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Havelland Bürgerbus-Verein sucht dringend neue Fahrer
Lokales Havelland Bürgerbus-Verein sucht dringend neue Fahrer
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17:35 10.04.2018
Bernd Friedrich fährt seit drei Jahren ehrenamtlich den Bürgerbus in Dallgow. Regelmäßig befördert er auch Ursula Dittrich vom Sperlingshof. Quelle: Danilo Hafer
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Dallgow/Brieselang

Seine Stammgäste erkennt Bernd Friedrich schon von weitem. Seit drei Jahren gehört er zu den derzeit 14 ehrenamtlichen Fahrern des Bürgerbusses Dallgow-Döberitz. Genutzt wird dieser vor allem von den älteren Mitbürgern.

Am Donnerstag wartet auch Ursula Dittrich am Dallgower Bahnhof auf den Bürgerbus. Sie muss am frühen Vormittag ein paar Dinge erledigen und will nun zurück zum Sperlingshof, wo sie wohnt.

Zum Sperlingshof fährt sonst kein Bus

„Ich fahre fast drei bis viermal in der Woche mit dem Bürgerbus und könnte mir nicht vorstellen darauf zu verzichten“, sagt sie. „Zum Sperlingshof fährt sonst ja auch kein Bus, wir sind die einzigen.“

Der Bürgerbus dreht in Dallgow seit 2013 seine Runden, der Brieselanger Bürgerbusverein ist sogar schon seit 2007 aktiv. In beiden Gemeiden ist der Bus inzwischen eine feste Institution, die nicht mehr wegzudenken ist und dennoch plagt die beiden Vereinsvorsitzenden, Gerhard Franzen in Dallgow und Günter Lüders in Breiselang ein großes Problem.

„Wir suchen dringend noch Fahrer, die sich ehrenamtlich engagieren möchten“, so Franzen. In Dallgow sind es derzeit 14, in Brieselang 18 Fahrer.

Hintergrund

Der Bürgerbus hat in Dallgow im vergangenen Jahr 7016 Personen befördert. Mit 588 Fahrgästen war der Juni der stärkste Monat.

Die Strecke vom Dallgower Bahnhof über Sperlingshof, weiter zum Havelpark fährt der Bürgerbus dreimal am Vormittag und dreimal am Nachmittag.

29 Haltestellen werden vom Bürgerbus bedient. Im Jahr legen die Fahrer im Durchschnitt rund 30 000 Kilometer zurück.

„Es fallen immer wieder Fahrer aus Krankheits- oder auch Altersgründen aus, wir haben aber kaum Ersatz“, sagt Günter Lüders. Neue Gesichter hinterm Lenkrad werden daher dringend gesucht. Vor knapp einem Jahr wurde auch Martina Franzen Teil des Fahrerteams und möchte dieses Ehrenamt schon jetzt nicht mehr missen.

Die Fahrer sind eine eingeschworene Gemeinschaft

„Man lernt seinen eigenen Ort noch einmal völlig neu kennen. Der Bus ist wie eine kleine rollende Kommunikationszelle“, sagt die 60-Jährige.

Auch die Fahrer selbst seien inzwischen eine eingeschworene Gemeinschaft. „Es ist richtig familiär und wir treffen uns auch regelmäßig und als Frau weiss ich auch, wen ich anrufen kann, wenn die Tür mal klemmt“, sagt Martina Franzen.

Das Wichtigste sei für sie aber die Dankbarkeit, die ihr die Fahrgäste entgegenbringen. Das ist es auch, was Hans-Joachim Rapp aus Brieselang antreibt, dort seit zwei Jahren den Bürgerbus zu fahren.

Früher hat die nötige Zeit gefehlt

„Diese Dankbarkeit zu erfahren ist einfach fantastisch“. sagt er. Dass er sich einmal beim Bürgerbus engagieren möchte stand für den heute 64-Jährige schon fest, als er noch berufstätig war.

Damals habe ihm noch die nötige Zeit gefehlt. „Als ich dann aber in Rente ging, habe ich sofort als Fahrer angefangen“, so Rapp. Dabei kann es auch vorkommen, dass Fahrer auf der Straße angesprochen werden.

Das ist auch Martina Franzen erst vor kurzem passiert. „Da sprach mich plötzlich ein kleines Mädchen an und fragte: bist du nicht der Bürgerbus? Das war schon witzig“, erinnert sich Franzen.

Die Menschen schätzen das ehrenamtliche Engagement

Sie habe das Gefühl, dass das ehrenamtliche Engagement von den Menschen sehr geschätzt wird und kann nur jeden ermutigen sich zu engagieren. „Ich kann mir kein besseres Ehrenamt vorstellen.“

Wer sich beim Bürgerbus einbringen möchte, benötigt dafür im übrigen erst einmal nur einen normalen Pkw-Führerschein. Um die weitere Organisation kümmert sich dann der Bürgerbusverein. Wer fahren möchte, braucht dann einen Personenbeförderungsschein, ein Führungszeugnis und drei ärztliche Atteste. „Die Kosten dafür übernimmt aber der Bürgerbusverein“, sagt Günter Lüder. Eine Altersgrenze gibt es nicht.

Zu Fuß wäre die Strecke nicht zu bewältigen

Bernd Friedrich begrüßt im Dallgower Bürgerbus der Linie 670 währenddessen Uta Holz, Die 77-Jährige kommt gerade vom Einkaufen, hat Suppengrün und allerlei andere Lebensmittel besorgt.

Nun soll es in die Bahnhofstraße gehen. „Zu Fuß könnte ich die Strecke mit den schweren Tüten niemals alleine schaffen“, berichtet sie.

Fahrer Bernd Friedrich hilft ihr selbstverständlich auch dabei, die Tüte sicher im Bus zu verstauen, auch wenn er dadurch etwas aus dem Zeitplan gerät. „Ich sage meinen Fahrgästen immer, wir kommen vielleicht nicht jedes Mal genau nach Plan, aber wir kommen. Und das ist das entscheidende“, sagt Friedrich und fährt los.

Von Danilo Hafer

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