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Buga bleibt dicht nach Todesfall

Mann stirbt bei Unwetter in Rathenow Buga bleibt dicht nach Todesfall

Trauer und Schock in der Buga-Stadt Rathenow (Havelland): Ein schwerer Sturm hat am Sonnabend ein Menschenleben gefordert und eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Das Ausmaß der Schäden ist so gewaltig, dass die Rathenower Buga-Kulissen mehrere Tage geschlossen bleiben. Nur der Buga-Skyliner fährt noch.

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Viele Bäume wurden in Mitleidenschaft gezogen.

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow. Einer der schwersten Stürme der vergangenen Jahre hat in Rathenow ein Menschenleben gefordert und eine Spur der Verwüstung hinterlassen.

Rathenow, 13. Juni 2015: Über die Buga-Stadt Rathenow (Havelland) zieht ein schweres Unwetter hinweg. Es hinterlässt nicht nur eine Spur der Verwüstung, sondern fordert auch ein Todesopfer. Die beiden Buga-Kulissen müssen eine Woche lang geschlossen bleiben, um die schweren Schäden zu beheben.

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Schwerer Schock für die Ehefrau

Auf dem Rathenower Weinberg, wo derzeit die Bundesgartenschau stattfindet, wurde am Samstagnachmittag ein 49-jähriger Rathenower von einem Ast erschlagen. Nach Angaben der Polizei war rund 150 Meter vom Bismarckturm entfernt ein etwa 25 Zentimeter dicker Ast eines mächtigen Baumes abgebrochen und hatte den Mann, der von seiner Frau begleitet wurde, unter sich begraben. Die Ehefrau holte sofort Hilfe von auf dem Gelände anwesendem Wachschutzleuten. Doch erst die Feuerwehr konnte den Mann mit entsprechenden Gerätschaften unter dem Ast hervorholen. Ein Notarzt stellte noch am Ort des Unfalls den Tod des Mannes fest. Die Ehefrau wurde wegen eines schweren Schocks in ein Krankenhaus gebracht.

Bürgermeister Ronald Seeger: "Das ist unfassbar"

Bürgermeister Ronald Seeger war die Erschütterung anzumerken, als er am Sonnabend den Ort des Geschehens besuchte. „Das ist unfassbar“, sagte er. Er sei in Gedanken bei den Angehörigen des Opfers. Dieser tragische Vorfall werfe einen dunklen Schatten auf die bis jetzt so fröhliche Bundesgartenschau.

Sturmschaden in Rathenow.

Quelle: Markus Kniebeler

Große Schäden in beiden Buga-Kulissen

Nicht nur der Weinberg, sondern auch der Optikpark, die zweite Rathenower Buga-Kulisse, wurde durch den Sturm in Mitleidenschaft gezogen. Überall abgeknickte Äste und umgestürzte Bäume. Im Bereich der Friedhofsterrassen auf dem Weinberg waren mehrere gesunde und augenscheinlich stabile Bäume wie Streichhölzer umgeknickt. „Der Sturm muss eine ungeheure Kraft entwickelt haben“, sagte Andreas Kenzler, der gärtnerische Beauftragte für die Rathenower Buga-Flächen.

Buga-Kulissen bleiben bis einschließlich Freitag geschlossen

Aller Voraussicht nach werden die Aufräumarbeiten die gesamte Woche andauern. Die Gelände sollen bis Freitag für den Besucherverkehr gesperrt bleiben, teilte die Buga am Sonntag mit. „Viele Bäume sind betroffen“, sagte Frank Schröder vom Buga-Zweckverband. Aus Sicherheitsgründen könne man keine Besucher auf das Gelände lassen, bevor nicht alle Gefahrenstellen beseitigt seien.

Eine Ausnahme bildet der Buga-Skyliner. Er wurde am Sonntagvormittag um 10 Uhr offiziell in Betrieb genommen, da sich viele Besucher vor ihm versammelt hatten. „Diesem Erwartungsdruck haben wir nachgegeben“, sagte Erhard Skupch, der Geschäftsführer des Buga-Zweckverbandes. „Ansonsten bitten wir um Verständnis, dass wir in Rathenow nicht einfach zum Normalbetrieb zurückkehren können. Wir trauern aufrichtig um den verstorbenen Gast und müssen zugleich tätig werden, um die Gelände wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen “, so Skupch.

Alle anderen Stätten in den anderen vier Buga-Kommunen Brandenburg an der Havel, Premnitz, Stölln und Havelberg sind weiter geöffnet.

Sturmschaden in Rathenow.

Quelle: Markus Kniebeler

Schäden auch im Rathenower Stadtgebiet

Auch im Rathenower Stadtgebiet hat der Sturm, der um kurz nach 17 Uhr losbrach, große Schäden angerichtet. „Entwurzelte Bäume, abgedeckte Dächer, Überflutungen – es war das volle Programm“, berichtet Oliver Lienig, Einsatzleiter der Rathenower Feuerwehr. Er habe in seiner 24-jährigen Dienstzeit so etwas  noch nicht erlebt.

Besonders heftig gewütet hat das Unwetter im Süden der Stadt. In der Großen Milower Landstraße wurde das Dach eines Bürogebäudes komplett heruntergerissen und auf die Bundesstraße geschleudert. Die B 188 war an dieser Stelle für mehrere Stunden voll gesperrt. An einem Lagergebäude daneben fehlt die komplette Giebelwand. Die massive Mauerstück konnte der Naturgewalt nicht standhalten. Ein umgestürzter Baum, der auf den Gleisen der Bahnstrecke zwischen Rathenow und Brandenburg lag, brachte den Verkehr für mehrere Stunden zum Stillstand. Und der Tunnel im Grünauer Weg war zeitweise nicht mehr passierbar, weil nach dem sintflutartige Regen das Wasser sich auf bis zu 50 Zentimeter angestaut hatte.

Zu 40 Einsätzen rückte die Rathenower Feuerwehr aus, bis 2.35 Uhr in der Früh waren die Feuerwehrleute in Aktion. Die Aufräumarbeiten in der Stadt und auf den Buga-Flächen werden noch Tage in Anspruch nehmen.

Bereits 2009 kam es zu einem Unglück am Rande der Bundesgartenschau: Damals wurde ein 60 Jahre alter Brandenburger aus Guben (Spree-Neiße) von einem Blitzschlag nahe dem Gartenschaugelände am Schweriner Schloss in Mecklenburg-Vorpommern getötet.

Von Markus Kniebeler

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Unwetter über Brandenburg mit dramatischen Folgen

Bei einem schweren Unwetter im Havelland am frühen Samstagabend wurde ein 49-jähriger Rathenower von einem umstürzenden Baum erschlagen. Der tödliche Unfall ereignete sich in Rathenow, im Havelweg. Das Gelände wurde geschlossen und das Konzert von Andreas Bourani abgesagt.

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