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Havelland Wahlkampf ohne Bürgermeister: Seeger schwer erkrankt
Lokales Havelland Wahlkampf ohne Bürgermeister: Seeger schwer erkrankt
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17:31 21.02.2018
Ronald Seeger isr derzeit ans Krankenbett gefesselt. Quelle: Uwe Hoffmann
Rathenow

Der Rathenower Bürgermeister Ronald Seeger, der sich am 25. Februar zur Wiederwahl stellt, wird nicht aktiv in die Endphase des Wahlkampfs eingreifen können. Wegen einer langwierigen Erkrankung befindet sich der 61-Jährige derzeit im Krankenhaus. Und wird doch eigenen Angaben zufolge noch „mindestens zwei bis drei Wochen bleiben“ müssen. Damit ist klar, dass der Amtsinhaber nicht am großen MAZ-Wahlforum teilnehmen kann, das am kommenden Mittwoch um 18.30 Uhr im Theatersaal des Kulturzentrums stattfindet.

Alle Herausforderer Seegers – Daniel Golze (Linke), Thomas Baumgardt (SPD), Ulf Michaelis und Christian Kaiser (beide parteilos) – haben ihre Teilnahme am Wahlforum zugesagt.

Auf MAZ-Anfrage hat Ronald Seeger am Donnerstag in einer persönlichen Mitteilung Auskunft über seinen Gesundheitszustand gegeben: „In dieser Woche musste ich mich einer Operation unterziehen, von der ich mich derzeit noch erhole“, heißt es in der Stellungnahme. „Meine Ärzte empfehlen mir, noch mindestens zwei bis drei Wochen zur Regeneration und Genesung im Krankenhaus zu bleiben. Daran möchte ich mich auch halten.“

Offenbar war Seeger lange davon ausgegangen, spätestens beim MAZ-Forum in die heiße Phase des Wahlkampfs eingreifen zu können. „Bis zuletzt hatte ich gehofft, dass ich wieder rechtzeitig fit werde“, schreibt er. Doch dem ärztlichen Rat habe er nicht zuwiderhandeln wollen.

Seit Mitte Januar krank geschrieben

Details über die Art seiner Erkrankung gibt Ronald Seeger – und das ist sein gutes Recht – nicht preis. Fest steht, dass er seit Mitte Januar krank geschrieben ist. Bei der großen Abschlussveranstaltung des Regionalausscheids „Jugend musiziert“ am 20. Januar, wo er die Festrede halten sollte, sprang Hauptamtsleiter Jörg Zietemann für seinen Chef ein. Derzeit wird der Bürgermeister im Rathaus von dem 1. Beigeordneten Hans-Jürgen Lemle vertreten.

Seit dem 20. Januar hat Ronald Seeger alle Wahlkampfveranstaltungen abgesagt. Diskussionsforen, Vorstellungsrunden, öffentliche Debatten – der Sessel des Amtsinhabers war stets unbesetzt. Und er wird es bis zum Wahlsonntag bleiben. Selbst wenn Ronald Seeger es in eine mögliche Stichwahl schaffen sollte, ist fraglich, ob er bis zum Stichwahl-Termin am 11. März wieder fit ist.

Alle fünf Kandidaten treten zur Wahl an

An der Kandidatur ändert das nichts. „Die am 27. Dezember des vergangenen Jahres nach Prüfung durch den Wahlvorstand zugelassenen Kandidaten treten zur Wahl an“, sagt Rathausmitarbeiterin Bianca Eichler, die gemeinsam mit Hauptamtsleiter Jörg Zietemann für die Organisation des Wahlgangs zuständig ist. Ob und wie jemand seinen Wahlkampf gestalte, das sei dessen persönliche Sache.

Zurücktreten von der Wahl, auch wenn das niemand vorhat, kann zum jetzigen Zeit ohnehin keiner der Kandidaten mehr. Die Wahlzettel sind längst gedruckt. Und auch im Falle einer Stichwahl fällt die Entscheidung zwischen den beiden Kandidaten, die diese erreichen. Auch hier ist ein Rückzug der Kandidatur nicht vorgesehen.

Ronald Seeger lässt in seinem Statement keinen Zweifel daran, dass er seine Geschäfte nach der Genesung wieder aufnehmen will. Seine Amtszeit endet am 4. Mai. Bis dahin ist er der gewählte Bürgermeister der Stadt. Am 5. Mai beginnt die nächste Amtszeit – entweder mit dem wieder gewählten Bürgermeister oder einem der vier Herausforderer.

„Sehr gerne hätte ich meine Vorstellungen für die Entwicklung unserer schönen Kreisstadt beim MAZ-Forum und anderen Veranstaltungen präsentiert und mich den Fragen der Bürgerinnen und Bürger persönlich gestellt“, schreibt Seeger. Leider hindere ihn die Krankheit derzeit daran. „Dennoch bin ich fest davon überzeugt, dass viele Rathenowerinnen und Rathenower meine Arbeit für die Stadt beurteilen können und Verständnis dafür haben, dass auch ein Bürgermeister mal erkranken kann.“

Auch wenn die meisten dieser Aussage zustimmen werden, ändert das nichts daran, dass die Spekulationen um den Gesundheitszustand des Bürgermeisters durch die lange Abwesenheit ins Kraut geschossen sind. Um all den Vermutungen und Verdächtigungen den Boden zu entziehen, hat Ronald Seeger nun den Schritt an die Öffentlichkeit gewagt. Und zu verstehen gegeben, dass er fest entschlossen ist, nach überstandener Krankheit zurückzukommen. Er werde der ärztlichen Empfehlung folgen und zur Genesung im Krankenhaus bleiben, schreibt er. „Mein Ziel ist es, nach der Rückkehr meine Arbeit wieder mit voller Kraft und Tatendrang auszuüben.“

MAZ-Talk jetzt mit vier Kandidaten

Am 21. Februar um 18.30 Uhr ist der große öffentliche MAZ-Talk mit vier Kandidaten. Da Ronald Seeger krank ist, wird er nicht auf dem Podium sitzen. Spannung ist dennoch vorprogrammiert. Schließlich hat die Konkurrenz jetzt „freie Bahn“ und kann sich ohne Widerspruch des Amtsinhabers präsentieren.

Im Theatersaal des Kulturzentrum stehen die Fragen der Besucher im Mittelpunkt. Auch die Moderatoren Joachim Wilisch und Benno Rougk werden den Kandidaten auf den Zahn fühlen und zugespitzte politische Fragen stellen. Farbe bekennen, heißt die Devise.

Die Bewerber müssen aber auch unter Beweis stellen, ob sie sich in Rathenow auskennen. Wir hoch ist der Kirchturm von Sankt-Marien-Andreas? Zu wie vielen Geburtstagen in Rathenow gratuliert Ronald Seeger persönlich?

Außerdem werden wir testen, ob unsere Bewerber Humor haben und ob sie schlagfertig sind. Und es gibt auch einen Hinweis, wie die Chancen am Wahltag stehen – bei der Publikums-Saalwahl. Übrigens: auf dem Wahlzettel steht auch der Name von Ronald Seeger – wie bei der echten Abstimmung. !

Es sind rund 450 Plätze im Theatersaal. Zu dem Forum können sich Interessierte bereits jetzt anmelden: Telefon 0331 2840294 oder im Internet unter www.MAZ-online.de/rathenow. Eine schnelle Anmeldung sichert auf jeden Fall einen Platz bei dem Forum. Bereits jetzt ist der Andrang groß, so dass sich eine alsbaldige Anmeldung per Telefon oder aber bei MAZonline empfiehlt.

Von Markus Kniebeler

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