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Havelland Burmanische Kunst in der Kulturmühle
Lokales Havelland Burmanische Kunst in der Kulturmühle
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00:17 19.07.2017
Reinhard und Brigga Peglau vor einem abstrakten Bild aus Mynmar in der Kulturmühle. Quelle: Judith Meisner
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Perwenitz

Ein Mädchen hüllt sich nach dem Bad in ein Tuch, die großen Flächen des Bildes sind ein ungewöhnlicher Farbklang von Blautönen, Pink, Orange und einem müden Gelb. Das Gemälde stammt von Htay Htay aus Mingun in Myanmar. Zusammen mit 110 anderen Bildern aus dem asiatischen Land ist es in der Perwenitzer Kulturmühle zu sehen. „Mingalabar Myanmar“ (Sei gegrüßt, Myanmar) ist eine der größten Ausstellungen burmanischer Kunst außerhalb des Landes, heißt es.

Die Schau zeigt Gemälde, Grafiken, Aquarelle und Drucke von 30 Künstlern. Die Sammlung hat das Ehepaar Peglau zusammengetragen. Da ihre Charlottenburger Wohnung keine freien Wandflächen mehr bietet, wollen sie sich von einigen Werken trennen und mit dem Erlös Künstler in Myanmar unterstützen.

Brigga und Reinhard Peglau sind echte Globetrotter. Als sie Thailand, Kambodscha und Vietnam kannten, machten sie sich auf den Weg nach Myanmar, früher Burma oder Birma. Das Land war Jahrzehnte lang von der Außenwelt abgeschnitten und tat sich schwer im Umgang mit Touristen. Ein Chauffeur wurde für eine Rundreise dringend empfohlen. Das war 2003.

Der ehemalige Chauffeur ist mittlerweile zum Adoptivsohn der Berliner avanciert. Dank seiner Kontakte lernten die Peglaus viele Künstler kennen. „Das Bild der Badenden im Treppenhaus der Kulturmühle ist ungewöhnlich groß. „Die Maler bevorzugen das kleine Format. Das lässt sich besser an Touristen verkaufen, weil es ins Gepäck passt“, sagte Reinhard Peglau. Die bevorzugten Motive sind gegenständlich: Nonnen mit Schirmen vor eindrucksvoller Landschaft mit Reisfeldern oder eine Brücke mit Figuren wie Scherenschnitte. Abstrakte Gemälde sind eher selten. Die Künstler befürchten, damit ihre Stammkunden zu verärgern. Dennoch malen sie bemerkenswert experimentell. Maung Tihas Versuch mit Acryl auf Lackplatte ist ein Meisterwerk. Eierschalen sorgen für einen zauberhaften Mosaikeffekt.

Eine Serie zeigt den frischen Blick burmanischer Aquarellisten auf Brandenburg mit seinen Alleen und Kirchtürmen, gemalt auf einer Studienreise nach Deutschland, gesponsert von den Peglaus.

Die flächige Malweise und erstaunliche Farben geben den Bildern eine ganz eigene Spannung. Ein anderes Werk, unbehelligt vom Markt entstanden, zeigt die berühmte Außenministerin Aung San Suu Kyi in einem Porträt, das entfernt an Andy Warhols Siebdrucke erinnert.

Im Oktober fliegen die Peglaus wieder nach Myanmar, wie immer mit vielen Acrylfarben und Kunstbüchern für ihre Protegés im Gepäck, beides ist dort Mangelware. Bei einem solchen Kunstbedarfseinkauf wurde das Ehepaar auf die Kulturmühle Perwenitz aufmerksam. Die Zusammenarbeit ist perfekt. „Das freut uns besonders, weil einige Galerien in Berlin das Interesse an der Kunst Burmas nicht geteilt haben“, sagte Brigga Peglau. Auch Gudrun Venter, Hausherrin der Kulturmühle und selbst Malerin, freut sich über die gelungene Ausstellung. „Die Stillleben finde ich besonders eindrucksvoll“, sagte sie.

Die Ausstellung läuft bis zum 3. September in der Kulturmühle, Perwenitzer Dorfstraße 1, geöffnet immer freitags und samstags 13 bis 20 Uhr, sonntags 13-19 Uhr.

Von Judith Meisner

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