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Bützers Ziegeleigeschichte in einer Broschüre

Milower Land Bützers Ziegeleigeschichte in einer Broschüre

Dass in dem kleinen Dorf Bützer einst die Ziegelindustrie blühte, daran erinnert heute nur noch der unter Denkmalschutz stehende Schornstein nahe des Havelufers. Der Hobbyhistoriker Werner Coch hat in Archiven und Museen die Geschichte der Ziegeleien in Bützer recherchiert und veröffentlicht diese nun in einer.

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Werner Coch und Winfried Ganzer stellen dem Bürgermeister Felix Menzel (v.l.) die neue Broschüre vor.

Quelle: Ch. Schmidt

Bützer. Wer am Havelradweg in Bützer spazieren geht, wird den hohen, aus Ziegelsteinen errichteten Schornstein nahe des Havelufers nicht übersehen. Und wer dazu noch die Broschüre über „Die Geschichte der Ziegeleien in Bützer“ zur Hand nimmt, erfährt, dass es in dem 630-Seelen-Dorf einst sogar vier florierende Ziegelei-Betriebe gab. Erst 1966, vor mehr als 50 Jahren, wurde der letzte Betrieb geschlossen.

Ein halbes Jahr hat der Hobby-Historiker Werner Koch in Archiven und Museen recherchiert, um fast 250 Jahre Ziegeleigeschichte in Bützer aufzuarbeiten. Winfried Ganzer, Ortsvorsteher in Milow hat diese Informationen sowie fast einhundert Abbildungen aufbereitet und in einer Broschüre verpackt. Ihr Werk haben die beiden am Montag dem Bürgermeister der Gemeinde Milower Land, Felix Menzel, vorgestellt. Es ist bereits die dritte Broschüre, die Coch zur Geschichte der Ziegeleien im Elb-Havel-Winkel erarbeitet hat. Der 75-Jährige veröffentlichte 2015 eine erste Broschüre zu den Ziegeleien in Premnitz, Döberitz und Mögelin. 2016 folgte eine zu Milow und Marquede. Die neueste Broschüre, die der Kulturverein Milower Land herausgibt, komplettiert die Sammlung.

Bürger aus Bützer haben Bilder und Infos beigesteuert

Mit 50 Seiten ist das Heft über Bützer das umfangreichste geworden. Diplom-Ingenieur Coch betrachtet darin jede einzelne Fertigungsstätte – von der Gutsziegelei über die Ziegeleien Sittig & Wallstab, Wittig und Weigel bis zur Ziem’schen Ziegelei. Er hat die Namen aller Besitzer zusammengetragen und sich mit Bützeranern unterhalten, die neben vielen Informationen auch alte Fotos zur Broschüre beisteuerten. Darunter ist auch ein Bild, dass die Belegschaft der Ziegelei Witte im Sommer 1948 zeigt. Dazu die Namen der einzelnen Personen, von denen mindestens eine noch heute in Bützer lebt.

„Es sind viele Mosaiksteine, die zusammengefasst ein Bild ergeben“, sagt Coch und verweist auf die insgesamt rund 60 Quellen. Diese zeigen, wie das Dorf durch die langjährige Ziegelei-Tradition, die sich im Ortswappen wiederfindet, wohlhabend und überregional bekannt wurde. Zu Hochzeiten arbeiteten 140 Menschen in den Ziegeleien in Bützer. Schon bald soll auch eine Tafel am Uferweg an dieses Kapitel der Dorfgeschichte erinnern.

Die Broschüre gibt es in Rathenow in der Buchhandlung Tieke und in der Touristinfo am Kirchberg, im Musik- und Buchpavillon Premnitz und in Milow im Postshop sowie im NABU-Besucherzentrum für vier Euro.

Von Christin Schmidt

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