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Havelland Ulf Michaelis will ein gerechter Bürgermeister sein
Lokales Havelland Ulf Michaelis will ein gerechter Bürgermeister sein
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11:36 27.02.2018
Ulf Michaelis an seinem Lieblingsplatz, dem Blockhaus am Wolzensee. Quelle: Uwe Hoffmann wort+bild
Rathenow

Daran, dass Ulf Michaelis nun für das Bürgermeisteramt kandidiert, ist zunächst ein anderer Bewerber nicht ganz unschuldig. Als Christian Kaiser, der mit dem Verein Bürgerbündnis Havelland“ pegidaähnliche Demonstrationen organisiert, seine Kandidatur bekannt machte, zögerte Michaelis nicht lange. „Ich habe noch einmal nachgedacht, dann war es entschieden und ich habe mir die Unterlagen aus dem Rathaus geholt“, sagt er.

Im Sommer viel Betrieb

Vor Rathenows Toren, am Wolzensee, ist sein Lieblingsplatz. „Ich war schon immer sehr gerne hier“, sagt Michaelis. Seit das Blockhaus errichtet wurde und zum Sommer am See wieder richtig viel los ist, ist seine Begeisterung für den Rückzugsort noch einmal gewachsen. „Ich kann hier wunderbar spazieren gehen, ich kann mich gut entspannen.“

Schon immer engagiert

Ulf Michaelis hat sich in seiner Stadt schon immer engagiert. Allerdings nie in einer Partei. „Das Thema ist immer wieder einmal an mich herangetragen worden“, sagt er. Immer, wenn der Fortbestand der Otto-Seeger-Grundschule in Rathenow-West durch neue Schulentwicklungsplanungen in Frage gestellt wurde, stellte sich Michaelis mit dem Förderverein der Schule an die Spitze derer, die den Erhalt der Schule forderten.

Kein Parteieintritt

Zum Parteieintritt hat es nachher nicht gereicht – wohl aber zur Bürgermeisterkandidatur. Wie haben seine Freunde reagiert, wie die Familie? „Vorher habe ich mit niemandem darüber gesprochen. Ich habe mir, nachdem ich es für mich entschieden hatte, die Unterlagen geholt un d angefangen, für die Unterstützerunterschriften zu werben.“ Danach erzählte er es der Familie und im Freundeskreis. „Von da erfahre ich inzwischen viel Unterstützung“, freut er sich.

Aufmunternde Worte

Ähnlich aufmunternde Worte hört Michaelis von seinen Arbeitskollegen im Wirtschaftsministerium. „Ich glaube, gerade in dem Ministerium sieht man auch, wie groß die Chancen sind, die Rathenow noch hat.“ Es gebe viele Fördertöpfe, die von der Stadt genutzt werden können.

Insek als Grundlage

Eine wichtige Grundlage sei in den vergangenen Monaten geschaffen worden. Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept „Insek“ sei eine umfassende Zusammenstellung dessen, was in Rathenow auf den Weg zu bringen sei. „Da hat Jens Hubald von der Stadtverwaltung gute Arbeit geleistet.“ Unbedingt müsse Fördergeld gezielt eingesetzt werden.

Nicht der Liebling

Auf keinen Fall würde Ulf Michaelis im Rathaus der Liebling von jedermann sein wollen. „Es ist ja schön, wenn alle einen nett finden. Aber ich glaube schon, dass ein Bürgermeister auch mal streng sein muss. Streng, aber gerecht.“

Kontakt zu Görke und Golze

In der Kommunalpolitik kennt er sich aus, auch wenn er kein Parteigänger ist. „Darüber habe ich mich auch ab 2001 oft mit Christian Görke und Daniel Golze ausgetauscht. Beide waren damals auch in Potsdam beschäftigt und wir sind zusammen mit dem Zug gefahren.“

Viel zu tun

Zurzeit hat Ulf Michaelis viel zu tun. Er fährt ins Ministerium, nebenher steht der Wahlkampf oben an. Allerdings wird er die Rathenower nicht von jedem zweiten Laternenpfahl aus anlachen. „Als Kandidat für die anstehende Bürgermeisterwahl ist es scheinbar unumgänglich, seine Botschaft an einen Mast der Straßenbeleuchtung anbringen zu müssen. Dem will ich einfach nicht uneingeschränkt folgen.“ Er wolle neue Wege gehen, um für sich zu werben.. „Das ist ein Teil meiner Bewerbung für das Amt.“

Freizeit kommt zu kurz

Freizeit kommt bei Michaelis im Moment zu kurz. Er hört gern Musik, lebt die Atmosphäre bei großen Konzerten. Früher hat er Tischtennis und Fußball gespielt. Jetzt besucht er ab und zu Heimspiele des FSV Optik und des BSC Rathenow.

Nach oben gekämpft

Michaelis hat sich immer selbst nach oben gekämpft. Beziehungen haben bei meiner beruflichen Entwicklung keine Rille gespielt.“ Darauf sei er „ein bisschen stolz“. Dafür habe er einige Entbehrungen akzeptieren müssen.

Wichtiger Bürgerservice

Wird der Einzelbewerber gewählt, wäre der Bürgerservice der Stadt ein erster Ansatzpunkt bei der Arbeit. „Ein Bürgerservice ist nur dann ein Bürgerservice, wenn er entsprechende Öffnungszeiten hat.“ Gerade für Rathenower, die nicht in der Stadt arbeiten, sei es sehr schwer, den Bürgerservice in Rathenow zu nutzen.

Das Engagement bleibt

Das Engagement für die Stadt wird bleiben – auch wenn er nicht gewählt wird. Im Jahr 2019 wird die Otto-Seeger-Grundschule 111 Jahre alt. „Da fangen wir jetzt schon an, ein Fest zu planen“, sagt Ulf Michaelis. Der ganze Stadtteil soll auf den Beinen sein.

Und wer weiß, vielleicht spricht ein gewisser Bürgermeister Ulf Michaelis die Eröffnungsworte.

Von Joachim Wilisch

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