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Havelland Bunte Wagen und viel gute Laune
Lokales Havelland Bunte Wagen und viel gute Laune
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00:19 20.09.2017
Carolin (13) ist mit ihrem Quad zum dritten Mal beim Zachower Ernteumzug dabei. Diesmal hat sie Freundin Charlene (10) mitgenommen. Quelle: Wolfgang Balzer
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Havelland

Nach der Ernte wird gefeiert. Die Zachower wissen, wie das geht. Ortsvorsteherin Nancy Lorbiecki freute sich am Sonnabend auf dem Sportplatz über das lange Band der überaus reichlich mit allerlei Feldfrüchten geschmückten Erntewagen. Aber eine Überraschung blieb aus. Gleich nebenan erstrahlte zwar der kurz zuvor erweiterte Spielplatz in frischen Farben, nur durfte sie ihn an diesem schönen Septembertag den Kindern noch nicht, wie eigentlich vorgesehen, übergeben. „Er muss nach der Fertigstellung noch einige Tage ruhen“, sagte Nancy Lorbiecki. Das störte Caroline Haupt (13) und ihrer Freundin Charlene (10) auf ihrem geschmückten Quad in diesem Moment überhaupt nicht. Caroline nahm schon zum dritten Mal am Zachower Ernteumzug teil, „weil es mir Spaß macht“, lachte sie. Am Wagen der Kita konnten sich die Eltern schon mal über die Berufswünsche ihres Nachwuchses informieren. Der hatte die an der Seitenfläche angebrachten Bilder gemalt. Traktorfahrer, Mähdrescherfahrer, Feuerwehrmann - so eine kleine Auswahl. Im Dorfgemeinschaftshaus hatten die Frauen der Zachower Sportgruppe in ihren neuen Shirts im wahrsten Sinne des Wortes alle Hände voll zu tun. Sie richteten, übrigens wie bei allen Festlichkeiten im Ort, das Büfett mit den selbstgebackenen Köstlichkeiten aller Art für den Ansturm nach dem Ernteumzug vor. Vor dem Dorfgemeinschaftshaus zog ein völlig anderer Duft die Feiernden an. Uwe Siebert beaufsichtigte die bereits goldgelben Forellen im Räucherofen. Natürlich wurde am Abend noch tüchtig gefeiert.

Zu gleicher Zeit setzten sich auch im benachbarten Ketziner Ortsteil Tremmen die Erntewagen in Bewegung. Von mini bis riesengroß waren auch hier die überaus reichlich mit den bunten Früchten geschmückten Wagen. Jedenfalls fühlte sich Alexander Gerson (1) in seinem fantasievoll dekorierten Bollerwagen sichtlich wohl. Dass er später einen der drei ersten Plätze für die schönsten und buntesten Gefährte belegen würde, ahnten die Eltern zu dieser Zeit noch nicht. Sina Gerson und Selina Pelz (beide 8) freuten sich über einen ersten Preis. „Im vergangenen Jahr waren wir Schneeweißchen und Rosenrot“, verriet Selina. „In diesem Jahr wollten wir nicht das gleiche machen“, ergänzte Sina. Und so dekorierten sie ihre Fahrräder mit Sonnenblumen und zogen in ihren hübschen grünen Kleidchen als Sonnenblumenmädchen im Ernteumzug mit durchs Dorf. Auch Annabell und Delicia konnten sich mit ihrem Bollerwagen über einen ersten Preis freuen. „Die Bewertung ist uns angesichts der mit soviel Fantasie und Liebe geschmückten Wagen schwergefallen“, seufzte Heike Meißner von der Jury. Und dann kam ja auch noch der Wagen der Tremmener Agrarprodukte mit dem überdimensionalen Ochsen auf der mit viel Stroh dekorierten Ladefläche. Die Idee zu diesem unübersehbaren Strohochsen hatte Candy Schulz, die Leiterin der Milchviehanlage. „Eine Erntekrone muss natürlich auch sein“, sagte sie. Es folgten der mit Baumschulangeboten einzigartig geschmückte Wagen der ortsansässigen Firma Lorberg, die neun geschmückten Ponys des Pferdehofes von Petra Bialek und die vielen anderen Wagen, wie der der Kita.

Gefeiert wurde am Sonnabend auch in Quermathen. Hier blickte Ernst Affa sichtlich zufrieden auf die vielen Kinder auf der Festwiese, die gerade bei der Zaubershow ihren Spaß hatten. Seit den achtziger Jahren gab es hier die einst traditionellen Kinderfeste nicht mehr. Nun hat er die mitten im Ort schön gelegene Wiese gekauft und für das Kinderfest hergerichtet. „Ich möchte so die Tradition fortsetzen und hoffe, dass diese Wiese für mehr Kultur im Ort genutzt wird“, sagte er. Ortsvorsteher Wolfgang Jung und Ernst Affa könnten sich vorstellen, dass hier ein Bolzplatz entsteht und das kleine Gewässer am Rande der Fläche könnte für die Naherholung hergerichtet werden. Das erste Kinderfest nach vielen Jahren, an der alle neun Groß Behnitzer und Quermathener Vereine aktiv mitwirkten, war jedenfalls gelungen. Das meinte auch Oktavia Müller, deren Sohn kaum vom alten Deutz-Traktor runter zu bekommen war.

Diese kleine Ausstellung alter Landtechnik, Kinderschminken, die Kuchenversorgung und Torwandschießen gehörten ebenso zum Programm der vom Ortsbeirat organisierten Veranstaltung wie das Quiz der Jagdpächter. Für das war Klaus Fraedrich zuständig. Er hatte einige heimischer Tiere zur Anschauung mitgebracht , in ausgestopfter Form.

Von Wolfgang Balzer

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