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Bundesweit größte Mitmachaktion

Stunde der Wintervögel Bundesweit größte Mitmachaktion

Immer weniger gefiederte Freunde flattern in Parks, lassen sich auf Bäumen in der Stadt nieder oder brüten an Häusern und Stallungen. Auch der Stieglitz, Vogel des Jahres 2016, hat zu kämpfen. Deutschlandweit nimmt sein Bestand stark ab. Aufschluss darüber, wie es um die heimische Vogelwelt steht, gibt die Aktion „Stunde der Wintervögel“.

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Eine havelländische Kohlmeise auf Futtersuche.

Quelle: U. Hoffmann

Havelland. Immer weniger gefiederte Freunde flattern in Parks, lassen sich auf Bäumen in der Stadt nieder oder brüten an Häusern und Stallungen. Auch der Stieglitz, Vogel des Jahres 2016, hat zu kämpfen. Deutschlandweit nimmt sein Bestand stark ab. Ähnlich steht es um Feldvögel wie Feldlerche, Braunkehlchen und Wiesenpieper. Insbesondere der Winter ist hart für die Tiere, wenn Schnee und Frost die Nahrungssuche erschweren. Futterhäuschen im Garten und auf dem Balkon oder Meisenringe im Baum können lebensrettend für die gefiederten Freunde sein, die keinen schützenden Winterspeck haben. Gleichzeitig bietet so ein Vogelhaus ein Unterhaltungsprogramm, das man von der warmen Stube aus sehen kann.

Tausende Vogelfreunde in ganz Deutschland werden das an diesem Wochenende nutzen und sich an der bundesweit größten wissenschaftlichen Mitmachaktion beteiligen. Zum sechsten Mal ruft der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) dazu auf, sich an der „Stunde der Wintervögel“ zu beteiligen. Mitmachen kann jeder, eine besondere Qualifikation ist nicht erforderlich. Von einem ruhigen Beobachtungsplätzchen aus werden die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park gezählt und von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die Ergebnisse werden zusammen mit einer genauen Orts- und Zeitangabe dem Nabu übermittelt.

Saubere Ortschaften – weniger Tiere

Auch im Westhavelland werden sich wieder Naturfreunde an der Aktion beteiligen. Einer von ihnen ist René Riep, Geschäftsführer des Nabu-Naturparkzentrum Westhavelland in Milow. Er will sich am Sonntag ein wenig Zeit nehmen und zählen, wie viele Meisen und Sperlinge es sich in seinem Futterhäuschen bequem machen. Nach Arbeit oder gar Mühe klingt das bei ihm nicht. Im Gegenteil. Sich ein gemütliches Plätzchen mit gutem Blick auf das Vogelhäuschen suchen und dann eine Stunde lang ein Auge auf die kleinen gefiederten Kerle zu haben, klingt fast nach Entspannung. „Man soll ja nicht den ganzen Tag sitzen müssen. Es geht viel mehr darum die Menschen an das Thema heranzuführen, sie dafür zu sensibilisieren und auf die Natur vor der Haustür aufmerksam zu machen “, macht Riep deutlich.

Mitmachen – so geht’s

Wer bei der Aktion „Stunde der Wintervögel“ mitmachen möchte, kann sein Ergebnis bis zum 18. Januar online auf www.stundederwintervoegel.de eingeben.

Auch das Naturparkzentrum in Milow nimmt Meldungen entgegen. Hier gibt es zudem vorgedruckte Formulare zum Ankreuzen, die das Zählen erleichtern.

Zudem ist am 9. und 10. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer  08 00/1 15 71 15 geschaltet.

Der Nabu wertet die Ergebnisse anschließend aus und veröffentlicht diese.

Sinnvoll ist es, die Vögel am Futterhäuschen zu beobachten, ansonsten sind Blaumeisen oder Grünfinken um diese Jahreszeit kaum zu sehen. Wer kein eigenes Vogelhaus hat, kann das des Nachbarn beobachten oder packt zum Wochenendeinkauf noch einen Meisenring, die es im Baumarkt und im Discounter gibt. „Zwar sind die Vögel auf ihre bereits bekannten Futterstellen eingestellt, es dürfte aber nicht lange dauern, bis sie einen neuen Platz entdecken“, erklärt Riep. Er weiß, dass die Fütterung im Winter früher umstritten war. Weil aber wie bereits erwähnt viele Arten im Rückgang sind, sei es durchaus sinnvoll, ein Futterhäuschen aufzustellen. „Fassaden werden dicht gemacht und unsere Orte immer sauberer. Leider werden so die Tiere aus ihren Nischen verdrängt, sie finden keine Nistplätze und immer weniger Futter.“

2015 beteiligten sich mehr als 77 000 Menschen

Nicht zuletzt soll die Aktion auch Aufschluss über den Bestand geben, wenngleich es keine streng wissenschaftliche Erhebung ist, so Riep. Wer die Vogelarten nicht aus dem Effeff kennt, nimmt ein Bestimmungsbuch zu Hilfe oder nutzt die Internetseite des Nabu. Dort geben Bilder und Beschreibungen Aufschluss über die verschiedenen Arten. Bei der letzten großen Vogelzählung im Januar 2015 beteiligten sich über 77 000 Menschen. Je größer die Teilnehmerzahl ist, desto wertvoller werden die Ergebnisse. Mehr als 2 Millionen Vögel aus über 53 000 Gärten wurden gemeldet. Der Haussperling ergatterte damals den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel in Deutschlands Gärten.

Von Christin Schmidt

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