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Bürgerinitiative fordert Sonderzonen für Gräben

Biberbeauftragte zu Besuch in Rathenow Bürgerinitiative fordert Sonderzonen für Gräben

Die Brandenburger Biberbeauftragten Undine Schubert und Mathias Gutt haben bei einem Vor-Ort-Termin in Rathenow verschiedene Grabenabschnitte mit der Bürgerinitiative Grundwasser besichtigt. Die Landesbeauftragten hörten sich die deren Sorgen an, Entscheidungen können sie zur Enttäuschung der Initiative aber nicht treffen.

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Manfred Loew mit den Biberbeauftragten Undine Schubert und Mathias Gutt am Schwanengraben an der B 188n, wo Biber immer wieder neue Dämme errichten.

Quelle: Uwe Hoffmann

Rathenow. In den vergangenen Monaten ist es etwas ruhiger um die Problematik des Grundhochwassers in Kellern Rathenower Hauseigentümer geworden. Im vorigen Jahr wurden einige Forderungen der Bürgerinitiative (BI) Grundwasser in Rathenow und Umgebung bezüglich der Räumung von Gräben erfüllt. Eine wichtige Forderung war immer die wirksame Entfernung von Biberdämmen in den Entwässerungsgräben, um den Grundwasserspiegel auf einem niedrigeren Niveau wie noch vor 30 Jahren zu halten. Dazu hofften die BI-Vertreter auf die neue Landes-Biber-Verordnung. Diese ist nun seit Mai in Kraft. Im November trafen sich Vertreter verschiedener Bürgerinitiativen, die sich mit der Grundhochwasserproblematik im Land beschäftigen, mit den neu eingesetzten Biberbeauftragten in Potsdam. Die Rathenower BI lud Undine Schubert und Mathias Gutt ein, um ihnen die Problematik im Stadtgebiet vor Ort zu schildern. Beide sind seit September 2014 im Umweltministerium als Biberbeauftragte für das Land Brandenburg tätig.

Frische Biberfraßspuren am Rathenower Schwanengraben

Frische Biberfraßspuren am Rathenower Schwanengraben

Quelle: Uwe Hoffmann

Am Dienstagvormittag nahmen der Erste Beigeordnete der Stadt Rathenow Hans Jürgen Lemle und der Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes Winfried Rall nun an einer gemeinsamen Gesprächsrunde im Rathaus teil. „Uns ist das unbürokratische Entfernen von Biberdämmen in bestimmten Abschnitten von Entwässerungsgräben wichtig, damit zeitnah reagiert werden kann“, sagt Manfred Loew von der Bürgerinitiative. „Diese Genehmigung kann die Untere Naturschutzbehörde dem Wasser- und Bodenverband auf Grundlage der neuen Biberverordnung erteilen.“ Die BI fordert die Genehmigung so genannter Sonderzonen für den Schwarzen Graben sowie den Riesenbruch-, Kör-, Herren- und Schwanengraben.

Gemeinsames Gespräch mit den Unteren Naturschutzbehörden

„Die Biberproblematik beschäftigt uns immer mehr. Mit der neuen Biber-Verordnung hat die Politik jetzt reagiert“, meint Winfried Rall. „Die immer wieder geschaffenen Biberdämme kontinuierlich zu beseitigen oder in der Höhe zu verringern würde helfen. Wichtig wäre auch eine aktuelle Bestandsaufnahme der Biberbauwerke. Dazu sind wir derzeit personell nicht in der Lage.“ Der Wasser- und Bodenverband (WBV), der für insgesamt 1200 Grabenkilometer zuständig ist, hat gleich mit vier Unteren Naturschutzbehörden (UNB) zu tun: Havelland, Potsdam-Mittelmark, Brandenburg und Ostprignitz-Ruppin. Als erster Schritt wurde ein gemeinsames Gesprächs im Januar zwischen WBV und den UNBs vereinbart. „Spätestens für Ende Februar möchte ich einen Fahrplan haben, wie gemeinsam gehandelt werden soll“, so Rall.

Um sich vor Ort ein Bild zu machen fuhren die BI-Vertreter mit den Biberbeauftragten an einige Rathenower Grabenabschnitte. „Hier, wo der Schwanengraben nahe unter der B 188n und der ICE-Strecke entlang führt, hat der WBV erst kürzlich beräumt und schon hat der Biber das Wasser wieder angestaut“, erklärt Manfred Loew. Am Riesenbruchgraben gibt es vier kleine Stauwerke. Hier hat der Biber die Wasserdurchlässe blockiert. „Der Wasserpegel ist hier aktuell viel zu hoch“, sagt Guido Pritzkow, Marketingleiter des Golfresorts Semlin. „Um das Wasser wieder auf ein Normalniveau zu bringen, ist es nötig, die entstandenen Biberburgen zu beseitigen.“ Eine Reaktion der UNB auf eine entsprechende Mail des Golfresorts steht noch aus. „Der Wasserpegel wurde hier auf 26,50 Meter festgelegt“, erklärt BI-Vorstand Rolf Ursinus. „Zur Zeit liegt er mindestens bei 26,90 Meter.“ Durch den höheren Grundwasserspiegel zeigen sich derzeit Wasserpfützen auf dem Grün und in den Bunkern des Golfplatzes.

Biberbeauftragte nehmen Sorgen der Bürgerinitiative zur Kenntnis

„Wir können nur Vorschläge machen, Hinweise und Kritik aufnehmen und beratend tätig werden. Die UNB entscheidet letztendlich“, sagt Mathias Gutt. „Gute Erfahrungen haben wir im Oderbruch gemacht, wo sich alle Beteiligten an einen Tisch gesetzt haben.“ Manfred Loew zeigte sich etwas enttäuscht, dass sich die Aufgaben der Biberbeauftragten auf die Beratung der Wasser- und Bodenverbände, Öffentlichkeitsarbeit und Vermittlung bei Problemen mit dem Biber beschränkt. „Wir haben jetzt die Sicht der BI kennengelernt und nehmen sie mit nach Potsdam. Möglicherweise gibt es bezüglich der Verringerung der Höhen der Biberdämme eine kurzfristige Lösung“, so Undine Schubert. „Die positiven Gespräche heute sind eine Basis für eine Lösung der Probleme“, lautete Loews Fazit.

Von Uwe Hoffmann

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