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Eisvogel als Maskottchen

Falkenseer Bürgerinitiative kümmert sich um Biotop Moosbruchheide Eisvogel als Maskottchen

Die Bürgerinitiative Moosbruchheide kümmert sich seit zehn Jahren um ein Biotop am westlichen Stadtrand von Falkensee, auf dem sie viele seltene und geschützte Pflanzen- und Tierarten nachgewiesen haben. Nun wollen sie als Maskottchen eine Eisvogel-Skulptur aufstellen.

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Peter Bruhn sägte den Vogel aus einem Eichenstamm.

Quelle: privat

Falkensee. Mit einem Maskottchen geht vieles besser, das sagte sich auch die Falkenseer Bürgerinitiative Moosbruchheide. Einen Eisvogel haben sich die Biotop-Schützer ausgesucht. Und das nicht von ungefähr, sondern weil der kleine, attraktive Vogel gleich neben der Moosbruchheide, am Russengraben nistet. Der junge Naturfotograf Dennis Schulz hat ihn fotografiert.

„Der Eisvogel steht auf der geschützten Liste, das passt sehr gut zu unserem Anliegen“, sagt Karin Schofeld von der BI: der geschützte Vogel als Sinnbild für das schützenswerte Biotop.

Das sehen nicht alle so: Die 1,3 Hektar große Fläche sollte vor Jahren bebaut werden. Privat- und kommunales Land wäre dann zu Bauland geworden. Proteste von Anwohnern und Naturschutzorganisationen verhinderten das. Mit der Zurücknahme des Aufstellungsbeschlusses nahm sich die Bürgerinitiative aber nicht zurück, sie legte erst richtig los. Seitdem wird in mühevoller Handarbeit die Fläche gepflegt, wird die wuchernde Goldrute mit der Hand ausgezupft, kleine Flächen werden gemäht.

„In diesem Jahr haben freiwillige Helfer 42 Kubikmeter Mahd von der Fläche geholt, die Stadt hat sie abgeholt. Da klappt die Zusammenarbeit sehr gut“, sagt Karin Schofeld.

Mit fachlicher Unterstützung wurde Flora und Fauna der Moosbruchheide erfasst. Dabei erhielten die Biotop-Schützer fachliche Unterstützung von Rüdiger Knösche, an der Potsdamer Universität Professor für Vegetationsökologie und Naturschutz, und von Wolfgang Beier vom Haus am Anger in Falkensee. Viele bedrohte Arten konnten nach gewiesen werden...... „Im Frühjahr haben wir die Liste bei der Unteren Naturschutzbehörde eingereicht“, erklärt Karin Schofeld, dort wird sie geprüft. Die Liste soll Quelle sein, um den Schutzstatus „Gesetzlich geschütztes Biotop“ weiter zu festigen. Und es sollen auch weitere Begehrlichkeiten von Käufern und Bauherren in Schach gehalten werden. Plakate in der Zeppelin- und Lilienthalstraße zeigen, dass die Anwohner weiter befürchten, dass die sensible Fläche ganz oder teilweise bebaut wird.

Rüdiger Knösche hatte der BI im Sommer vor Ort bescheinigt, dass sich der Zustand der Finkenkruger Moosbruchheide verbessert hat. Die Fläche weist verschiedene Bereiche auf – neben dem Feuchtareal ist das auch ein Trockenrasenstück. „Wir wollen die Fläche weiter pflegen und die Artenvielfalt stärken“, sagt Karin Schofeld. Dafür will die Bürgerinitiative auch andere begeistern. Die Zusammenarbeit mit dem Haus am Anger ist sehr gut. Vor allem junge Leute interessieren sich für die Wiese. So haben Hendrik Wolter und Carl Schoeneich vom Lise-Meitner-Gymnasium mit ihrer Untersuchung zur Moosbruchheide in diesem Jahr einen 5. Preis beim Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ gewonnen.

Und vielleicht wird auch der Eisvogel manchen neuen Freund für die Finkenkruger Moosbruchheide gewinnen. Die Falkenseer haben in Röbel mit Peter Bruhn einen Mann gefunden, der ihnen den Vogel mit einer Kettensäge aus einem großen Eichenstamm geholt hat. Wo genau er aufgestellt wird, muss noch entschieden werden. Ein Hingucker wird er auf jeden Fall sein. Vielleicht hilft er ja auch, die offizielle Wahrnehmung des Biotops zu befördern. „In Schönwalde macht der Bürgermeister gelegentlich Grabenwanderungen, vielleicht könnte man auch in Falkensee die Natur mehr erkunden?“, regt Karin Schofeld an.

Von Marlies Schnaibel

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