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Norbert Kunz will Bürgermeister werden

Wahlkampf in Falkensee Norbert Kunz will Bürgermeister werden

Am 27. September wird in Falkensee ein neuer Bürgermeister gewählt. MAZ stellt die Kandidaten und ihre wichtigsten Ziele vor. Norbert Kunz (Linke) tritt an und setzt vor allem auf eine soziale Stadt.

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Gesicht der Linkspartei: Norbert Kunz.

Quelle: Marlies Schnaibel

Falkensee. „Die Falkenseer wählen immer noch einen Bürgermeister und keinen Bademeister“, kommentiert Norbert Kunz (57) die anhaltende Hallenbad-Diskussion in der Stadt. Es ist nicht so, dass der redegewandte Mann zu dem Thema keine Meinung hätte – seit Jahren setzen sich die Linken für ein Hallenbad in Falkensee ein und halten es für finanziell machbar. „Aber es wäre tragisch, wenn das Thema ‚Hallenbad’ alle anderen Themen verdrängen würde“, sagt Norbert Kunz, der für die Partei Die Linke in den Bürgermeisterwahlkampf zieht.

Die Wahlplakate sagen dabei einiges über den Mann, der seit 1999 in Falkensee wohnt und als politischer Mitarbeiter im Bundestag arbeitet. „Links und Kunz“ ist da zu lesen und verrät etwas von der Lust des Mannes an Sprache und Witz. „Eine Stadt für alle“ steht auf anderen Tafeln und sagt mehr über den programmatischen Ansatz des Kandidaten, der vor fünf Jahren die SPD aus Protest gegen die Bundespolitik verließ. Zu wenig Soziales in der Sozialdemokratie, war damals seine Kritik. Mit der Partei der Linken will er sich dafür einsetzen, dass Falkensee eine soziale Stadt bleibt und nicht eine reine Idylle für Besserverdienende wird. „Wir brauchen neuen und bezahlbaren Wohnraum und dürfen das nicht alles dem Markt überlassen“, sagt er. „Wir müssen dafür sorgen, dass die Mieten nicht steigen und die Leute aus der Stadt gedrängt werden.“ Er ist für die Verdichtung des Zentrums und nicht der Ränder, und er hofft, dass auch die städtische Wohnungsgesellschaft wieder neuen Wohnraum schaffen wird.

Kunz will der Stadt ein sozialeres Gesicht geben und stellt schon mal zur Diskussion: „Für jedes Kita-Kind eine kostenlose warme Mahlzeit am Tag – das wäre doch was.“

Dass der Sozialwissenschaftler überhaupt zur Wahl angetreten ist, hängt mit seinen Erfahrungen in der Falkenseer Kommunalpolitik zusammen. Vor acht Jahren hatte die Linke keinen Bewerber ins Wahlrennen geschickt. „Acht Jahre Erfahrungen mit der großen Koalition in Falkensee liegen hinter uns“, sagt er, viele Ideen der Opposition wurden mit der Arroganz der SPD-CDU-Mehrheit abgelehnt. „Deshalb ein eigener Kandidat, mit eigenen Ideen“, begründet er seine Bewerbung. „Selbst gestalten statt nur verwalten“, benennt er sein Bürgermeister-Motto.

Bei allen eigenen Ideen muss nicht jedes Rad neu erfunden werden. „Wir haben in den vergangenen Jahren in Falkensee einige dicke Brocken gestemmt: Stadthalle, Sportplätze am Rosentunnel, Kitas, Schulbauten, Straßen-Masterplan“, zählt er auf, „das waren sehr oft gemeinsame Beschlüsse, das kann sich keiner exklusiv an den Hut heften.“

Quantitativ sei viel geschehen in Falkensee, jetzt muss das qualitativ ausgefüllt werden. Dazu zählt für ihn eine andere Kommunikation und eine bessere Form, die Bürger einzubeziehen. „Auf das Thema Bürgerbeteiligung sind die beiden großen Parteien ja inzwischen auch aufmerksam geworden“, sagt er und wirbt für mehr Formen von Mitwirkung und Mitgestaltung. „Falkensee kann mehr, als wir im Moment erleben“, ist Norbert Kunz überzeugt.

Von Marlies Schnaibel

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