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Buga macht's möglich: Klamotten aus Gras

Ungewöhnliche Mode in Premnitz Buga macht's möglich: Klamotten aus Gras

Mode mit Öko-Komponente liegt ja seit einiger Zeit total im Trend. Bio-Kleidung boomt. Aber Klamotten aus Gräsern? Das klingt zunächst mal wie ein Witz. Wer aber den kleinen Pavillon auf dem Buga-Gelände Premnitz besucht, dem vergeht das Lachen ziemlich schnell. Hier sind Grasmäntel und Grashüte ausgestellt.

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In regelmäßigen Abständen werden die Kreationen von Anne Facius in Premnitz zur Schau getragen.

Quelle: M. Kniebeler

Premnitz. Es sind fantastische Gebilde, die wunderbar elegant aussehen. Die Hüte, die ein bisschen wie Perücken im Afro-Look aussehen, werden mittlerweile sogar von Models auf Modenschauen getragen, passend zu Kleidung aus Naturfasern.

Die „Erfinderin“ der kreativen Couture ist die Künstlerin Anne Facius aus Magdeburg – wohl die einzige Grasweberin weit und breit. „Am Anfang stand die Liebe zur Natur. Mich faszinierten die blühenden Juniwiesen, die Lichtungen im Wald, auf denen so herrlich filigranes orangefarbenes Gras wuchs, die Kornfelder, aus denen zu bestimmten Zeiten der Ackerwindhalm die Ähren überragte und in vielen Farben schimmerte“, erzählt sie. Auch die Bergwiesen mit ihren langen wiegenden Halmen, wurden für sie zur Inspirationsquelle.

In ihr wuchs der Wunsch, den Duft des Sommers einzufangen, die Farbenvielfalt zu bannen. Als Abkömmling einer „Förster-Dynastie“ wurde Facius die Liebe zur Natur in die sprichwörtliche Wiege gelegt, die in ihrem Fall in Halberstadt stand.

Breiter Horizont

Anne Facius wurde 1944 in Halberstadt geboren, 1963 Abitur in Blankenburg, 1975 Ausbildung zur Betriebswirtin in Potsdam, 1988 Spezialschule für künstlerische Textilgestaltung. 1989 Mitarbeit an der Unesco-Weltdekade für kulturelle Entwicklung zu dem Thema: „Kunst im Krankenhaus“.
Studienreisen nach Botswana und auf die Philippinen inspirierten sie in ihrer künstlerischen Tätigkeit. Ihre Arbeitsgebiete: Wandgestaltung, Objektkunst und modische Accessoires aus Gras.

Von Hause aus eigentlich gelernte Betriebswirtin, hatte sie Ende der 1980er Jahre noch die Ausbildung an einer Spezialschule für künstlerische Textilgestaltung drangehängt. Dort entdeckte sie auch die Weberei für sich, dieses uralte Handwerk, das ebenfalls eng mit der Natur verbunden ist. Sie begann Gräser in alles Reifestadien zu sammeln, im Mittsommer sogar bis in die Nacht, denn die Erntezeit war kurz und hatte sie nicht ausreichend geerntet, konnte sie nicht weiterarbeiten und musste auf den nächsten Sommer warten.

Etwa zehn Tage sitzt die Künstlerin an ihrem Webstuhl, bis eine „Perücke“ oder ein Mantel fertig ist. Als Material hat sie mittlerweile das Chinaschilf für sich entdeckt, aus dem sie zum Beispiel Webteppiche in den verschiedensten Farben fertigt. Das weiche Material regte sie an, einmal etwas völlig Neues zu erproben, nämlich den Einsatz in der Mode.

Das Thema ihres Buga-Projekts ist, nachwachsende Rohstoffe und Kunst zu verbinden. Daran haben auch die „Golden Girls“ mitgewirkt, eine Gruppe von Damen im allerbesten Alter, die Anne Facius beim Projekt „Studieren ab 50“ an der Uni Magdeburg kennen gelernt hat. Das Studienmotto „Mit Freude und Freunden älter werden“ könnte auch als Überschrift über dem Wirken der ungewöhnlichen Grasweberin stehen.

Von Ildiko Röd

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