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Bürgermeister begrüßt Neu-Bürger

Ketzin/Havel Bürgermeister begrüßt Neu-Bürger

Aktuell zählt die Havelstadt Ketzin 6577 Einwohner. Damit weit mehr, als die Prognosen von Experten des Landes vorausgesagt hatten. Erstmals wurden die Zugezogenen jetzt von Bürgermeister Bernd Lück zu einem Empfang geladen.

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Einige der neuen Ketziner Einwohner im Gespräch mit Bürgermeister Bernd Lück (3.v.r.)

Quelle: Wolfgang Balzer

Ketzin/Havel. Genau 140 Bürger haben im ersten Halbjahr 2017 ihren Wohnsitz in das Havelstädtchen verlegt. Erstmals hatte Bürgermeister Bernd Lück (FDP) die Neu-Ketziner zu einer offiziellen Begrüßung eingeladen.

Wenn es nach den verschiedenen Prognosen des Landes Brandenburg ginge, hätte sich die Bevölkerungszahl Ketzins erheblich verringern müssen: Statt der aktuell 6577 sollte die Stadt nur noch rund 5500 Einwohner haben, informierte Lück. Er ist stolz darauf, dass diese Vorhersagen offensichtlich daneben lagen und die Stadt eine ganz andere Entwicklung verzeichnet. Was unter anderem dazu führe, so Lück, dass sehr wahrscheinlich sowohl die Europaschule als auch die Oberschule im nächsten Schuljahr dreizügig starten würden.

In 47 Vereinen könnten die Ketziner ihren Interessen nachgehen. Lück nannte alle die kulturellen und sozialen Einrichtungen, die den Einwohnern zur Verfügung stehen.

Das auch in Ketzin/Havel nicht alles optimal ist, war den Neu-Ketzinern bereits aufgefallen. So nannten sie den Radweg von der Fähre über den Uferweg in die Stadt, der auf etwa 100 Meter nur etwa einen halben Meter breit ist. „Es konnte mit den Eigentümern keine einvernehmliche Einigung zum Kauf eines zwei Meter breiten Streifens erzielt werden“, bedauerte der Bürgermeister das allgemeine Ärgernis.

Simona und Dietrich Wesch sind begeisterte Radfahrer und lieben die Wasserflächen rund um die Stadt. Allerdings befürchten sie, dass diese durch die allgegenwärtige Wasserpest langsam zuwachsen. „Der Trebelsee wird langsam zum Hochmoor“, warnte Dietrich Wesch. Er kennt sich als Wasserbauingenieur in dem Gebiet aus und bot dem Bürgermeister an, in den kommunalen Gremien der Stadt mitzuwirken, um eine Wende zum Positiven, auch gemeinsam mit den Landesbehörden, zu schaffen. Lück nannte die Wasserpest ein „Riesenproblem“, das in diesem Jahr bereits das Fischerfest gefährdet habe, unter anderem den großen Fischzug, und auch im Strandbad seien große Anstrengungen zur Beseitigung des Krautes nötig gewesen. „Die Stadt allein kann das nicht schaffen“, sagte er und versicherte, mit dem Land nach Lösungen zu suchen. Nach seiner Meinung müssen für die dringendsten Arbeiten Mittel in den Haushalt 2018 eingestellt werden.

Noch zu einem anderen Thema hatte sich Familie Wesch Gedanken gemacht: Radwege durch die vom Wasser geprägte Landschaft am Brückenkopf. Sie könnten sich eine Radweganbindung von der Fähre über Ketzin, zwischen den landschaftlich herrlich gelegenen Gewässern am Brückenkopf bis an den Beetzsee vorstellen. „Sicher eine sehr reizvolle Idee, der gegenwärtig zwei Probleme entgegenstehen“, meinte Lück. Das Land habe die finanzielle Förderung des Baus von Radwegen drastisch verringert und der Radweg würde teils durch Naturschutz- bzw. Landschaftsschutzgebiete führen. Dafür würde es kaum Baugenehmigungen geben. Das müsste sehr detailliert geprüft werden. „Ich freue mich, dass sie an der Lösung unserer Probleme mitwirken möchten“, lobte der Bürgermeister die neuen Mitbürger beim Sektempfang.

Von Wolfgang Balzer

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