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Havelland „Bunt statt blau“: Falkenseer malt bestes Plakat
Lokales Havelland „Bunt statt blau“: Falkenseer malt bestes Plakat
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21:10 10.06.2015
Der Falkenseer Simon Naudé gewann den bundesweiten Plakatbewerb „bunt statt blau“ und wurde in Berlin ausgezeichnet. Quelle: Melanie Höhn
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Berlin

Der Teufel ist gefangen in einer Flasche, die durch einen kleinen Buntstift verschlossen ist. „Der Stift symbolisiert die Kunst und Kreativität, mit der man gegen den Alkohol kämpft“, erklärte der Falkenseer Simon Naudé seine Idee, mit der er den bundesweiten Plakatwettbewerb „bunt statt blau“ 2015 gewonnen hat. Rund 10 500 junge Künstler aus ganz Deutschland nahmen daran teil. „Der Blick des Teufels soll das Verlockende des Alkohols zeigen, von dem man sich nicht verführen lassen sollte,“ sagte er.

Der Neuntklässler des Vicco-von-Bülow-Gymnasiums in Falkensee wurde vom Chef der Krankenkasse DAK-Gesundheit, Herbert Rebscher und der Drogenbeauftragten der Bundesregierung und Schirmherrin Marlene Mortler ausgezeichnet und bekam einen 500-Euro-Scheck überreicht. „Das ist ein Hammerbild", sagte der DAK-Pressesprecher Rüdiger Scharf über das Werk des 15-Jährigen.

23 000 Jugendliche mit Alkoholvergiftung im Krankenhaus

In einem Kunstprojekt in der Schule begann der Havelländer diese Arbeit, zu dieser Zeit waren ihm aber die alarmierenden Zahlen noch nicht bewusst: Nach aktueller Bundesstatistik landeten 2013 insgesamt mehr als 23 000 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 20 Jahren mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus. Bei den 10 bis 15-Jährigen gab es 3 225 Betroffene. Als sich Simon über das Motto der Aktion Gedanken machte, schoss ihm sofort der Spruch „Der Teufel in der Flasche“ in den Kopf. „Das konnte man prima auf das Thema Alkohol beziehen“, erzählte er. Er hofft, dass viele Menschen auf das Plakat aufmerksam werden und sich über Alkoholmissbrauch und Komasaufen informieren. Vor allem wolle er auf die Gefahren hinweisen, die damit zusammenhängen. „Was hat man denn davon, wenn man sich ins Koma trinkt? Rein gar nichts“, fügte er hinzu. Für ihn ist die Aktion eine gute Sache, denn Jugendliche lassen sich eher von jungen Menschen als von Erwachsenen anregen, über dieses Thema nachzudenken.

Den zweiten Platz holte Siriprapha Müller aus Homburg im Saarland, die auf die Ambivalenz des menschlichen Charakters hinweisen wollte: „Manche Leute haben zwei Persönlichkeiten. Manchmal muss man sich aber mit eigener Kraft selbst überwinden“, erklärte sie ihre Idee. Die Schülerin Jennifer Hein aus dem bayerischen Holzkirchen gewann mit ihrem Plakat den dritten Platz: Sie malte eine junge Frau mit bunten Haaren, die eine blaue Maske mit traurigem Gesicht absetzt. „Alkohol ist eine Maske, um anders zu sein. Doch darunter bleibt die Schönheit des eigenen Charakters verborgen“, äußerte sie sich.

Über eigenes Trinkverhalten nachdenken

Den Sonderpreis erhielt eine Schulklasse aus Baden-Württemberg. „Die Ideen der jungen Künstler gegen das Komasaufen sind auch im sechsten Wettbewerbsjahr beeindruckend“, sagte DAK-Chef Herbert Rebscher. Und auch die Schirmherrin Marlene Mortler ist begeistert vom Engagement der Teilnehmer: „Die Kinder machen sich bewusst, dass es sich lohnt, über das eigene Trinkverhalten nachzudenken.“

Seit dem Start im Jahr 2010 haben 72 500 Schüler an der Kampagne teilgenommen. Nach einer aktuellen Begleitstudie wirkt sich der Wettbewerb positiv auf den Alkoholkonsum Jugendlicher aus. Für 44 Prozent der Teilnehmer trägt „bunt statt blau“ dazu bei, dass Jugendliche vernünftiger mit Alkohol umgehen.

Auch die Band Luxuslärm unterstützt die Kampagne seit dem Start: „Die Kampagne ist wertvoll, da sie zum Nachdenken anregt – vielleicht auch zum Umdenken und zum bewussten Umgang mit Alkohol.“

Von Melanie Höhn

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