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Bulle sucht Frau

Wisent „Bramelow“ lebt in der Döberitzer Heide Bulle sucht Frau

“Bramelow“ ist ein richtiger Bulle. Genauer gesagt, ist er ein Wisent-Bulle. Das Patentier von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat nun die Länder gewechselt und ist ein echter Brandenburger geworden. Sein neues Zuhause hat er in der Döberitzer Heide (Havelland). Bald wird er geschlechtsreif und soll zur Erhaltung seiner Art beitragen.

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Der junge Wisent-Bulle „Bramelow“.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Elstal. Schon von weitem erkennt man den neuen Bullen in der Döberitzer Heide, eine Kreuzung aus Flachland- und Kaukasus-Wisent, an einem schiefen Horn. „Bramelow“ findet hier ab sofort sein neues Zuhause. Bevor der Trieb durchbricht und das Tier beginnt, sich für die Damenwelt zu interessieren, wurde es vor etwa zwei Wochen in die Sielmanns Naturlandschaft in Elstal gebracht. Es ist das Patentier des thüringischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Die Linke).

Geboren wurde der jungen Bulle im Wisentgehege des Naturerlebnisparkes Brandenstein bei Ranis in Thüringen. Doch in der dortigen Umgebung konnte er nicht bleiben, da er sonst Opfer einer Auseinandersetzung des Leitbullen Nox geworden wäre. Aus züchterischen Gründen müssen die männlichen Nachwuchstiere nämlich rechtzeitig aus dem Gehege entnommen werden. Wenn mehrere Bullen aufeinandertreffen, braucht man ausreichend Platz. Bramelow wird bald zwei Jahre alt und ist dann geschlechtsreif.

Wisent lebt sich in natürliches Biotop ein

Reichlich Freiraum findet er nun seit Anfang Juni in der Döberitzer Heide. Ein paar Monate noch wird er im Eingewöhnungsgehege auf etwa 50 Hektar mit einer Mutterkuh-Gruppe und einem Kalb bleiben, danach schwärmt er dann in die Wildniskernzone aus und kann sich auf 20 Quadratkilometern austoben. Die Wisente suchen sich dann auch im Winter ihr Futter selbst und leben unbeeinflusst vom Menschen in freier Wildbahn. Im Moment ist der Bulle noch dabei, Anschluss an die Herde zu bekommen. Die Kühe haben ihn zwar akzeptiert, doch sie zeigen ihm noch, dass er bislang an unterer Position der Rangordnung steht.

„Der Wisent hat hier ein gutes Leben, wie es vergleichsweise in Deutschland nicht möglich ist. Hier gibt es mit den Przewalski-Pferden und dem Rotwild eine einzigartige Tierartenkombination auf etwa 2000 Hektar“, erklärte der Projektleiter der Sielmann-Stiftung Peter Nitschke die Vorteile für Wisente in der Döberitzer Heide. Den Tieren soll dort ein natürliches Biotop gegeben werden, um ihnen optimale Lebensbedingungen zu ermöglichen und ihre Arten zu erhalten. „Die Wisente tragen durch ihr Fressen, Staubbaden und Wälzen in den Sandbereichen zum Erhalt der offenen Landschaftsstrukturen bei“, so Nitschke Der Wiedehopf beispielsweise findet dann dort sein Futter wie Heuschrecken und Käfer, denn er sieht sie einfach leichter.

Seltene Tiere

Die Döberitzer Heide ist der Standort mit den meisten Wisenten in Deutschland: 75 an der Zahl.

Weltweit gibt es etwa 4000 bis 5000 Wisente. Die Tiere gelten als gefährdete Art.

Etwa 500 bis 600 dieser Tiere leben in Deutschland, schätzt Peter Nitschke, der Projektleiter der Sielmann-Stiftung.

Wer eine Patenschaft für einen Wisent übernehmen möchte, verpflichtet sich zur anteiligen Kostenübernahme von Futter, veterinärmedizinischer Betreuung, Tierarzt- und Transportkosten sowie der wissenschaftlichen Begleitung zur Arterhaltung.

Über die genauen Konditionen einer Patenschaft informiert die Sielmann-Stiftung unter der Telefonnummer 05527 914260.

Bramelow konnte aber nicht einfach so nach Brandenburg kommen. Vorher beurteilte ein spezielles Wisent-Kompetenzzentrum, ob er genetisch in das Gehege passt. „Es ist gut, wenn frisches Blut hinzukommt“, sagte die Landtagsabgeordnete Andrea Johlige (Die Linke). Sie will Bodo Ramelow bald in die Döberitzer Heide einladen, damit er sich ein Bild seines Paten-Bullen machen kann. Für Johlige sind Projekte wie diese wichtig, um vom Aussterben bedrohte Tiere und einzigartige Naturlandschaften wie die Döberitzer Heide zu erhalten.

Damit die Wisente nicht aussterben, sollte ihre Population weltweit bei 10 000 liegen. „Wenn es viele solcher Projekte gäbe, kann diese Zahl erreicht werden“, ist Peter Nitschke überzeugt. Es ist nicht die erste Patenschaft in der Döberitzer Heide: Auch Matthias Platzeck wurde vor ein paar Jahren Pate eines Wisents.

Von Melanie Höhn

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