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Havelland Wieder Kritik an Buga-Zweckverband
Lokales Havelland Wieder Kritik an Buga-Zweckverband
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10:47 29.03.2018
Erhard Skupch (60) war Geschäftsführer des Buga Zweckverbandes Havelregion.. Quelle: Zweckverband/A. Hasenfusz
Rathenow


Die Kritik am Buga-Zweckverband Havelregion und an dem Geschäftsführer, der die Bundesgartenschau 2015 in Rathenow, Premnitz, Stölln, Havelberg und Brandenburg an der Havel zu verantworten hatte, reißt nicht ab. Erhard Skupch gehört inzwischen zu dem Kreis, der die Landesgartenschau in Burg (Sachsen-Anhalt) organisiert. Am 21. April wird sie eröffnet. Kritik an Skupch wird nun insbesondere wegen des Buga-Defizits laut.

Es fehlten die Besucher

Das kam zustande, weil am Ende rund 500 000 Besucher fehlten. Ein Minus von rund zwölf Millionen Euro war die Folge, die fünf Städte mussten das Loch in der Kasse nachträglich füllen. Ursprünglich hatte das Buga-Budget am Anfang bei 28 Millionen Euro gelegen. Schon bevor die Schau im Frühjahr 2015 eröffnete, war ein zusätzlicher Puffer von sieben Millionen Euro ausgeschöpft. Am Ende stand das Defizit.

In Rathenow war der Optikpark Teil der Buga-Kulisse. Quelle: Norman Giese

Bei der Verbandsversammlung des Buga-Zweckverbandes Havelregion flogen deshalb im Jahr 2017 gehörig die Fetzen. Der Bund der Steuerzahler kritisiert in seinem Schwarzbuch, die Buga sei „nicht mehr als ein teures Prestigeprojekt“ gewesen. Ein Urteil, das auf der Versammlung zur Sprache kam. Die Bürgermeister der Ausrichterstädte waren mit der Arbeit von Erhard Skupch und dem Zweckverband alles andere als zufrieden. So wurden die Verwaltungschefs lange über die konkreten Besucherzahlen und die Ergebnisse im Unklaren gelassen. Offene Worte gab es 2015 erst, als es bereits zu spät war, das Steuer noch herumzureißen.

Noch immer Restbestände

Indes ist der Zweckverband immer noch nicht vollends abgewickelt. Zwar gab es, so sagt Rathenows Stadtsprecher Jörg Zietemann, den offiziellen Auflösungsbeschluss zum 31. Dezember 2016. Dennoch sind weitere Berichte zu prüfen. Beispielsweise der Jahresabschluss 2016. Die Stadt Premnitz stellte den Vorsitz in der Verbandsversammlung. Verbandsvorsteherin war die ehemalige Oberbürgermeisterin von Brandenburg an der Havel, Dietlind Tiemann (CDU).

Nun zügig zum Ende kommen

Ralf Tebling (SPD), Bürgermeister in Premnitz, erwartet, dass der Jahresabschluss nun zügig bearbeitet wird. „Die Vorwürfe, die der Bund der Steuerzahler erhoben hat, die haben wir entkräftet.“ Misswirtschaft könne man dem Zweckverband nicht vorwerfen. Insofern rechnet Tebling damit, dass die Liquidation des Zweckverbandes nun vorangetrieben wird.

Ralf Tebling, Bürgermeister der Stadt Premnitz Quelle: Bernd Geske

Das bestätigte auch Rathenows Bürgermeister Ronald Seeger (CDU) bei einer Sitzung der Stadtverordneten. Befragt nach der Summe, die die Stadt noch in das Buga-Defizit einzahlen müsse, sagte Seeger: „Das ist abgeschlossen und das ist auch so bekannt.“

Neue kritische Fragen

Erhard Skupch sieht sich indes kritischen Nachfragen ausgesetzt. 450 000 Besucher sollen zur Landesgartenschau nach Burg kommen. Wird es wieder ein Besucherdesaster geben – wie bei der von ihm mitverantworteten Bundesgartenschau 2015? Skupch weist Vorwürfe zurück: Der Durchführungsetat und die erwarteten Besucherzahlen seien schon vor seinem Amtsantritt festgelegt worden. „Das Budget wurde von Anfang an zu niedrig angesetzt“, sagt der Geschäftsführer. Mit nur 35 Millionen Euro zu planen, sei ein Fehler gewesen, so Skupch. Zudem verweist er auf extremes Wetter – Hitze und zwei Orkanstürme in deren Folge das Gelände in Rathenow eine Woche gesperrt war.

Strategische Fehler

Dennoch scheint es unter den Bürgermeistern der Ausrichterstädte unbestritten, dass Skupch strategische Fehler begangen hat. Dazu zählt auch die zurückhaltende Werbung für die Buga in der Hauptstadt Berlin.

Für Ronald Seeger und Ralf Tebling ist die Rechnung, an deren Ende nur das Defizit steht, nicht vollständig. „Wenn man die Wertschöpfung betrachtet, dann haben alles Städte durch die Bundesgartenschau gewonnen“, sagt Ralf Tebling. Und Ronald Seeger setzt hinzu: „Die vielen Projekte rund um die Buga – in Rathenow zum Beispiel die Aufwertung der Innenstadt oder die des Weinbergs – hätte es ohne die Buga nicht gegeben. Und davon profitiere die Stadt jetzt auch, weil Touristen kommen.

Von Joachim Wilisch

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