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Bürgerbus hat 100 000 Fahrgäste

Brieselang Bürgerbus hat 100 000 Fahrgäste

Den 100 000. Fahrgast konnte der Brieselanger Bürgerbus-Verein am Sonntag begrüßen. Es ist Katrin Bungies, die recht häufig mit dem Verkehrsmittel unterwegs ist, das von ehrenamtlichen Fahrern gesteuert wird. Seit nunmehr zehn Jahren verbindet der Bus die beiden Ortsteile Bredow und Zeestow mit dem Hauptort Brieselang.

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Da hat sich Katrin Bungies aber sehr gefreut: Sie ist der 100 000. Fahrgast im Brieselanger Bürgerbus.

Quelle: Carsten Scheibe

Brieselang. Die Gemeinde Brieselang ist stolz auf den feuerroten Bürgerbus. Das merkt man anlässlich der Ehrenfeier, die am Sonntag im Hof des Märkischen Künstlerhofs abgehalten wurde. Vor der Tür stand nicht nur der Bürgerbus, sondern auch die Feuerwehr. Die fuhr den Kran aus und reckten ein Schild in den blauen Himmel, das klar die Devise für die Feier vorgab: „10 Jahre Bürgerbus – 100 000 Fahrgäste.“

Heinz Hertzburg (74) ist seit der Gründung des Vereins Bürgerbus Brieselang vor zehn Jahren mit dabei: „42 Leute sind bei uns im Verein, aber nur 20 von ihnen fahren den Bürgerbus, davon sind vier Frauen. Nur zwei der Fahrer sind volltags im Einsatz und sitzen zehn Stunden hinter dem Lenkrad, die anderen sind halbtags tätig. Eigentlich bräuchten wir aber 28 bis 30 ehrenamtliche Fahrer, um den Betrieb ganz sicher aufrecht zu erhalten.“

Der Bürgerbus ist von Montag bis Freitag unterwegs, um vor allem die Brieselanger aus dem Norden und aus dem Süden, aus Bredow und Zeestow, einzusammeln und für kleines Geld ins Zentrum zu bringen – etwa für einen Arztbesuch. Das ist wichtig, da zwar die Anbindung an Berlin bestens funktioniert, die Fahrwege innerhalb von Brieselang aber noch nicht ausreichend sind. Bürgermeister Wilhelm Garn hat es ausgerechnet: „Würde man vom nördlichsten Punkt in Brieselang zu Fuß ins Zentrum laufen, bräuchte man dafür 40 Minuten. Wenn man jung ist. Und ohne schwere Einkaufstaschen. Aus diesem Grund ist der Bürgerbus so wichtig.“

340 Bürgerbusse gibt es in Deutschland. In Brandenburg ist das Dutzend noch lange nicht voll, aber man hilft und unterstützt sich. Zur 10-Jahres-Feier waren auch Kollegen aus Gransee und Lieberose angereist. Landrat Roger Lewandowski: „Es wäre schön, wenn die Anzahl der Bürgerbusse im Havelland noch weiter steigen würde. Gerade in der weiten Fläche macht das sehr viel Sinn. Das ist ein tolles Beispiel für das Ehrenamt.“ Kathrin Schneider, Ministerin für Infrastruktur, war auch vor Ort: „Bürgerbusse sind eine echte Erfolgsgeschichte in Brandenburg. Ohne dieses ehrenamtliche Engagement gäbe es keine Verbesserung in der Mobilität.“

Lewandowski kündigte eine Verdopplung der von den Bussen geleisteten Kilometer in Brieselang an. Havelbus und Bürgerbus würden den Schulterschluss wagen, um von 5 bis 20 Uhr jede Stunde einen Bus auf die Strecke zu bringen. Das ist wichtig, denn bei einer Auslastung von über 50 Prozent gerät der Bürgerbus in Gefahr, am eigenen Erfolg zu scheitern: Ab einer Auslastung von 66,6 Prozent kann nicht mehr jeder Fahrgast mitgenommen werden. Das würde Katrin Bungies sehr bekümmern. Sie stammt aus Zeestow und fährt fast jeden Tag mit dem Bürgerbus. Sie wurde von Vereinsvorstand Günter Lüder als 100 000. Fahrgast geehrt. Katrin Bungies: „Die Fahrer vom Bürgerbus sind so ein liebes Team, das ist wie eine Familie für mich. Man kann sich immer auf den Bürgerbus verlassen. Und wenn man einmal krank ist, dann wird man sogar vermisst und anschließend gefragt, was denn los war.“

Von Carsten Scheibe

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