderheit. Weil die Gesamtschule Bruno H. Bürgel in Rathenow nur zu einem Drittel ihrer Kapazität Kinder mit dem Schulziel Abitur in die 7. Klassen aufnehmen darf, muss sie Mädchen und Jungen in Klassenstärke an das Jahngymnasium abgeben. Viele Eltern sind mit der Ablehnung durch die Bürgelschule nicht einverstanden.

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Viele Kinder mussten am gestrigen Freitag getröstet werden, weil sie von der Gesamtschule Bruno H. Bürgel einen Ablehnungsbescheid bekommen haben.

Quelle: Bernd Geske

Rathenow. Es ist nichts Neues, dass die Gesamtschule Bruno H. Bürgel in Rathenow-Ost alle Jahre wieder eine größere Zahl von Kindern ablehnen muss, die sich um Aufnahme in die neuen 7. Klassen beworben haben. Sie ist seit Jahren stark gefragt. In diesem Jahr hat es 177 Bewerbungen gegeben, nur 112 Mädchen und Jungen können aufgenommen werden. Es soll vier 7. Klassen geben. Erstmals gibt es jetzt aber die Besonderheit, dass Kinder in einer kompletten Klassenstärke von der Bürgelschule zum Jahngymnasium in Rathenow umgeleitet werden. Ihre Zensuren hätten für die Gesamtschule gereicht. Es gibt andere Gründe, die den Ausschlag gaben. Nicht alle Eltern haben Verständnis dafür.

Manuela Otto: „Die Ablehnung hat uns völlig unerwartet getroffen“

„Die Ablehnung hat uns völlig unerwartet getroffen“, sagt Manuela Otto, eine Mutter mit einem Mädchen in der 6. Klasse einer Grundschule, das sich an der Bürgelschule beworben hat. Am gestrigen Freitag ist der Bescheid eingetroffen. „Wir hatten schon zwei Mädchen, die in die Bürgelschule gegangen sind. Sie haben dort Abitur gemacht und studieren jetzt“, berichtet die Mutter. Sie könne keinen nachvollziehbaren Grund erkennen, der für die Ablehnung ihrer Tochter an der Bürgelschule spreche, teilt Manuela Otto mit. Ihre Familie werde den offenkundig falschen Ablehnungsbescheid nicht hinnehmen, sich jetzt einen Rechtsbeistand suchen und dagegen in Widerspruch gehen. Ein Verfahren, das solche Ergebnisse hervorbringe, sei einfach ungerecht.

„Das Verfahren, nach dem die Kinder abgelehnt wurden, ist formal juristisch korrekt“, erklärt Michael Hohmann, Leiter der Bürgelschule. Die Rechtsstelle des Staatlichen Schulamtes in Neuruppin habe es so angeordnet, er als Schulleiter sei an die geltenden Gesetze gebunden. Man müsse wissen, erklärt er, dass eine Gesamtschule nur zu einem Drittel ihrer Kapazität Kinder aufnehmen dürfe, die den Wunsch des Abschlusses der Allgemeinen Hochschulreife (also Abitur) haben. Bei insgesamt 112 Kindern, die aufgenommen werden, dürften es nur 36 sein. Persönlich könne er nachempfinden, dass die Eltern es als Widerspruch empfinden, dass ihre Kinder die erforderlichen schulischen Leistungen haben, aber trotzdem nicht an der Bürgelschule aufgenommen werden.

Bislang waren es Einzelfälle, jetzt ist es erstmals eine ganze Klasse

„Ich fühle mich nicht besonders wohl“, sagt Michael Hohmann, „dass ich jetzt Schüler ablehnen musste, die ich sehr gern an meiner Schule gehabt hätte.“ Bislang seien es eher Einzelfälle gewesen, erklärt er, dass an seiner Schule abgelehnte Kinder so leistungsstark waren, dass sie an das Jahngymnasium umgelenkt werden konnten. Dass es diesmal die Größenordnung einer ganzen Klassenstärke erreiche, sei eine völlig neue Qualität. Anke Koch, die Leiterin des Jahngymnasiums, war am Mittwoch und Freitag nicht zu erreichen.

Kornelia Schießke vom Staatlichen Schulamt in Neuruppin bestätigt, dass im Jahngymnasium eine zusätzliche 7. Klasse eingerichtet wird, um die Schüler aufzunehmen, die an der Bürgelschule aus Kapazitätsgründen nicht aufgenommen werden konnten. Sie verfügten über eine Eignung zum Besuch einer Schulform, die den Bildungsgang Allgemeine Hochschulreife anbietet, erklärt sie. Die Gesamtschule habe ein Drittel mit diesem Bildungsgang aufzunehmen. Laut Schulgesetz bedeute das im Aufnahmeverfahren, innerhalb dieser Schülergruppe eine Eignungsfeststellung durchzuführen. Im Umkehrschluss heiße dies, teilt Kornelia Schießke mit, dass die abgelehnten Schüler trotzdem über die Eignung für diesen Bildungsgang (auch am Gymnasium) verfügen.

Von Bernd Geske

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