Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° Regen

Navigation:
Buntes Toleranzfest in Nauen

Gegen Fremdenhass und Gewalt Buntes Toleranzfest in Nauen

Zum fünften Nauener Toleranzfest wurde am Mittwoch auf den Lindenplatz/Gartenstraße eingeladen. Schon kurz nach Beginn haben rund 300 Menschen unter dem Motto „Für ein friedliches und buntes Nauen“ gefeiert. Mehr als 30 Organisationen, Vereine, Schulen und Parteien gestalteten das Fest.

Voriger Artikel
Falkensee: Mädchen bei Unfall verletzt
Nächster Artikel
Diana Golze bleibt Rathenows Stadtchefin

Haben Spaß beim Toleranzfest (v.l.): Rhist Frzgi, Senait Adhanom, Freweini Teame und Azazi, Flüchtlinge aus Eritrea. Alle arbeiten bei der Nauener Tafel.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Nauen. Für den Schirmherren des Toleranzfestes soll dieses vor allem ein Signal aussenden: „Nauen ist keine Stadt von Rassisten. Hier leben weltoffene Menschen. Wenn sie gefragt werden, ob sie Menschen in Not helfen, dann stehen sie dazu“, sagte Bürgermeister Detlef Fleischmann (SPD) am Mittwoch zur Eröffnung. Nicht nur für ihn hat die fünfte Auflage des Festes eine besondere Bedeutung. Denn es ist noch nicht allzu lange her, dass die Turnhalle des Oberstufenzentrums in Brand gesetzt worden ist, die als Notunterkunft für Flüchtlinge dienen sollte. Und auch die Anschläge auf das Büro der Linken und auf den Mikado-Bus sowie regelmäßige Aufzüge von Heimgegnern, unter ihnen viele Rechtsextreme, sind vielen noch in unguter Erinnerung.

„Aus den verbalen Auftritten sind kriminelle Handlungen geworden, wenn nicht sogar terroristische Strukturen entstanden“, sagt Fleischmann und rief dazu auf, Flagge zu zeigen gegen Fremdenhass und Gewalt – auch mit einem Familienfest. Dieses begann um 14 Uhr auf dem Lindenplatz/Gartenstraße unter dem Motto „Für ein friedliches und buntes Nauen“. Schon kurz nach Beginn waren etwa 300 Menschen gekommen.

Reden, hüpfen, schminken

Bis in den Abend bestand Gelegenheit, mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen, sich an Infoständen von Parteien und Organisationen zu informieren sowie ein Bühnenprogramm zu erleben, für das die Line-Dance-Gruppe der Käthe-Kollwitz-Schule den Auftakt machte. Auf einer Hüpfburg und beim Kinderschminken hatten den Tag über auch die Jüngsten ihren Spaß.

Mehr als 30 Organisationen, Vereine, Schulen und Parteien gestalteten das Toleranzfest mit, das vom Humanistischen Freidenkerbund, dem Verein Mikado und weiteren Partnern organisiert wurde. Unter den Teilnehmern war auch das Nauener Goethegymnasium. Wer wollte, konnte seine Hand auf einem Plakat aufzeichnen lassen und den Abdruck farblich gestalten. „Jeder der möchte, kann sich hier verewigen. Es soll am Ende richtig bunt aussehen“, sagt Sina Basta, die mit weiteren Schülern der Leistungskurse Politik und Geschichte vor Ort war. Das Plakat soll später versteigert werden und die Einnahmen der Integration von Flüchtlingen zugute kommen. Mit beim Fest war auch die Willkommens-Arbeitsgemeinschaft aus Brieselang.

„Wir wollen zeigen, dass es die WAG gibt und dass in Brieselang Flüchtlinge beherbergt werden“, sagt Antje Koch. Der WAG- Stand beteiligte sich mit zwei Gerichten am interkulturellen Suppenwettbewerb. Die Brieselanger gingen mit einer arabischen Linsensuppe und dem syrischen Gericht Bulgur ins Rennen. Zudem gab es unter anderem bei der Nauener Tafel eine Suppe aus Eritrea und bei den Linken eine Karibische Süßkartoffelsuppe.

Opfer-Gedenken – von links und rechts

Das Toleranzfest wird immer am 20. April gefeiert, um damit auch der Opfer des Bombenangriffs vom 20. April 1945 auf Nauen zu gedenken. Den gleichen Anspruch reklamiert auch die NPD für sich, die an diesem Tag regelmäßig eine Mahnwache organisiert. „Es ist nicht akzeptabel, dass heute wieder in Nauen rechtsextreme Kräfte eine Mahnwache abhalten wollen und das Gedenken an die Opfer missbrauchen“, sagte Volker Mueller vom Freidenkerbund und machte deutlich: „Den Nazis überlassen wir nicht die Stadt. Nauen ist eine Stadt mit Herz.“ Auch Nauen sei bereit, Flüchtlinge aufzunehmen. „Heißen wir sie willkommen“, rief er auf.

Seit Januar 2015 lebt der Syrer Shadi Mansour (19) in Nauen. Er ist auch in der Willkommensinitiative aktiv. „Wir sind am Ende alle Menschen und Menschen helfen sich“, sagte er. Damit die Integration der Asylbewerber klappt, müssten sich alle Mühe geben, auch die Flüchtlinge, meinte er.

Von Andreas Kaatz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Havelland
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg