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Bürgermeister geht über Bord

Milower Land Bürgermeister geht über Bord

Ortsvorsteher, Gemeindevertreter und interessierte Bürger aus dem Milower Land erkundeten im Rahmen der vierten „Kümmer-Dich-Tour“ am Mittwoch die Stremme. Für Bürgermeister Felix Menzel (SPD) und zwei Vertreter der Presse begann die Fahrt mit einem feuchtfröhlichen Spektakel.

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Nach einem unfreiwilligen Sturz ins Wasser begab sich Felix Menzel mehrfach in die Stremme um die Kanus durch verkrautete Abschnitte zu ziehen.

Quelle: Christin Schmidt

Milower Land. Wer Abenteuer erleben will, muss dazu nicht in ferne Länder reisen. Eine Fahrt mit dem Kanu auf der eher unscheinbaren Stremme kann ebenfalls aufregend sein. Das weiß jetzt auch Felix Menzel, Bürgermeister der Gemeinde Milower Land (SPD). Am Mittwoch fiel er mit zwei Pressevertretern unfreiwillig ins Wasser. Der Sturz in den lauwarmen Fluss war ohne Zweifel der Höhepunkt der vierten „Kümmer-Dich-Tour“, zu der sich Gemeindevertreter, Ortsvorsteher und interessierte Bürger verabredet hatten.

Ziel der Tour ist es, sich ein Bild vom Ist-Zustand zu machen, Problemstellen, Dreckecken und dergleichen aufzudecken, um entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Nach zwei Ausflügen mit dem Rad und einer Kremserfahrt, bei der Teilnehmer die Waldwege unter die Lupe nahmen, stand nun eine Kanu-Tour an. Von Zabakuck die Stremme entlang nach Milow, so hatte es sich Holger Schiebold (CDU), Vorsitzender des Tourismusausschusses gewünscht. Die Stremme führt durch idyllische Landstriche, wird aber kaum von Wassertouristen befahren. Zum einen weil sie insbesondere zum Ende des Sommer stellenweise nur sehr wenig Wasser führt, zum anderen verkrautet der Fluss stark.

Die Teilnehmer der Tour konnten sich ansehen, wie die Stremme von Kraut befreit wird

Die Teilnehmer der Tour konnten sich ansehen, wie die Stremme von Kraut befreit wird.

Quelle: Christin Schmidt

Letzteres versucht der zuständige Wasser- und Bodenverband Untere Havel-Brandenburg in Zusammenarbeit mit den Kollegen des Nachbarverbandes in Sachsen-Anhalt seit einigen Jahren zu unterbinden, indem er die Ufer der Stremme mindestens einmal im Jahr mäht, das Kraut entnimmt und den Fluss zum Teil auch ausbaggert. Wie das vonstatten geht, konnten die elf Teilnehmer der „Kümmer-Dich-Tour“ am Mittwoch live miterleben. Ein Mitarbeiter des Verbandes war gerade dabei, mit einem Bagger das Mähgut aus dem Fluss zu holen. Ein großer Teil des Uferstreifens war zudem frisch gemäht, so dass der Blick in die umliegende Landschaft schweifen konnte. Mühselig wurde das Paddeln an den wenigen Stellen, an denen die Wasseroberfläche dicht mit Schilf und anderem Grün bedeckt war.

Den Kopf einziehen mussten die Kanuten um diese Brücke zu passieren

Den Kopf einziehen mussten die Kanuten um diese Brücke zu passieren.

Quelle: Christin Schmidt

Gegen 10.15 Uhr hatten die Teilnehmer die Boote ins Wasser gelassen, gute vier Stunden später erreichten sie das Ziel, die Kanu-Anlegestelle in Milow – allerdings nicht ganz trocken und nicht ohne Verluste, dafür aber um einige Erfahrungen und Erkenntnisse reicher. „Wir machen diese Tour ja nicht aus Spaß, sondern um uns ein Bild vom Zustand des Flusses zu machen. Der hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert“, lautete das Fazit des Bürgermeisters. Zur Verbesserung beigetragen habe nicht zuletzt die gute Zusammenarbeit mit dem Wasser- und Bodenverband. „Unser größtes Problem ist aber, dass die Stremme zu wenig Wasser führt. Würde man vom Elbe-Havel-Kanal in Sachsen-Anhalt Wasser zuführen, würde uns das sehr helfen“, erklärte Menzel. Auf diese Möglichkeit habe der Landkreis Havelland die zuständigen Behörden bereits aufmerksam gemacht.

Martina Max, Mitarbeiterin der Gemeinde Milower Land, verabschiedete die Teilnehmer der Tour in Zabakuck

Martina Max, Mitarbeiterin der Gemeinde Milower Land, verabschiedete die Teilnehmer der Tour in Zabakuck.

Quelle: Christin Schmidt

„Wir sollten auf jeden Fall an diesem Thema dran bleiben, um das touristische Potenzial der Stremme künftig nutzen zu können“, machte Holger Schiebold nach der Tour in fast trockenen Sachen noch einmal deutlich. „Und wir müssen uns bei Olaf Mauch und Immo Goschin vom Kanuverleih bedanken, die uns die Boote für die Tour kostenlos zur Verfügung gestellt haben“, ergänzte Schiebold.

Dass eine Kanufahrt auf der Stremme ein einmaliges Erlebnis ist – auch ohne einen unfreiwilligen Sturz ins Wasser – darüber waren sich am Ende alle einig. Ein besonderes Lob verdiente sich Felix Menzel, der eine Kamera und eine Brille aus dem Schlamm der Stremme fischte. Nur sein eigener Badelatschen wird wohl erst beim nächsten Ausbaggern geborgen.

Tourismus auf der Stremme

Die Stremme ist ein kleines Gewässer, das den Roßdorfer Kanal in Sachsen-Anhalt mit der Unteren Havel in Brandenburg verbindet.

Zuständig für die Pflege im Milower Land ist der Wasser- und Bodenverband Untere Havel – Brandenburg.

In Milow gibt es einen Rastplatz an der Stremme, Sinn macht der aber nur, wenn Wasserwanderer mit dem Kanu auf der Stremme fahren können.

Von Christin Schmidt

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